Spatenstich zum Neubau

Es war ein Spatenstich nach den Regeln des Social Distancing von Bundesrat Berset: zwei Vertreter der Glarner Krankenversicherung, der Architekt und der Bauführer, dazu der Journalist vom FRIDOLIN, alle mit mindestens zwei Meter Abstand. Am Montag, 30. März, um 09.30 Uhr begannen sie – mitten in der Corona-Pandemie – offiziell mit dem Neubau Glarner Krankenversicherung mit Wohnungen an der Abläsch in Schwanden. Der dazugehörende Apéro wird später nachgeholt.



Seit der Fusion der Krankenkasse Elm mit der Krankenkasse Luchsingen-Hätzingen zur Glarner Krankenversicherung 2011, ist diese zum grössten Krankenversicherer im Glarnerland gewachsen und bereits zweimal umgezogen. «Wir brauchten dringlich Räumlichkeiten», so Präsident Hansruedi Zopfi, «die den Bedürfnissen angepasst sind.» Man hatte mehrere Projekte vorangetrieben, doch diese seien nicht zustande gekommen. «Umso mehr freut mich dieser Spatenstich mitten in Zeiten von Corona. Man wird sich vielleicht in 50 Jahren noch daran erinnern, dass während der Pandemie auch etwas Positives begann.» Das jetzt realisierte Projekt geht aus einem Wettbewerb hervor, den die Marti AG Architekten, Matt, für sich entscheiden konnte.

Die Planer

Ein Planerteam aus dem Bauherrn Glarner Krankenversicherung, Schwanden, mit ihrem Bauherrenvertreter Kaspar Marti von Hauser + Marti, Glarus, wird mit dem Bauingenieur TBF Marti AG, Schwanden, und Bauleiter Fridolin Rhyner von Rhyner Baumanagement AG, Schwändi, das Projekt der Marti AG Architekten, Matt, in den kommenden 14 Monaten umsetzen. Nach dem Baubeginn mit dem Aushub will man den Rohbau bis November 2020 – inklusive Dach und Fenster – fertigstellen, damit danach mit dem Innenausbau begonnen werden kann. Im Juni 2021 wird der dreigeschossige Holzbau bezugsbereit sein.

Das Projekt

Am nördlichen Dorfeingang von Schwanden baut die Glarner Krankenversicherung ein neues Bürogebäude als Hauptsitz. Dazu gehören neben zwei Bürogeschossen im ersten und zweiten Stock vier Wohnungen und eine Einstellhalle für Fahrzeuge. Auf einem massiven Sockelgeschoss aus gestocktem Beton wird ein Holzbau errichtet. Innen wird er mit sichtbaren Stützen und Trägern aus Massivholz konstruiert sein, aussen bekommt das Gebäude eine Lochfassade aus sägerohem Fichtenholz. Die Fassadenelemente werden in Holzbau vorfabriziert, ein deutlich überstehendes Vordach wird die Fassade gut schützen.

Statisch gibt die Einstellhalle mit den Massen für die Autoparkplätze ein regelmässiges Gebäuderaster vor, das konsequent nach oben läuft. Alle Lasten werden direkt abgeleitet, das Raster regelt auch die Grössen der Büros und Zimmer, die Stützen und Träger laufen durch und sind im Inneren sichtbar. Das gewählte Prinzip garantiert für die langfristige Nutzung eine hohe Flexibilität, weil es einfach Veränderungen zulässt.

Situation und Gestaltung

Der gedeckte Hauptzugang für die Krankenversicherung und die Wohnungen liegen stirnseitig an der Südfassade. Ein Vorplatz bildet den Auftakt des Gebäudes, das längs entlang der Hauptstrasse steht. Gegen Osten hin bieten die Fenster einen schönen Blick ins Sernftal, gegen Süden ins Grosstal. Die Fassade des dreigeschossigen Holzbaus ist sägeroh, mehrfach gegliedert und «wächst» nach oben hin an. Der Sockel besteht aus gestocktem Sichtbeton, das Satteldach ist beidseitig mit Indach-Photovoltaik-Elementen gedeckt. Sie dient zur eigenen Stromproduktion, eine Holzheizung erzeugt die notwendige Wärme.

Glarner Krankenversicherung

Die Räumlichkeiten der Glarner Krankenversicherung erstrecken sich über die ersten zwei Geschosse. Die Büroräume sind entlang der Längsseiten aufgereiht. Die innere Erschliessung übernimmt zusätzliche Funktionen (Empfang, Küche, offene Büroräume) und greift an unterschiedlichen Stellen an die Fassade. Somit sind eine gute Belichtung gewährleistet und schöne Blickbeziehungen möglich. Eine interne, grosszügige Treppe verbindet die beiden Bürogeschosse auf einfache Art.

Wohnungen

Die Wohnungen werden über die gemeinsame Eingangshalle mit der Versicherung erschlossen und übernehmen das klare Tragprinzip von unten, die Balkone liegen an der Westfassade. Alle Räume im obersten Geschoss reichen bis unter die Dachschräge. Architekt Hansruedi Marti dankte der Bauherrschaft und wünschte eine gute und unfallfreie Bauphase.