SM-Goldmedaille für Marina Mettler im Steinheben

Was der Aargau im Steinstossen, ist das Baselbiet im Steinheben – nämlich eine Hochburg. Aber auch die Biltner Nationalturner und Turnerinnen zeigten sich in den letzten sechs Landesmeisterschaften mit 13 erkämpften SM-Medaillen, dass ihnen nebst dem Nationalturnen und Sägemehlringen auch die Disziplinen Steinstossen und Steinheben behagen. Dabei geht über die Hälfte der Ausbeute (7 Medaillen) auf das Konto von Corina und Marina Mettler aus Bilten.




So reisten die zwei Schwestern am Samstag zwar mit unterschiedlichen Ambitionen, aber trotzdem viel Zuversicht, auf Medaillen-Zuwachs ins Baselbiet nach Wenslingen. Marina gelang die Titelverteidigerin nach einem spannenden Final, Corina die wegen einer Knieverletzung beinahe die gesamte Steinstosssaison verpasste, nahm nur am Steinheben teil, verpasste aber den Final der besten vier deutlich.

Die jüngere der beiden, Marina, hatte sich auch für den Wettbewerb im Steinstossen eingeschrieben. Ein erster nationaler Vergleich auf der Stufe Juniorinnen mit dem 6-kg-Stein stand an. Die FAGE-Lernende hätte es eigentlich draufgehabt, die Weite von gut 7,60 m zu liefern, die es für den Final gebraucht hätte. Mit 7,37 m verpasste sie dieses Vorhaben knapp und klassierte sich auf dem immer noch sehr guten 9. Schlussrang von 24 Kontrahentinnen. Die 17-Jährige wird mit Bestimmtheit in den folgenden Meisterschaften wieder zum Kreis der Favoritinnen gehören.

Finalkrimi mit dem besseren Ende für Marina Mettler

Als Titelverteidigerin im Steinheben (Juniorinnen 8 kg) lag die Goldmedaille für Marina Mettler sozusagen auf dem Tablet bereit. Trotzdem musste zuerst gehoben werden und dies in einer Vorrunde und später Frau gegen Frau in einem Halbfinal und Final. Ist in der Qualifikation nach Reglement noch mit beiden Armen zu heben, so muss in einem allfälligen Halbfinal oder Final nur noch mit einer Hand die Gegnerin übertrumpft werden, so wird das Ganze also auch zu einer taktischen Angelegenheit. Wer sich im Steinheben auskennt, der weiss, wie schnell der Granitklotz zu Boden fallen kann. So ist auch bei Athletinnen wie den Mettler Schwestern höchste Konzentration gefragt und dies ab der ersten Hebung. Marina startete stark, liess sich in der Vorrunde 41 Hebungen rechts und deren 37 links notieren. Dass diese 78 Hebungen nicht zur Führung reichten, überraschte auch das Betreuerteam. So taktierte die Biltnerin und absolvierte den Halbfinal mit ihrem «schwächeren» Arm, um für den Final Kräfte zu sparen. 28 Hebungen reichten im Halbfinal, um die Gegnerin zu besiegen und in den Final einzuziehen. Dort wartete Rahel Moser vom Steinheberteam Rütten, die in der Vorrunde mit 81 Hebungen an der Spitze lag. Es musste also davon ausgegangen werden, dass es für den Titel gut und gerne 50 Hebungen brauchte. Ein Duell auf Augenhöhe entschied Mettler schlussendlich mit unglaublichen 52 Hebungen gegenüber 51 zu ihren Gunsten. Diese SM-Goldmedaille musste hart erarbeitet werden und ist damit hochverdient. Damit hat die jüngere mit der älteren Schwester Corina, was SM-Medaillen im Steinstossen/Heben betrifft, mit vier Exemplaren gleichgezogen. Bleibt zu hoffen, dass dieses Familien-Duell uns in Zukunft noch viel Freude bereitet.

Steinheben-Niveau ist sehr hoch, Corina Mettler blieb trotz starker Leistung chancenlos

Die Schmerzen im Knie liessen Corina Mettler das ganze Jahr über nie beschwerdefrei trainieren. Dies ist mit ein Grund, dass die leidenschaftliche Stösserin nur wenige Erstkämpfe bestreiten konnte. Als sie am vergangenen Sonntag den Wanderpreis, welcher sie an der letztjährigen «Schwendener Chilbi» im Steinstossen gewonnen hatte, nach Appenzell zurückbrachte, konnte Corina einem Einsatz nicht widerstehen. Zum Erstaunen aller kehrte Corina mit dem Silberkranz ins Glarnerland heim, bravo! Trotzdem, für einen SM-Einsatz musste sie passen. Mettler hatte sich entschieden, nur den Wettkampf im Steinheben zu bestreiten. Im Elite-Feld der Heberinnen hat sich die SM-Fünfte des letzten Jahres bereits einen Namen gemacht, ist sie doch klar die Jüngste, die sich mit dem schweren Stein auseinandersetzt. Reichten bei der letzten Austragung noch 46 Hebungen für den Einzug unter die besten vier, benötigte man am vergangenen Samstag unglaubliche 66 Hebungen, Wahnsinn! Corina übertraf in der Vorrunde mit 43 Hebungen gar ihre momentane Trainingsresultate. Ihre sehr gute Leistung reichte am Schluss gerade mal für den zwölfter Rang unter den 22 Heberinnen. Wer Corina kennt, der weiss, dass ihre Ansprüche weit höher sind. Sie wird alles daransetzen, im nächsten Jahr wieder vorne mitmischen zu können.