Solo-CD von Bandit

Nach grossen Erfolgen mit der Glarner HipHop-Combo „Luut&Tüütli“ veröffentlicht der Rapper Bandit sein erstes Solo-Album „Dr Letscht wos git“.



Erstes Soloalbum: Bandit mit “dr letscht wos git”. (Bild: zvg)
Erstes Soloalbum: Bandit mit “dr letscht wos git”. (Bild: zvg)

Es gab mal Zeiten, in denen hatte das Wort “Rap“ noch eine andere Bedeutung. Auch das Wort “MC“. Nicht jeder durfte sich so nennen, nicht alle, die eine CD von Eminem zuhause haben auch an eine HipHop-Party kommen. Damals trafen sich dort nur die, die aktiv etwas zur Szene beitrugen, die ihr Können, ihre “Skills“, in einem der vier Elemente des HipHop unter Beweis gestellt hatten. Patrick Mitidieri aus Bilten im Glarnerland war einer von ihnen. Ende der Achtziger Jahre, in sehr jungen Jahren, hatte er seine Leidenschaft für Rap entdeckt. Und dann ging er selber ans Werk: Erste Texte auf Italienisch, und kurz darauf, ermuntert durch die Stücke von P-27 und Black Tiger aus Basel auch auf Schweizerdeutsch. Auf Parties, in Kellern und an Strassenecken wurde dann in jahrelangem Sparring der Grundstein für die heutigen Skills gelegt.

Durchbruch mit Luut&Tüütli

Die Zeiten sind vorbei. HipHop hat sich mit den Jahren gewandelt und ist zu einer Mainstream-Kultur geworden. Viele der Werte sind im Laufe der Zeit auf der Strecke geblieben. “Es hat sich keineswegs alles zum Schlechten gewandelt“, sagt Bandit. “Gerade die musikalische Entwicklung finde ich völlig notwendig und gut. Ich möchte einfach, dass meine Zuhörer mitkriegen, was einen echten MC ausmacht.“ Sein erstes Soloalbum nach mehr als 15 Jahren als Rapper setzt dabei dort an, wo BANDIT mit seiner Gruppe Luut&Tüütli vor drei Jahren aufgehört hat. “Als chänteds Bärgä versetzä“ stieg von 0 auf Platz 15 in die Schweizer Album Charts und war eines der konstantesten Rap Alben, das die Schweiz je hervorgebracht hatte. Vor allem auch deshalb, weil es nichts Anderes im Sinn hatte, als Massstäbe in punkto Rap zu setzen. “Dr letscht wos git“ ist da teilweise ähnlich, und doch ziemlich anders.

Einblicke in die Rapper Seele

Es ist geprägt von BANDITs eigener Vision. Von seinen Erfahrungen im Schweizer “Rapgeschäft“ und seinem Leben. Der Albumtitel ist deswegen zwar leicht überspitzt, aber dennoch ernst gemeint. Aber vielleicht lieber noch mal generell: Dies ist ein Album. Mit einem Anfang, mit einem Ende, mit ebenso tiefen Einblicken in des Rappers Seele wie in die Ausschnitte der hübschen Damen auf der Tanzfläche. Und einem Rapper, der auch in den dunklen Momenten so souverän reimt, wie sonst kaum jemand in diesem Land. Dr letscht wos git.