Standortförderung: Aufwärtstrend im Kanton Glarus hält 2018 an

Die Glarner Standortförderung hat 2018 die Schaffung von 32 neuen Arbeitsplätzen begleitet. Gleichzeitig ist das kantonale Bruttoinlandprodukt gegenüber 2017 um rekordverdächtige 3,4 Prozent auf über 2,8 Milliarden Franken gewachsen. Auch die neue Veranstaltungsreihe «Innovationsapéro» und weitere Massnahmen sorgten für einen anhaltend positiven Trend.




2018 wurden im Kanton Glarus über alle Rechtsformen hinweg 189 Firmen eingetragen. Das entspricht einem Zuwachs von 8 Prozent und ist schweizweit ein Spitzenwert. Nur die Neugründungen (159) betrachtet, beträgt der Zuwachs sogar 20 Prozent. Das ist der zweite Platz hinter Appenzell Ausserrhoden. Zu den Neugründungen im Jahr 2018 zählt auch eine Ansiedlung aus dem Ausland. Gleichzeitig hat die Anzahl zugezogener Firmen aus anderen Kantonen (30) gegenüber 2017 deutlich abgenommen (-29%). Von den 30 durch die Standortförderung beratenen potenziellen Investoren wurden im Kanton Glarus vier in- und ausländische Firmen neu gegründet. Damit wurden neue 32 Arbeitsplätze geschaffen (+14%).

Erfreuliche Glarner Konjunktur und Exporte

Die Glarner Wirtschaft hat sich 2018 auch insgesamt ebenfalls erfreulich entwickelt. Das reale Wirtschaftswachstum liegt mit +2,7 Prozent sogar 0,1 Prozent über dem Schweizer Mittel[1]. Die robuste Wirtschaftsentwicklung knüpft an die goldigen 2000er-Jahre an, als die Glarner Wirtschaft jährlich real gegen 3 Prozent gewachsen ist. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung ist in erster Linie die gestiegene Produktion von Investitionsgütern (+5,2%), welche die seit zwei Jahren rückläufige Baubranche (2018: -3,2%) kompensiert.

Auch das Wachstum der Glarner Exporte[2] liegt leicht über demjenigen der Schweiz (+6,1% auf 662 Mio. Fr., Schweiz +5,7%). Es sind namentlich die Exporte nach ausserhalb der EU (+18,5%), die zu diesem positiven Ergebnis führen (z.B. USA: +26,8%, Russland: +41,6%). Die Exporte in die EU sind aber immerhin um 1,6% auf stattliche 460 Millionen Franken gewachsen. Mineralölerzeugnisse (+21,5%), Textilien (+12,4%), Erzeugnisse der Fahrzeugindustrie (+11,8%) und chemische Produkte inkl. Kunststoffe (+6,6%) fallen beim generellen Exportwachstum besonders auf.

Zielgerichtete Tourismusförderung – mehr Hotellogiernächte

Der 2018 zweimal einberufene Tourismusbeirat hat acht Gesuche um einzelbetriebliche Tourismusförderung unterstützt. Der Regierungsrat gewährte den Gesuchstellern schliesslich Beiträge aus dem Tourismusfonds. Fünf der Vorhaben betreffen Infrastrukturprojekte, drei davon stammen aus dem Beherbergungsbereich. Das begünstigt die Zahl der gebuchten Hotellogiernächte, die 2018 135 265 beträgt. Das entspricht einem Wachstum um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ist das beste Ergebnis seit sieben Jahren, wobei es heute zehn Hotelbetriebe weniger gibt als noch 2011. Die zielgerichtete und zum Teil namhafte Unterstützung der letzten Jahre aus dem Tourismusfonds für neue Beherbergungsangebote und das touristische Produktmanagement trägt demnach Früchte.

Weitere Wertschöpfungseffekte dank breitem Spektrum an Projekten

2018 leitete die Standortförderung diverse Projekte mit indirekten Effekten.

