SP Glarus – klar links, aber nicht aus einem Guss

Die Nichtnomination von Daniel Jositsch als Zürcher SP-Ständeratskandidat hat eine alte Debatte neu entfacht. Gewisse bürgerliche Parteien und ihre Medien werden nicht müde zu behaupten, die SP bewege sich immer stärker in eine einzige Richtung – jene der Jungsozialisten. Wer aus solchen Debatten schliesst, die ganze Partei werde heute von einem einzigen politischen Flügel geprägt, sollte einen Blick auf die SP Glarus werfen.



SP Glarus – klar links, aber nicht aus einem Guss

Für die Landratswahlen kandidieren 49 Frauen und Männer auf den SP-Listen. Von 37 liegen detaillierte politische Profile vor (Smartvote-Profile). Sie erlauben einen ungewöhnlich direkten Blick auf die politischen Überzeugungen der Kandidierenden.

Die Profile zeigen eine Partei, die sozial und ökologisch klar links steht. Das überrascht nicht. Überraschend ist etwas anderes: Die SP ist keine Partei aus einem ideologischen Guss.

Die grosse Mehrheit steht für einen starken Sozialstaat, für den Schutz unserer Umwelt und für eine offene Gesellschaft. Gleichzeitig zeigen viele Profile eine bemerkenswerte Bodenhaftung. Nicht jede und jeder vertritt die gleichen Positionen zu Migration, Sicherheit oder Finanzpolitik. Dort zeigt sich eine Spannweite, die in nationalen Debatten oft übersehen wird.

Wer die Profile genauer liest, erkennt unterschiedliche politische Temperamente. Da sind klassische Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die vor allem konkrete Probleme lösen wollen. Da sind Kandidierende, die Fragen der Gleichstellung, der Familienmodelle, der Integration oder der Rechte von Minderheiten in den Vordergrund stellen. Und dazwischen steht eine breite Mitte, die soziale, ökologische und liberale Anliegen verbindet, ohne sich einem bestimmten Lager zuordnen zu lassen.

Auch die Menschen hinter diesen Profilen sprechen eine deutliche Sprache. Auf den Listen finden sich Schulleiterinnen und Schulleiter wie Samuel Zingg, Gesundheitsfachleute wie Sabine Steinmann und Dr. med. Raphael Micheroli, Kommunikationsspezialisten wie Nikolai Jenny, Lehrpersonen, Pflegefachpersonen, Ingenieure, Geistes- und Sozialwissenschaftler/-innen, Fachleute aus Wirtschaft und Verwaltung sowie ein ehemaliger Diplomat. Junge und ältere Menschen mit sehr unterschiedlichen Lebenswegen und Berufserfahrungen.

Gerade deshalb unterscheidet sich die SP Glarus vom Bild, das viele von ihr haben. Sie ist sozial und ökologisch klar links – aber zugleich vielfältiger, breiter abgestützt und pragmatischer, als die lautesten nationalen Debatten vermuten lassen.

Die SP Glarus ist nicht konservativ – aber ebenso wenig ein geschlossenes Lager.

Wer wissen will, wofür die SP Glarus steht, findet die Antwort nicht in der Propaganda ihrer politischen Gegner, sondern in den Profilen der SP-Kandidierenden.