Für einen besonderen Literaturgenuss sorgte der junge Autor Alfonso Hophan am Freitagabend im Chorraum der Stadtkirche. Mit ausgewählten Passagen aus seinem Buch «Die Chronik des Balthasar Hauser» versetzte er die Zuhörenden in das Glarus vor etwa 500 Jahren.
Er schaue zärtlich auf sein Buch, begann er die eindrückliche Lesung. Immerhin sei es nun sieben Jahre her, dass er das Buch geschrieben habe und er habe sich in dieser Zeit auch verändert.
Die Faszination für diese wichtige Epoche europäischer Geschichte war aber auch nach dieser Zeit deutlich zu spüren. Ihm sei es wichtig geworden, Reformation nicht nur im Grossen zu betrachten, sondern zu schauen, was es für den Einzelnen bedeutet haben muss, wenn sich eine ganze Gesellschaft im Aufbruch befindet.
Man dürfe nicht vergessen, dass diese Geschehnisse ja nicht nur im spirituellen Sinne einen Neuanfang brachten, sondern das ganze gesellschaftliche und politische Leben auf den Kopf stellte. Sich dort hineinzufühlen, was dies für die Menschen im Einzelnen bedeutet haben mag, das habe ihn nicht losgelassen.
Als Hauptfigur wählte der Autor deswegen den jungen Balthasar Hauser, ein Waisenkind aus Bilten, der in die wohlhabende und streng katholische Familie Hässi nach Glarus kommt. Familie Hässi war einst mit Ulrich Zwingli befreundet, der während 12 Jahren in Glarus als Priester tätig gewesen war. Was er nun jetzt im fernen Zürich ins Rollen bringt, schwappt auch mehr und mehr ins Glarnerland über. Balthasar Hauser verfolgt dies wissbegierig und das lässt ihn schon bald zum Grenzgänger zwischen dem alten und dem neuen Glauben werden. Alfonso Hophan vermag es, die grossen geschichtlichen Ereignisse um die Reformation und die kleinen Gedankengänge einen Heranwachsenden zu verknüpfen. Historisch präzise arbeitet er Fakten auf und bettet sie in eine fiktive Rahmenhandlung ein.
Der Vortrag am Freitag war ein Genuss, war es doch nicht nur das schriftliche Werk, das faszinierte, sondern auch der emotionale Vortrag von Alfonso Hophan, der die Zuhörenden in seinen Bann zog. Andrea Trümpy, Kirchenrätin in Glarus Riedern, und Pfarrer Sebastian Doll dankten dem Autor für diesen literarisch genussvollen Abend und luden im Anschluss zu einem Apéro, wo noch gerne über das Erlebte diskutiert wurde.
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