  • Innovationsförderung/Bestandespflege: Etablierung der quartalsweisen Veranstaltungsreihe «Innovationsapéro» (über 200 Teilnehmende total), Zusammenarbeit mit dem Institut für Jungunternehmen IFJ (2 Firmengründerkurse, 1 Startimpuls-Veranstaltung), Unterstützung des Innovationsvereins NüGlarus, 17 Firmenbesuche, 28 Firmenprojekte von bestehenden Firmen
  • Standortpromotion: Begleitung/Moderation zivile Nutzung Flugplatz Mollis, Begleitung der Aktivitäten von Kopter und des Helikopter-Clusters in Mollis (u.a. Auftritt am Bodensee Aerospace Meeting im März 2018), aktive Mitarbeit im Rahmen der Greater-Zurich-Area-Mitgliedschaft (u.a. Technologieforum in Bergamo), Mobilitätsforum Kerenzerbergrennen im Juni 2018 (über 100 Teilnehmende)
  • Standortentwicklung: Begleitung von zwei Arealentwicklungen, Ausarbeitung eines Konzeptes zum aktiven Flächenmanagement von Gemeinden und Kanton
  • Tourismusförderung: Begleitung und Überwachung Mandat Produktmanagement Glarnerland, Projektleitung zum Aufbau des Trägerschaftsmodells Tourismus und Freizeit im Glarnerland (neue Tourismusorganisation), Projektleitung Landsgemeinde-Vorlage « Öffentliche Mitfinanzierung von touristische Kerninfrastrukturen»
  • Regionalpolitik: Controlling und Begleitung des interkantonalen NRP-Projektes «sardona aktiv» und des kantonalen Projektes «Freiberg Wunder Natur»
  • Kantonsmarketing: Projektleitung und Betreuung Mandat Panta Rhei PR im Kantonsmarketing, knapp 1000 Berichterstattungen über das Glarnerland in Deutschschweizer Medien (ohne Berichte in Glarner Medien), Kampagne «Glarner Agenda», digitales Storytelling auf drei Online-Plattformen

Standortförderung mit vielseitigen Aufgaben

Die Glarner Standortförderung berichtet seit 2017 regelmässig über ihre Aktivitäten im Vorjahr. Die Fachstelle im Departement Volkswirtschaft und Inneres ist eine interessenfreie, kostenlose öffentliche Anlauf- und Auskunftstelle für Unternehmen und Investoren. Ihre Arbeit besteht aus den Bereichen Standortpromotion, Bestandespflege, Standortentwicklung, Tourismusförderung und Kantonsmarketing. Während Standortpromotion und Bestandespflege direkt auf die Schaffung von Arbeitsplätzen abzielen, unterstützen Standortentwicklung, Tourismusförderung und Kantonsmarketing dieses Ziel indirekt.

Aufgaben und Strategie der Glarner Standortförderung

Das Standortförderungsgesetz vom Mai 2013 regelt die Aufgaben und Ziele der Standortförderung detailliert. Zusammenfassend lassen sich die einzelnen Leistungsfelder und ihre Strategien folgendermassen umschreiben:

Die Standortpromotion betreut und akquiriert auftragsgemäss ansiedlungswillige Unternehmen. Während beispielsweise ein privater Immobilienvermittler dem potenziellen Investor nur eigene Parzellen bekannt gibt, kann die Standortpromotion jederzeit einen Überblick über die insgesamt im Kanton verfügbaren Flächen abgeben. Dabei wird vermehrt auf inländische Sitzverlegungen fokussiert, während weltweite Ansiedlungsanfragen von ausländischen Unternehmen auf Zuruf hin bearbeitet werden. In Kooperation mit der Greater Zurich Area wird der deutschsprachige Raum hingegen aktiv bearbeitet. Innerhalb des Kompetenzzentrums Helikopter in Mollis werden gezielt Firmen aus dem aviatiknahen Wertschöpfungsbereich akquiriert. Auf ein integrales Wohnortmarketing wird verzichtet.

Im Geschäftsfeld Bestandespflege werden bereits ansässige Unternehmen durch proaktive Firmenbesuche, gezielte Netzwerkveranstaltungen und Vermittlungsdienste gepflegt. Darüber hinaus kann die Standortförderung einzelbetriebliche Fördermittel beim Regierungsrat beantragen (Darlehen, Bürgschaften, Zinskostenbeteiligungen) oder Steuererleichterungen vermitteln. Die Standortförderung ist ausserdem für die Innovationsförderung verantwortlich, wobei hier die Vernetzung der Firmen (mittels Innovationsapéros) und die Vermittlung von Angeboten aus dem Wissens- und Technologietransfer im Vordergrund stehen.

Im Geschäftsfeld Standortentwicklung wird das Flächenmanagement forciert, um baureife Standorte mit Nutzungsreserven bereit zu halten. Gleichzeitig werden gezielt regionale Innovationssysteme (RIS) für KMU initiiert, z.B. in der Lebensmitteltechnologie. In Kooperation mit RIS-Ostschweiz werden zusätzliche Netzwerke in der Materialbearbeitung (Metall, Kunststoff, Holz, Baustoffe) angeboten.

Im Geschäftsfeld Tourismus/Kantonsmarketing soll bald der Aufbau einer Integrierten Kommunikationsorganisation Tourismus/Freizeit und Kantonsmarketing erfolgen, welche das Cross Branding mit Glarner Marken und Freizeitangebote weiter optimiert.

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