So sieht unsere Mobilität im Jahr 2023 aus

Am Wochenende gibt es in Glarus viel zu sehen. Nostalgische Boliden jagen einander die Klausen-Bergstrecke hinauf und lassen den Rennspirit des legendären Klausenrennens wieder aufleben. Den Bogen in die Zukunft spannte heute der 3. Nationale Klausenkongress 2013. Rund 200 geladene Gäste horchten renommierten Fachleuten aus Forschung und Wirtschaft, die brennende Fragen zur Mobilität der Zukunft beantworteten.




Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Warum braucht es die elektrische Mobilität und wann kommt sie auf die Strasse? Welche Rolle spielen dabei erneuerbare Energien und der Energiespeicher Wasserstoff? Der Kanton Glarus und das Bundesamt für Energie luden Experten und Wirtschaftsvertreter aus nah und fern in das Kongress- und Festzelt auf dem Rathausplatz ein. Unter ihnen waren Prof. Dr. Andreas Züttel von der EMPA, der Forschungsleiter der Schaffhauser Georg Fischer Automotive AG, Guido Rau, und der Zukunftsforscher Lars Thomsen von der Zürcher future matters AG. Mit SRF «Einstein»-Mann Tobias Müller als Moderator entstand ein anregendes Symposium. Im Anschluss verfolgten die Gäste die technische Fahrzeugabnahme der Rennwagen auf dem Landsgemeindeplatz und hatten die Gelegenheit, selber Elektrofahrzeuge an der Ecocar-Expo auf dem Glarner Cityplatz zu testen.

Was die Wissenschaft weiss


Zukunftsforscher Lars Thomsen zeichnete ein erstaunliches Bild: «Elektrische Antriebe bilden bereits ab 2016 global gesehen in vielen Fahrzeugsegmenten die präferierte Antriebsform in Metropolregionen.» Diese Prognose stützt der Zürcher Zukunftsforscher auf Trends, Entwicklungen und Veränderungen in Technologie, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Der Trend hin zu elektrischen Antrieben eröffne neue Geschäftsmodelle für Energieversorger. Ähnlich wie in der Mobilfunkindustrie könnten sich «All you can drive»-Modelle durchsetzen: Angebot eines Fahrzeugs für einen Franken unter Abschluss eines 24-Monats-Vertrags mit einer monatlichen Flatrate für Leasing, Wartung, Versicherung und Ladung. Eine weitere interessante Prognose: Ab 2020 sollen alle neuen Fahrzeuge im Strassenbetrieb wesentlich besser und sicherer von Computern gefahren werden können, als durch Menschen. Ein Augenmerk auf die Energieeffizienz legten Prof. Dr. Andreas Züttel, Physiker bei der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) und Dr. Christopher H. Onder von der ETH Zürich. Prof. Dr. Züttel sprach dem Wasserstoff wegen seiner Effizienz eine entscheidende Rolle als Energieträger der Zukunft zu. Dr. Onder präsentierte das CO2-Potenzial hybrider Antriebssysteme.

Was die Praxis beschäftigt


Die elektrische Mobilität sei eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Energiewende. Über Erfolg oder Misserfolg werde die Effizienz der Fahrzeuge entscheiden. Dies sagte Josef Brusa, Geschäftsführer der BRUSA Elektronik AG. Oliver Dürr von der Schilling AG bestätigte und ergänzte: «Vor allem bei den Batterien wird eine Effizienzsteigerung immer wichtiger.» Neben den technologischen Aspekten werde aber auch die weitere Entwicklung des Gesamtenergiesystems, wie beispielsweise der Ölpreis, eine entscheidende Rolle spielen. Guido Rau, Forschungsleiter der Georg Fischer Automotive AG, wies indes auf die Zukunftsträchtigkeit des Leichtbau-Prinzips für Fahrzeugentwickler hin.