Skatepark Glarnerland – zur Zeit noch eine Baustelle

Was vor zwei Jahren mit der Initiative von zwei jungen Glarner Kantonsschülern den Anfang nahm, steht nun kurz vor der Vollendung. Am Donnertag luden die beiden Initianten Andri Brügger und Michael Frefel, die Interessierten zur Besichtigung „ihrer“ Baustelle ein. Im Areal der linth-arena sgu Näfels entsteht der grösste Skatepark der Schweiz.



Michael Frefel und Nadri Brügger: beim Erklären der neu zu erstellenden Bowl Anlage für die Skater (Bild: ehuber)
Michael Frefel und Nadri Brügger: beim Erklären der neu zu erstellenden Bowl Anlage für die Skater (Bild: ehuber)

Für einen Laien der Skatebord Szene ist es schwer sich vorzustellen, wie der Park nach Vollendung aussehen wird. Überall sind Gräben, Erdaufschüttungen und teilweise betonierte aber auch bereits mit Mörtel fein überzogene Flächen zu sehen. Andeutungsweise sind Absätze und Vertiefungen zu sehen, welche später von den Skatern als Hindernisse zu überwinden oder überspringen sind.

Skaten bereits seit 1951

Man kennt Skaten bereits seit dem Jahre 1951, wie der Planer und Bauleiter des Parkes, Erwin Rechsteiner, den Anwesenden erklärte. Es ist nach seiner Meinung die Sportart mit der längsten Entwicklungsphase, denn auch noch nach über 50 Jahren ist Skaten nach wie vor im Trend. Organisiert ist dieser Sport nicht, es bestehen keine Verbände, es gibt keine Trainer aber es werden trotzdem Weltmeisterschaften und internationale Wettkämpfe durchgeführt. Auch existieren keine festen Regeln für die Bewertung, jeder Kampfrichter entscheidet nach seinem Gutdünken. Und trotzdem sind diese Wettkämpfe immer ein ganz spezieller Event und es fehlt auch nicht die lockere und fröhliche Stimmung.

Bowlbereich

Dieser Bowlbereich ist ähnlich einer Halfepipe beim Snowboardfahren und ist für den Bauherrn wie auch für den Baumeister Beni Landolt eine riesige Herausforderung. Für den Bau einer solchen Anlage fehlen jegliche Erfahrungen und unter verschiedenen Bewerbern hat ich schlussendlich Beni Landolt an diese Aufgabe herangewagt. Nach dem Aushub wurde ein gut 60 cm dicker Schotterbelag aufgebracht um die Anlage vor Frost zu schützen. Später wird noch gut 5 cm Spritzbeton aufgetragen bevor dann der letzte Belag aufgetragen und in mühsamer Handarbeit abgerieben wird. Oben bei der Bowl werden Stahlrohre anbetoniert um zum einen die Kanten zu schützen und zum Andern den Skatern die Möglichkeit zu geben, darauf zu „sliden“. Diese Rohre werden in einer Schlosserei angefertigt und dienen nach dem Einbetonieren dazu, die für die genauen Rundungen notwendige Schablone einzuhängen und zu führen. Nach Aussage von Landolt ist dies sehr wichtig, denn anders wäre es unmöglich die richtigen und überall gleichemässigen Radien anzubringen.

Streetbereich

Zwischen dem Bowl- und dem Streetbereich verläuuft eine kleine Strasse, welche die beiden unterschiedlichen Anlagen trennt. Der Streetbereich ist in der Anlage, wie es der Name bereits ausdrückt, den Situationen in den Städten nachempfunden. Hier gilt es Hindernisse wie kleine oder grössere Treppen zu überwinden, auf Geländer zu „sliden“ oder über verschiedene Hindernisse zu springen. Die Sportart entstand ursprünglich in den Städten der USA und die Kids fuhren auf ihren „Brettern“ in den Strassen von San Francisco oder New York. An verschiedenen Stellen wird im Moment intensiv gearbeitet und zwar wird der Feinabzug abgerieben. Eine sehr wichtige Arbeit, welche einiges an Kraft und Können verlangt. Durch den plötzlichen Regen von heute Mittag muss eine Fläche mühsam nachbearbeitet werden. Die Aüusführungen von Rechsteiner fanden unter den zahlreich erschienen Besuchern grosses Interesse und am Schluss seiner Führung waren noch verschiedene Fragen zu beantworten.

Eröffnungsfeier am 30. Juni 2007 ??

Eine Frage war, kann der Skatepark am 30. Juni tatsächlich eröffnet werden, denn es ist schwer vorstellbar, dass in den verbleibenden Tagen diese Anlage fertiggestellt werden kann. Dazu Fritz Brugger: „In der Tat wird es von Tag zu Tag schwerer, dieses Datum auch einzuhalten. Leider hat uns in den letzten Wochen das Wetter einen dicken Strich durch die Planung gemacht. Dazu kommt, dass die für die Bowl benötigten Stahlrohre mit einer Verspätung von über sechs Wochen geliefert werden. Dank der verbesserten Wirtschaftslage ist die Schlosserei mit Aufträgen überhäuft, was schlussendlich zu dieser Verzögerung geführt hat. Wenn wir sehen, dass die Anlage auf den 30. Juni nicht vollständing und perfekt fertiggestellt ist, werden wir die Eröffnung auf den 18./19. August verschieben. Wir haben zur Eröffnungsfeier einige der bekannten Schweizer Skater eingeladen und möchten ihnen keine halbwegs fertige Anlage zumuten. Zudem wäre das für das Image des Skateparkes keinesfalls förderlich. Wir lassen es auf uns zukommen, die Anlage ist dann fertig, wenn sie in allen Details fertig ist.“

Abschliessend bedankten sich die beiden Initianten Andri Brugger und Michael Frefel für das Interesse und gaben noch einen kleinen Vorgeschmack auf die Eröffnungsfeier des Skateparkes. Dieser sei im übrigen nicht nur der grösste Park dieser Art in der Schweiz, sondern auch der e inzige mit einer Nachtbeleuchtung.