Sternstunden in Oberurnen

Ausdruckstark und stimmgewaltig ertönte das «Ave-Maria», gesungen von Nuria Fritschi, durch die Rautiturnhalle in Oberurnen. Das wunderschöne Musikstück repräsentierte die Jungfrau beim diesjährigen Thema «Sternzeichen». Zum einen, weil dies die Anrede der Jungfrau Maria ist und zum anderen, weil die gespielte Version von Beyoncé stammt, ihres Zeichens Jungfrau – zumindest im Sternbild.




Zu Beginn des Unterhaltungsabend begeisterten die Musikantinnen und Musikanten der Musikgesellschaft Oberurnen die Anwesenden mit dem «Graubündner-Marsch» von Heinrich Steinbeck, passend zum Sternzeichen des Steinbockes. Im Stück «Amonita» reisten die zahlreichen Anwesenden mit dem Verein nach Spanien. Der temperamentvolle, leichtfüssig daherkommenden Paso doble gilt als musikalische Interpretation des iberischen Nationalsports und wurde allen Stieren gewidmet.

«Aquarius», der Wassermann ist erfinderisch, freiheitsliebend, individualistisch, schöpferisch, kreativ, tolerant und unkonventionell. Dies, so Stefanie Knobel, die versiert durchs Programm führte, sind Eigenschaften, die den 68ern, der Hippie-Generation, zugeschrieben werden. Die beiden Songs «Aquarius» und «Let the Sunshine In» aus dem Erfolgsmusical Hair liessen die vollbesetzte Halle in den speziellen Groove dieser Zeit zurückkehren und das spezielle Hippie-Feeling erahnen.

Majestätisch, stark, lebensfreudig und unangefochten die Nummer eins unter den Tieren ist der Löwe. Genauso stark sind die Löwen in der Musikgesellschaft Oberurnen vertreten, nämlich mit sage und schreibe sechs Vertretern. Mit dem weltbekannten Song «The lion sleeps tonight» aus dem Jahr 1939 wurde dem König der Tiere die Referenz erwiesen und dem Publikum die Gelegenheit geboten, mitzusummen und zu schunkeln.

Einer der sechs Löwen, Christian Stucki, begeisterte mit dem gekonnt gespielten Saxophon-Solo in «Wind of Change» die Anwesenden. Auf dem Flügelhorn übernahmen Daniel Jenny und Hanspeter Legler die weiteren Solopartien. Die Scorpions landeten mit diesem Song einen Welthit und trafen mit ihm genau auf den Nerv der Zeit von Glasnost und Perestrojka.

Mit den Stücken «Astro Suite», «Waagebunden», «Under the sea» und «Danggä und uf (Widder)luägä» huldigten die engagierten Mitglieder der Musikgesellschaft weiteren Sternzeichen, bevor sie sich mit der Zugabe «Wilhelm Tell» verabschiedeten.

Nach einer kurzen Pause unterhielt die vereinseigene Theatergruppe mit ihrem Stück «Bsuech vom Mars» die Anwesenden. Lars vom Mars verpasste die Kurve auf dem Weg zur Milchstrasse und landete auf dem Rautihof in Oberurnen. Mit den damit verbundenen verwickelten und verzwickten Situationen wurden die Lachmuskeln des Publikums arg strapaziert.

Im Anschluss verlängerten verschiedenste Sternzeichen den angebrochenen Abend beim Knüpfen und Vertiefen von sozialen Kontakten zu den Klängen von Geri auf der Tanzbühne. Und die Tanzmuffels feierten himmlische Momente bei galaktischen Drinks an der Sternenbar. Über schwarze Löcher der Erinnerung am nächsten Tag wird Stillschweigen gewahrt.