Eine wahre Blumen- und Blütenpracht in parkähnlicher Umgebung, ältere und aussagestarke Werke aus der Sammlung des Kunstvereins und weitere Kostbarkeiten in gar abwechslungsreicher, zum nachhaltigen Verweilen einladenden Weise präsentiert.
Robert Kinmont
Im «Schneeli»-Saal, westlich des einladenden Eingangs, zeigt der kalifornische Konzeptkünstler Robert Kinmont (in Los Angeles im Jahre 1937 geboren, heute in Kalifornien lebend) Arbeiten aus seinem Lebensraum. Die Serie «8 Natural Handstands» verblüfft. Der Handstandgewohnte posiert sich auf Bergspitzen, in anderen Steingebieten und – beinahe verschwindend – in Wäldern. Das spannende, abwägende Beobachten setzt unwillkürlich ein und setzt sich beim Betrachtenden in der Serie «My favorite dirty roads» fort. In verlassenen Weiten ziehen sich Strassen ins Grenzenlose, Ausufernde weiter, durch verstaubte, unwirtliche Gegenden. Kinmont zeigt sein Auseinandersetzen mit Dynamischem, mit der Natur und ihren Begebenheiten so auf, wie es – zuerst vielleicht verwirrlich, dann verständlicher – mit kupfernen in Böden gesteckten Zylindern der Fall ist. Raustropfendes Wasser erzielte nicht den erwarteten Effekt, führte aber zu Auseinandersetzungen und Betrachtungen, die viel Meditatives zum Inhalt haben, sortierte Federn, Erdbeete und Astgabeln verleiten zu Fragen, zu Vermutungen. Sind die Hölzer einst eingesetzte Wünschelruten oder Grundelemente für Steinschleudern ? Kinmont studierte und praktizierte den Buddhismus und arbeitete als Schreiner, 2005 nahm er seine künstlerische Arbeit wieder auf.
Adrien Missika
Ebenfalls im Erdgeschoss des Kunsthauses entwickelte der 1981 in Paris geborene Missika, heute zwischen Genf und Berlin lebend, für seine erste Ausstellung neue Arbeiten. Es sind im erwähnten Saal grossformatige Fotografien auf Stellwänden. Sie nehmen die Lichtspiele des Volksgartens unmittelbar auf, vermengen und mischen sich mit exotischen Pflanzen und Grünzeug, das bei uns an und in grossen Bauten gedeiht. Projektionen schaffen vertiefende Zugänge zu diesem Schaffen, das im Oberlichtsaal im ersten Stock eine verblüffende, unerwartet grosse Dimension gewinnt. Missikas Ausstellungstitel «A walk in the park» wird auf so feinsinnige, intensive Weise lebendig, reizt zu Musik und Geschichten und ruhigem, erholsamen Verweilen. Missika entwarf eine räumliche Ausgestaltung, die er bei Burle Max, so der Hinweis im erläuternden Text zur Ausstellung, aufnahm und damit einen nach allen Seiten begehbaren, in rührenden Bildern zu erfassenden Wintergarten schuf. Formale Elemente, Buntheit, Gepflegtheit, verspielte Pflanzungen mit eingrenzenden sauber gesetzten Kieselstreifen, Pflanzen in Bambustürme integriert, schaffen gar liebliche Stimmungen, die unweigerlich zum Frühling, ins Erwachen der Natur führen. Faszinierende Spiegelungen in grossformatigen an die Nordwand des Saals angelehnte Fensterflächen vertiefen den Erlebniszauber.
Streifzüge in die Glarner Alpen
Im stimmigen Keller sind Arbeiten aus der Sammlung des Glarner Kunstvereins als willkommene Ergänzung zu Erlebtem in anderen Geschossen präsentiert – erhaben, inhaltsstark, Stimmungen unserer unmittelbaren Natur meisterhaft aufnehmend, seien es Skizzen zum Tödi, starke Impressionen aus dem Klöntal, erhabene Fotoimpressionen aus der eigenen Sammlung oder Leihgaben aus der international bekannten Galerie Tschudi.
Besuchszeiten, Daten
Das Kunsthaus ist von Dienstag bis Freitag von 14.00 bis 18.00 Uhr, am Wochenende ab 11.00 Uhr über den ganzen Tag bis 17.00 Uhr geöffnet. Montag ist Ruhetag. Führungen für Gruppen sind auch ausserhalb dieser Öffnungszeiten möglich. Für Schulklassen ist das kostenlos. Und wer sich mit dem Glarner Kunstverein vertiefend auseinandersetzen will, nimmt an der Hauptversammlung vom 25. April mit Beginn um 18.00 Uhr teil.
Kino im Wortreich: Zwischen nordischer Weite und französischem Familiendrama







