Sicherer Wert in einer unsicheren Branche

Die drei Tage «Sound of Glarus» lieferten wieder viel Musikgenuss und -stimmung auf dem Zaunplatz. In einer Zeit, in der viele Festivals leiden, nicht selbstverständlich, dürfte aber sicher auf das treue Glarner Grundpublikum und den erarbeiteten Namen des Anlasses zurückzuführen sein. Einmal mehr wusste das Stadt-Open-Air mit mehr stimmungsvollen Acts als mit internationalem Namen zu überzeugen.



(Bilder: ruedi kuchen)
(Bilder: ruedi kuchen)

Die diesjährige Durchführung des GLKB-Stadt-Open-Air «Sound of Glarus» zeigte sich wieder einmal sound- wie wettertechnisch von der vielseitigen Seite. Warm, trocken und sogar mit Vollmond zum Auftakt am Donnerstag, der nach «Florian Ast» vor allem den Auftritt von «Stephan Eicher» noch magischer erschienen lies. Der obligatorische Niederschlag am Freitag hinderte die zahlreichen Gäste nicht daran vor, allem bei «Mimiks» und zum Abschluss bei «Lo & Leduc» so richtig abzugehen. Das perfekte Festival-Wetter dann zum Abschluss am Samstag: leicht bedeckt, aber trocken und mit sehr angenehmen Temperaturen konnte man «Einfachben», «EDB» und «Kunz» so richtig geniessen. Die passende Ergänzung gab es neben den Acts auf der «GLKB»-Bühne jeweils auf der anderen Seite des Zaunschulhausen im glarnerSach-Village. Egal ob «Lea Wildhaber», «Déjavu», «Liv», «Kalles Kaviar», «Eukalyptus2», «Young Rebel Set» und zum Abschluss «Loveboy» waren Acts, die eher der Minderheit der Besucher vor dem «Sound of Glarus» ein Begriff gewesen sind, den meisten aber sicher grossen Eindruck und schöne Erlebnisse beschert haben.

Dass das «Sound of Glarus» wieder deutlich über Zehntausend Besucher begrüssen durfte, darf sicher als Erfolg für den Organisator bergklang gewertet werden. «Umso mehr, da die Festival-Branche aktuell schwierige Zeiten erleben», meinte Martin Huber am Sponsoren-Anlass. Marco Scherrer und Martin Jenny, die seit vielen Jahren das Line-Up zusammenstellen, führten die Probleme weiter aus. Ähnlich wie im Fussball können sich die grossen Player die besten und vor allem die internationalen Acts mit stetig steigenden Gagen abholen, dies führe aber auch dazu, dass allgemein die Preise für alle Bands und Künstler steigen. Die ersten Festivals mussten bereits die Segel streichen oder stehen unter grossem Druck. «Auch wir merken natürlich die allgemeine Situation, können aber auf eine breite Glarner Basis zählen», erklärt Huber weiter. Die Aufgabe für Scherrer und Jenny, aus den im Vergleich bescheidenen Mitteln, das beste Ergebnis für die Besucher zu finden, werde damit aber noch schwieriger. «Für internationale Acts braucht es zunehmend eine grössere Prise Glück. Dafür gibt es in der Schweiz eine gute und facettenreiche Musikszene.» Diese verfügen vielleicht noch nicht über den grossen Namen, bringen aber schon sehr starke Musik und eine überzeugende Bühnenpräsenz mit.

Für viele Besucher und sicher für die meisten Glarner, die bereits im Winter den Dreitages-Pass kauften – zu einem Zeitpunkt, an dem noch nicht das komplette Line-Up bekannt ist – ist aber schon seit Längerem das «Sound of Glarus» selbst der grösste Star. Denn die Besucher verwandeln das Stadt-Open-Air eben aus einem Festival in ein grosses gemeinsames Fest bei dem man sich trifft und jedes Mal einfach eine wundervolle Zeit erlebt.