Schweizerische Studienstiftung fördert hervorragende MINT-Studierende mit Werner Siemens Fellowship

Die Naturwissenschaften in der Schweiz haben ein Nachwuchsproblem. Zu wenige Studierende entscheiden sich für ein MINT-Fach, das heisst für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik. Umso wichtiger ist es der Schweizerischen Studienstiftung, herausragende Studierende dieser Disziplinen sowie der Humanmedizin, der Pharmazeutik und der Life Sciences zu fördern, die sich mit Begeisterung für die Verbreitung der MINT-Fächer engagieren.



Christopher Golling. (Bild: Philippa Golling)
Christopher Golling. (Bild: Philippa Golling)

Im Jahr 2026–2027 erhalten zehn Studierende, die bereits Geförderte der Schweizerischen Studienstiftung sind, ein Werner Siemens Fellowship. Voraussetzung sind hervorragende akademische Leistungen und die Bereitschaft, sich für die Vermittlung und Förderung der MINT-Fachbereiche in der Gesellschaft einzusetzen.

Die Studierenden erhalten neben finanzieller Unterstützung von 19 800 Franken die Möglichkeit, an Netzwerkanlässen des Werner Siemens-Programms teilzunehmen.

Die Stipendien für 2026/2027 wurden folgenden Studierenden zugesprochen:

o Julia Zingerle aus Wil (SG), Masterstudentin in Robotics, Systems and Control, ETH Zürich

o Christopher Golling aus Näfels (GL), Masterstudent in Informatik, ETH Zürich

o Regina Beytrison aus Crans-Montana (VS), Bachelorstudentin in Mikrotechnik, EPF Lausanne

o Manuel Bonaglia aus Ehrendingen (AG), Masterstudent in Humanmedizin, Universität Baselo Céline Jaquet-Chiffelle aus Neuenburg (NE), Bachelorstudentin in Mathematik, Universität Genf

o Nico Zobrist aus Unterentfelden (AG), Masterstudent in Humanmedizin, Joint Medical Master Universitäten Luzern und Zürich

o Sophia Krähenmann aus Hedingen (ZH), Bachelorstudentin in interdisziplinären Naturwissenschaften, ETH Zürich

o Romane Bauer aus Zürich (ZH), Bachelorstudentin in Humanmedizin, Universität Zürich

o Lino Hofstetter aus Lenzburg (AG), Masterstudent in Informatik, ETH Zürich

o Samira Künzler aus Olten (SO), Masterstudentin in Bioinformatics and Computational Biology, ETH Zürich
 

Christopher Golling; Näfels (GL), Masterstudent in Informatik, ETH Zürich

Im Anschluss an die Matura an der Kantonsschule Glarus nahm Christopher Golling aus Näfels sein Studium an der ETH Zürich auf. Aufbauend auf zwei Bachelorabschlüssen in Physik und Informatik absolviert er dort heute den Master in Informatik. Seine Semesterarbeit schreibt der 24-Jährige aktuell im Neuroinformatiklabor von Professor Dr. Benjamin Grewe, wo er zugleich als Hilfswissenschaftler tätig ist. Das Labor erforscht eine neuartige Architektur für künstliche Intelligenz; Christopher Golling arbeitet daran, diesen Ansatz für die Robotik weiterzuentwickeln. Erste Tests zeigen, dass das System gelernte Erfahrung besser für neue Aufgaben kombinieren kann als bisherige Architekturen.

Neben seiner akademischen Arbeit engagiert sich Christopher Golling mit grosser Begeisterung für die Vermittlung von Naturwissenschaften. In der Sternwarte Glarus organisiert er monatliche Treffen zu Astrophotographie und Astronomie für interessierte Jugendliche. An der Kantonsschule Glarus leitet er im iLab das Projekt «Gipfeli», in dessen Rahmen Lernende einen Roboterhund modifizieren und ihm beibringen, selbstständig in der Mensa Gipfeli zu kaufen und diese im Schulhaus auszuliefern. Zudem unterstützt er das Team «6417 Fridolins Robotik» als Mentor, und begleitete sie zu den Wettkämpfen in Istanbul, wo sich die Jugendlichen für die Weltmeisterschaften qualifizierten.

Einen Ausgleich zu Studium und Engagement findet Christopher Golling im Windsurfen und Segeln. Darüber hinaus ist er als Atemschutzsoldat bei der Feuerwehr Näfels-Mollis tätig und bildet sich dieses Jahr zum Maschinisten und Strassenretter weiter.