Die Frühlings-Synode hatte aufgrund einer Motion von Pfarrer Richard Bloomfield und Daniel Sprüngli, Grosstal, lange darüber diskutiert, ob jeden Sonntag in jeder Kirchgemeinde Gottesdienst gefeiert werden müsse. Schliesslich wurde das Geschäft an eine synodale Kommission überwiesen. Deren Präsident, Hans Hefti aus Mitlödi, betonte, dass nun eine Lösung gefunden sei, die grosse Freiheiten zulasse.
Grundsätzlich soll an jedem Sonntag und an den festgelegten Feiertagen in jeder Kirchgemeinde bzw. Pastorationsgemeinschaft ein Gottesdienst stattfinden. Unter besonderen Umständen kann der örtliche Kirchenrat diese aber auf andere Wochentage legen oder einzelne Gottesdienste ausfallen lassen. Zudem können mehrere Kirchgemeinden gemeinsam einzelne Gottesdienste durchführen.
Heil versus Geld
Rege diskutiert wurde die Frage, wie die Kirche die Erhebung von Beiträgen für kirchliche Handlungen handhaben soll, wenn diese von Personen beansprucht werden, die nicht der Reformierten Kirche oder einer Mitgliedkirche des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) angehören. Der Kirchenrat legte dazu eine Änderung der entsprechenden Verordnung vor.
Andreas Hefti, Glarus, beantragte Rückweisung an den Kirchenrat, verbunden mit dem Wunsch, dass dieser in eigener Kompetenz eine Empfehlung herausgebe. Die Stossrichtung stimme zwar, doch könne man das Spannungsfeld zwischen Heil und Geld nicht in einer Verordnung lösen. Hiefür brauche es Gespräche und Verhandlungen in den Kirchgemeinden. Mit einer Verordnung sei dies nicht mehr möglich. Die Synode folgte dem Stadtglarner Kirchenratspräsidenten und wies die Verordnung mit allen gegen eine Stimme zurück.
Diskussionslos gutgeheissen wurde die neue Verordnung über den Fonds zur Mitfinanzierung kirchlicher Bauten, erarbeitet von einer synodalen Kommission unter Leitung von Frank P. Gross, Netstal. Ebenso einhellig passierten eine Anpassung der pfarramtlichen Stellenprozente im Grosstal sowie die Weiterführung des kirchlichen Sozialdienstes «help-point» an der kaufmännischen Berufsfachschule Glarus und der ALO-Projekte.
Keine Auflösung von Reserven
Das Budget 2009, erläutert von Quästor Markus Ramseier, brachte wieder einige Redner auf den Plan. Es rechnet mit einem kleinen Vorschlag, doch sieht es in Anlehnung an den Finanzplan 2008 bis 2012 die Auflösung von 40 000 Franken Vermögen vor. Fridolin Marti, Matt, beantragte namens der Präsidentenkonferenz Streichung dieses Postens.
Nach längerer Diskussion und einigem Hin und Her stimmte die Synode dem Streichungsantrag zu, verbunden mit der Aufforderung an den kantonalen Kirchenrat, trotz des nun budgetierten Defizits von rund 35 000 Franken eine ausgeglichene Rechnung 2009 zu präsentieren.
Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 1,75 Prozent (1 Prozent Finanzausgleich, 0,75 Prozent Laufende Rechnung).
Kirche im Aufbruch
Die Synode war mit einem Gottesdienst in der Stadtkirche Glarus, gestaltet von Pfarrerin Aline Kellenberger, eröffnet worden. Den Beratungen im Rathaus wohnten auch die Regierungsräte Jakob Kamm (Vizepräsident der Synode) und Röbi Marti bei. In seiner Rede zu Beginn der Verhandlungen wies Synodepräsident Christian Marti am Beispiel der Kirchgemeinden im Glarner Mittelland auf den Aufbruch hin, der auch die Kirche erfasst habe.
Ihr Gelübde als neue Synodemitglieder legten die beiden Pfarrerinnen Christina Brüll Beck aus Mollis und Carolin Weimer aus Schwanden ab.






