sportglarnerland.ch schafft sich mehr politische Rechte

Statutenänderung mit mehr politischen Rechten für den Dachverband, erstmalige Auszeichnung eines verdienten Sportförderers, Aufnahme von zwei neuen Verbänden in den Dachverband und Zustimmung für das neue Geldspielgesetz. Das sind die Schlagzeilen der 5. Delegiertenversammlung des Dachverbandes «sportglarnerland.ch», welcher traditionsgemäss im altehrwürdigen Landratssaal in Glarus tagte. Die weiteren Sachgeschäfte passierten diskussionslos die Hürde der Versammlung.




Der Landratssaal in Glarus war für einmal nicht der Ort von hitzigen Diskussionen der Kantonsparlamentarier, sondern bot Gastrecht für ein anderes Parlament, nämlich für das Glarner Sportparlament namens «sportglarnerland.ch». Pünktlich um 19.00 Uhr eröffnete Verbandspräsident Christian Büttiker die 5. Delegiertenversammlung und hiess die anwesenden Delegierten aus verschiedenen Verbänden, Vereinen und Institutionen herzlich willkommen. Einen speziellen Willkommensgrus entbot er dem sportfreundlichen Regierungsrat und Sportminister Benjamin Mühlemann. Dieser überbrachte die Grüsse der Glarner Regierung. Er animierte die anwesende Sportlerfamilie, unbedingt an die diesjährige Landsgemeinde zu kommen, um über einen Kantonsbeitrag an die sanierungsbedürftige lintharena sgu abzustimmen.

Zustimmung für alle Sachgeschäfte

Von den 62 stimmberechtigten Delegierten fanden rund die Hälfte den Weg in den Landratssaal in Glarus.. Das von Sonya Kalcher lückenlos verfasste Protokoll der 4. Delegiertenversammlung und die sauber geführte Jahresrechnung 2017 von Marco Bücker fanden die uneingeschränkte Zustimmung aller Delegierten. Sichtlich erfreut zeigte sich Präsident Büttiker nach der ehrenvollen Aufnahme des Skiverbandes Sarganserland-Walensee SSW und dem Verband BASE Glarus in den Dachverband. Damit verzeichnet der Verband 66 Stimmberechtigte und 12 742 Mitglieder. 2018 ist kein Wahljahr. Präsident Büttiker und die weiteren Vorstandsmitglieder stellen sich für ein weiteres Amtsjahr zur Verfügung.

Verdiente Ehrung von Sportförderer Hans Winteler

Zum ersten Mal in der Geschichte von sportglarnerland.ch wurde ein grosser Förderer des Sports im Kanton Glarus ausgezeichnet. Die Wahl fiel ganz klar auf das Biltener Nationalturner-Urgestein Hans Winteler. Dem Geehrten war es Zeit seines Lebens ein Anliegen, den Nachwuchs zu fördern. Seine Lieblingssportart war zweifelsohne das Nationalturnen. In dieser Sportart war er über Jahrzehnte sehr erfolgreich und gar mancher Kranz schmückt sein Wohnhaus in Bilten. Bärenstark war Hans nicht nur während seiner Aktivzeit als Nationalturner, sondern später auch als versierter Trainer und kameradschaftlicher Turnerkamerad. Während seiner Aktivzeit hatte er zahlreiche Kränze gewonnen. In einer gehaltvollen Laudatio würdigte Präsident Büttiker nochmals die grossen Verdienste von Sportförderer Winteler. Akribisch und mit grosser Ausdauer habe dieser jahrzehntelang sich dem Sport gewidmet. Die Auszeichnung sei mehr als verdient.

Durchführung der Sportgala akut gefährdet

Die Durchführung der Sportgala ist nach Aussagen von Präsident Büttiker akut gefährdet. Dies sei zwar nicht neu, aber nach der letzten Abrechnung nicht mehr wegzudenken. Die Sponsorensuche für diesen tollen Anlass sei sehr aufwendig und gestalte sich immer schwieriger. Die Zeiten, dass ein Sponsor über drei Jahre sich mit 45 000 Franken beteilige, sei leider definitiv vorbei. Das jährliche Suchen nach neuen Sponsoren sei kaum mehr möglich und vor allem fehle die nötige Kontinuität. Der Vorstand von sportglarnerland.ch sei deshalb klar der Meinung, dass die Verbandsbeiträge und die Kantonalen Beiträge für die Verbandsarbeit nicht in erster Linie für eine tolle Sportgala verbraucht werden dürfe. Das wurde in den letzten zwei Jahren gemacht, aber hier müssten neue Lösungen gesucht werden. Die Sponsorensuche läuft auf Hochtouren und Ende Juni wird der Vorstand entscheiden müssen, wie die Sportlerehrung für das Jahr 2018 aussehen wird. Die finanziellen Möglichkeiten der Sportförderung müssen überprüft werden. Die alle drei Jahre aus dem Sportfonds entnommenen 50 000 Franken für die Machbarkeitsstudie machen sich jetzt doch bemerkbar, dies gegenüber der Aussage der Politik im ganzen Vorfeld der letztjährigen Landsgemeinde-Vorlage zum ESAF. Deshalb wird der Vorstand die nötigen Schritte einleiten und zu gegebenem Zeitpunkt die Öffentlichkeit darüber informieren.

Mehr politische Rechte für den Dachverband

Nach den ersten Erfahrungen zu den Empfehlungen zu «No Billag» und zu den Wahlen ist der Vorstand von glarnerland.ch der Meinung, dass Handlungs- und Klärungsbedarf besteht. Er ist der Meinung, dass die Statuten es möglich machen sollten, sich bei politischen Entscheidungen konsequenter für den Sport einzusetzen. Deshalb möchte er mit einer Änderung der Statuten die Grundlage schaffen, dass sich der Verband auch bei Wahlen klar für den Sport positionieren kann. Deshalb ist der Vorstand ganz klar der Meinung, dass sich der Verband nach einer breiten Abwägung in aller Konsequenz voll für den Sport einsetzen sollte und zwar über alle Parteien und Verbände hinaus. Die Delegierten stimmten dem Antrag des Vorstandes für eine Änderung der Statuten vorbehaltlos zu. Neu heisst es im Artikel 2.4 der Statuten: «Der Verband ist parteipolitisch und konfessionell neutral. Er kann sich jedoch politisch für Anliegen, welche dem Sport und der Sportförderung dienen, einsetzen.» Bei einer weiteren Statutenänderung beim Artikel 4.4 ging es um die Frist der Zustellung der Unterlagen für das Sportparlament. Hier ändert die Frist für die Zustellung der Einladung und der Traktandenliste von 40 Tagen auf 20 Tage. Abschliessend entschieden sich die Delegierten entsprechend, die Ausbauvariante der lintharena sgu sowie der Antrag zur Unterstützung der Kerninfrastrukturen der beiden Bergbahnen zu unterstützen.

Landsgemeinde-Abstimmungsempfehlungen

sportglarnerland.ch empfiehlt der Landsgemeinde, die Vorlage für die Sanierung plus Ausbau der lintharena sgu gemäss dem Regierungs- und Landratsbeschluss anzunehmen. Ebenso empfiehlt er, der Vorlage zur Unterstützung der touristischen Kerninfrastruktur unverändert zuzustimmen Und zu guter Letzt soll das Geldspielgesetz anlässlich der Eidgenössischen Volksabstimmung vom 10. Juni 2018 unbedingt angenommen werden.

Mit einem feinen Apéro zum Abschluss endete eine in jeder Beziehung sachlich und speditiv verlaufene 5. Delegiertenversammlung.