Slidepictures – ziehen, schieben, ordnen

Im Foyer des Kantonspitals liessen sich unlängst eine bemerkenswert grosse Zahl von Vernissagebesuchern in eine ganz besondere Bildgestaltung einführen. Schöpfer dieser Slidepichtures ist der Stadtglarner Pierre Haefelfinger. Es sind farbenfrohe Unikate, die sich dann in immer neuer Form präsentieren, wenn man die aus beweglichen Streifen bestehenden bunten Muster zu ändern, neu zu ordnen beginnt.




Was durch den Betrachtenden mit spielerischer Leichtigkeit neu entsteht, hat mit sehr genauen, ideenreichen und kreativen Gestehungsprozessen zu tun, die ihren Ursprung im Ausgestalten der farbenstarken Motive australischer Ureinwohner, den Aboroigines, haben. An dieses Schaffen führte der Niederurnen Walter Schneider mit seiner Laudatio heran.

Begrüsst wurden alle von Susannne Jenny, Mitglied der Kunstkommission unseres Kantonsspitals. Sie wies darauf hin, dass das Kantonsspital pro Jahr zu drei ganz verschiedenen Ausstellungen einlade und damit ein Ort verschiedenster Begegnungen bleibe. In ihr Begrüssen schloss sie die Klarinettisten Hans Hämmerli, Roger Kern und Hansruedi Forrer ein. Sie setzten gern gehörte, willkommene musikalische Akzente, die gar gut zur Vielfalt der Bilder passten, viel Verspieltheit, Eleganz und Kurzweil zum Inhalt hatten.

Und dann wurde grad noch mit grosser Gastfreundschaft auf den vom Spital offerierten Apéro aufmerksam gemacht, damit zum Verweilen und Gedankenaustausch nach dem kurzen Rundgang eingeladen.

Walter Schneider zeigte die Vielseitigkeit, Beharrlichkeit, den Kunstsinn und die Suche nach Harmonischem, Farbenprächtigem, das Auseinandersetzen mit zuweilen streng geometrischen Grundmustern, deren Zusammenfügen Gliedern einfühlend auf. Pierre Haefelfinger hat sich den Slidepictures über beinahe 20 Jahre hinweg verschrieben und alles zu einer Perfektion gebracht, die Bewunderung weckt. Den Begriff Künstler, so Walter Schneider, liebe der Vielseitige nicht unbedingt. Seine Bilder bergen Verspieltheiten und eine gewisse Dynamik, die es zu wecken gilt, die dann stets Neues ergibt. Jedes Bild birgt eine Botschaft, die Pierre Haefelfinger erzählen könnte. Hauptberuflich war er einst als Architekt tätig, hatte mit präzisem, forderndem und oft willkommen kreativem Schaffen zu tun, das hat er beibehalten. Einige seiner Bilder widmet er ganz bestimmten Personen, beispielsweise dem Kreis der Bauhaus-Frauen. Und Walter Schneider forderte, dass man die Bilder nicht einfach betrachten soll, man müsse sie berühren, bewegen, das sei für einmal ausdrücklich erwünscht.

Haefelfingers Vielseitigkeit ist wahrlich bemerkenswert, er spielt hervorragend Querflöte, widmet sich dem Chorgesang und kegelt zuweilen mit Gleichgesinnten. Da komme kaum einmal Langeweile auf.

Pierre Haefelfinger dankte der Verwaltung des Kantonsspitals fürs Gastrecht, das einem Teil seines Schaffens über die kommenden vier Monate hinweg gewährt werde. Er dankte für die erlebte Gastfreundschaft und das Helfen zahlreicher Personen. Er erwähnte das riesige Interesse, die erlebte Anerkennung und viel interessante Gespräche. In etwa sei er beim 300. Bild in dieser Art angelangt. Begonnen habe er damit im Jahre 1998.

Man spürte beim Rundgang, dass viele mit Neugier und Freude die Bilder so bewegten, wie es Walter Schneider in seiner kurzweiligen Laudatio erwähnt hatte. Das freundschaftliche, heitere Treffen endete beim Apéro.