Shakespeare mal anders

Bernd Lafrenz entstaubte am letzten Donnerstag in der Buchhandlung Wortreich den Klassiker „Hamlet“ und präsentierte eine kommische, lockere Inszenierung; sehr zum Gefallen des zahlreichen Publikums.



Bernd Lavrenz vor seinen Masken in der Buchhandlung Wortreich in Glarus. (Bild: jhuber)
Bernd Lavrenz vor seinen Masken in der Buchhandlung Wortreich in Glarus. (Bild: jhuber)

Bühnenklassiker haben den Ruf ernst, düster und anspruchsvoll zu sein. Und nicht viel anders seint es da bei dem Klassiker schecht hin – Hamlet von William Shakespeare – zu sein. Die Interpretation von Bernd Lafrenz geht einen erfrischend anderen Weg. Er entstaubt den Klassiker in seiner Ein-Mann-Inszenierung. Er geht mit einer Lockerheit an den Klassiker ohne den Respekt an der Vorlage zu verlieren. Die Charaktere werden auf ihre Grundelemente reduziert, manchmal auch parodiert, und die Handlung durch den Erzähler aufgebrochen und aufs nötigste Verkürzt. Damit wird der Raum frei für ironische Seitenhiebe, beinahe Sitcom-reife Einlagen und vor allem den Einbezug des Publikums. Denn im Gegensatz zum „normalen“ Theater fordert Lafrenz die Zuschauer zum aktiven Mitmachen auf. Sie machen die passenden Geräusche beim Auftritt der einzelnen Rollen, übernehmen als Bäume die Funktion des Bühnenbilds, und sind teilweise sogar aktiv als handelnde Personen teil des Stücks. Dies gipfelte bei der Aufführung in der Buchhandlung Wortreich in Glarus in einer bravurösen Sterbeszene eines Zuschauers auf der Bühne.

Die erstmalige Theateraufführung im Wortreich hat mit dieser Hamlet-Inszenierung das passende Stück gefunden und die Atmosphäre zwischen den Werken auf Papier und live dürfte auch bei einem nächsten Mal ein interessiertes Publikum anlocken.