Schwingen – Informationen aus erster Hand

Zum vierten Freunde-Treffen der Vereinigung «Freunde ESAF 2025 Glarnerland+ genoss man am 15. Mai erstmals in der Ausserschwyz Gastrecht. Die Initianten gaben Informationen aus erster Hand preis.




Der Handels- und Gewerbeverein Lachen-Altendorf sowie die «Zwilch-Büäblä» aus Lachen begrüssten die Schwingerfamilie im Dorfgaden in Altendorf. Nachdem man 2018 in Schänis im Kanton St. Gallen Gastrecht genoss, war diesmal die Reihe am Kanton Schwyz. Das Plus im Namen der Freunde ESAF 2025 steht ja stellvertretend dafür, dass dieses einmalige Projekt über die Grenze des Kantons Glarus hinaus die Regionen Gaster und March miteinbezieht.

Weg schrittweise aufgezeichnet

Von der Projektgruppe informierten Jakob Kamm, Roland Anderegg und Corine Blesi über die aktuellen Prioritäten. Roland Anderegg betonte denn auch, dass sich die Vereinigung heute nicht auf Glarner Boden bewege, sondern gar auf Gebiet eines anderen Teilverbandes, gehört doch der Bezirk March dem Innerschweizer Schwingerverband an. Doch genau dies mache den Reiz aus, ein Generationenprojekt mit der Vernetzung mehrerer Talschaften ohne Einschränkung von Kantons- oder Verbandszugehörigkeit. Jakob Kamm erörterte nochmals wie alles begann anno 2011. Bereits 2013 wurde die Machbarkeitsstudie, gem. Dossier des Eidg. Schwingerverbandes, gestartet und 2017 der Memorialsantrag zuhanden der Landsgemeinde eingereicht, welcher bekanntlich ohne Wortbegehren angenommen wurde. Corine Blesi betonte, dass man bei den Arbeiten auf Kurs sei, jedoch noch diverse Hausaufgaben zu erledigen seien.

Kampfwahl steht an

Nachdem Zug 2019 und Pratteln 2022 ohne Gegenkandidaten den Zuschlag für das ESAF erhielten, wird es 2021, wenn das ESAF 2025 vergeben wird, zu einer Kampfwahl zwischen den beiden Bewerbern Mollis/Glarnerland und St. Gallen kommen. Der Kandidatur Glarnerland+ ist es wichtig, dass man der Konkurrenz gegenüber fair auftritt. Auf die Äste hinaus begeben wollte sich Corine Blesi auf die Frage, wie gross sie die Chancen der Glarner Bewerbung bei der Abstimmung 2021 einschätze nicht, betonte aber: «Wir streben natürlich die Maximalnote an.»

Arbeit geschrieben

In einer ersten Talkrunde wurden vier jungen Frauen auf der Bühne von Roland Anderegg begrüsst, die eine Arbeit übers Schwingen verfasst haben. Nadine Neuenschwander aus dem Kanton Bern zum Thema Helferwesen, Stefanie Bärtsch aus dem St. Galler Oberland zum Thema Freunde ESAF (sie organisierte auch das Freunde ESAF-Treffen 2018), Andrea Beerli aus der Innerschweiz zum Thema Nachhaltigkeit und Tatjana Marti aus Chur zum Thema Unterkünfte. In den vergangenen Jahren hat das Schwingen nicht bloss einen gewaltigen Boom durchlebt, ganz speziell sieht man unter dem Publikum immer mehr jüngeres und vor allem weibliches Publikum. Passend zum Thema trat auch die viermalige Schwingerkönigin Sonia Kälin vors Mikrofon und gab Auskünfte über ihre Schwingerlaufbahn.

Noch Verbesserungspotenzial

In einem Schwingertalk gaben sich Reto Nötzli (Pfäffikon SZ), Roger Rychen (Mollis) und Geni Hasler (Buttikon) die Ehre. Reto Nötzli ist das momentane Zugpferd des Schwingklub March/Höfe. 2014 gewann er das Innerschweizerische Schwingfest in Cham. Er erklärte, dass er aufgrund einer Schleimbeutelentzündung verhalten in die Saison gestiegen sei, am Urner Kantonalen vor Wochenfrist mit Rang drei, der Weg aber nach oben zeigte. Roger Rychen, Eidgenössischer Kranzschwinger aus Glarus Nord, der im vergangenen Jahr am meisten Kränze einheimste, war mit dem Saisonstart ebenfalls nicht restlos zufrieden. Sowohl am Thurgauer als auch am Zürcher Kantonalen reichte es dank einer Aufholjagd zwar zu Kranzehren, der Start missriet ihm aber an beiden Orten. «An den kommenden Festen möchte ich vor allem eines, besser in den Wettkampf starten. Ich freue mich bereits auf meinen Gastauftritt am kommenden Sonntag am Schwyzer Ehrentag in Bennau.»

König ohne Krone

Eugen Hasler, Schwingerlegende aus der March, erinnerte sich wie es in den 80er- und 90er-Jahren zu und her ging. «Ich kann mich noch an Kantonalfeste erinnern, die ich gewann, wo es keinen Lebendpreis gab.» Hasler war sprichwörtlich der ungekrönte König unter Schwingkreisen. 1989 in Stans hatte er vor dem Schlussgang einen derart grossen Vorsprung, dass er selbst durch die Niederlage gegen Adrian Käser im Schlussgang nicht mehr von der Spitze zu verdrängen war. Im Rang 1b wurde er Erstgekrönter, derweil der Königstitel in den Oberaargau/Bern ging. Sechs Jahre später in Chur in einem umstrittenen Schlussgangentscheid zog er gegen den Appenzeller Thomas Sutter erneut dem Kürzeren. Auf die Frage, was er Rychen und Nötzli im Hinblick auf das in exakt 100 Tagen beginnende Eidgenössische in Zug auf den Weg mitgeben wolle, sagte er: «Sie brauchen keine Tipps. Beides sind erfahrene Athleten, die auf dem richtigen Weg sind. Wichtig ist, dass man den Sport und die Trainings immer mit Freude angeht», so der Kilchberger Sieger von 1990.

Was nicht fehlen durfte war ein Schwingermenü wozu «Älplermagronen» serviert wurden. Der Anlass war bestens organisiert und hat die Freude, mit welcher die Initianten am Werk sind, untermauert. Umrahmt wurde der Anlass von Philipp Mettler. Unter den Anwesenden im gefüllten Dorfgaden weilten auch zahlreiche Persönlichkeit aus Sport und Politik, angeführt vom Landammann des Kantons Schwyz, Kaspar Michel, dem ehemaligen Obmann ESV Mario John, Chur, Kantonalpräsident Glarus Rolf Figi, sowie den Klubpräsidenten Jean-Claude Leuba (Rapperswil), Fridolin Beglinger (Niederurnen und Umgebung) sowie Josef Holdener (March/Höfe).