«Habe meine Entscheidung nie bereut»

An der Glarner Sportgala wurden nicht nur die aktuellen Leistungen der Glarner Sportlerinnen und Sportler gefeiert, sondern auch der kürzlich zurückgetretene Skirennfahrer Patrick Küng für seine Karriere geehrt.




«Es geht nicht nur um die Anzahl Siege, sondern oft bleibt man im Gedächtnis, weil man ganz spezielle Rennen gewonnen hat», erklärte Gregor Hagmann bei seinem Rückblick auf die Karriere von Patrick Küng zum Abschluss der Sportgala in der lintharena. Hier spielte er nicht nur auf seinen WM-Triumph 2015 in Veil an, sondern vor allem auch auf seinen Sieg ein Jahr zuvor bei dem Schweizer Abfahrtsklassiker am Lauberhorn in Wengen. Die Karriere des Obstaldners war dabei geprägt vom Auf und Ab, Rückschlägen, Verletzungen, aber auch immer wieder mit der unbändigen Leidenschaft, an die Weltspitze zurückzukehren. Und Hagmann muss es dabei sicher am besten wissen, wovon er spricht, war er doch jahrelang Küngs Konditionstrainer und hat zum Teil im Sportzentrum Filzbach live miterlebt, wie sich der Sportler in jeder Trainingseinheit ins Zeug legte und viel Schweiss vergoss. «Im Namen aller Glarner und Skifans bedanke ich mich für die schöne Zeit und die vielen Emotionen, die du in uns geweckt hast.» Küng selber bedankte sich im Gegenzug bei allen, die ihn unterstützten, aber auch am Fernseher die Daumen drückten. Seinen Entscheid, seine Karriere per sofort während der letzten Saison zu beenden, habe er seitdem noch keine Sekunde bereut. Nach seinem Trainingssturz am Lauberhorn gab er in diesem Frühjahr im Vorfeld der Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühl das Ende seiner Karriere bekannt. «Für viele war es eine Überraschung, für mich war es aber ein Entscheid, der schon länger gereift ist.» Er blicke zudem auf eine intensive und schöne Zeit im Sport zurück, sei nun aber gespannt, was ihm die Zukunft bringt. Ganz zum Abschluss ging es für Küng aber überraschend doch noch einmal auf die Ski. Im Rahmen des Showblocks des Mugg-Teams musste er nochmals eine Abfahrt bewältigen, und zwar auf der einmaligen Unterlage von zwei Alu-Leitern. Wie von einem wahren Champion zu erwarten, meisterte er die spezielle Mutprobe aber einmal mehr mit Bravour.

Zu Beginn der gewohnt stimmungsvollen Glarner Sportgala unter der Moderation von Markus Stadelmann und musikalisch umrahmt von der Big-Band «Hörälimaa Young Collective», stand aber der Nachwuchs im Fokus. Hier konnten sowohl die Nachwuchsportlerin Carina Lobnig (Rhythmische Gymnastik) als auch der Nachwuchsportler Gian-Andrin Tanno (Schwimmen) wie im Vorjahr die Kristallkugel in Empfang nehmen. Mit dem Weltmeistertitel des Teams Hösli zeigt der Curlingclub Glarus, dass er hier ein heisses Eisen für die Zukunft im Feuer hat. Der Club holte nach dem Nachwuchsteam im Anschluss auch die Kugel für das Aktiv-Team mit dem Silber-Erfolg an den Olympischen Spielen durch das Mixed-Duo Martin Rios und Jenny Perett. Bei den Männern holte Schwinger Roger Rychen seine zweite Kugel. Ein paar mehr stehen hier bei der Glarner Sportlerin Lydia Hiernickel auf dem Palmarès. Erhielt die erfolgreiche Langlaufläuferin doch bereits als erfolgreiche Juniorin einige Kugeln und konnte im letzten Jahr bereits nahtlos in der Kategorie Aktive anschliessen. Und auch in diesem Jahr brachte ihr unter anderem der Diplomrang in der Staffel bei den Olympischen Spielen die begehrte Trophäe.