Stiftungen: Familienstiftung feierte 200 Jahre Kommerzienrat Johann Jakob Blumer

Was für ein prachtvoller Festtag für die rund 200 Teilnehmer an den Jubiläumsfeierlichkeiten 200 Jahre Familienstiftung Johann Jakob Blumer. Nicht nur der türkisfarbene Oberblegisee spiegelte Festtagslaune.




Auch die eigens für diesen Anlass herausgeputzte, stiftungseigene Alp Oberblegi-Unterstafel inklusive Pächterfamilie Weber sowie die rund 200 Verwandten aus nah und fern, alle mit ursprünglicher Blumer-Abstammung, feierten in fröhlicher Stimmung den Nachlass von Kommerzienrat J. J. Blumer. Sogar aus England kam eine Delegation, um sich zu treffen, um sich auszutauschen und sich ihres «Erbonkels» zu gedenken.

Festansprache von Stiftungsobmann Fritz Stüssi

Feierliche Alphornklänge, vorgetragen durch Eckhard Raster, weckten in der herrlichen Alpenwelt heimatliche Gefühle. Dazu passend als musikalischer Background die «Urchigen Glarner» mit Ernst und Beatrice Jakober sowie Theres Achermann am Bass. Das Trio sorgte für ausgelassene Stimmung und Gemütlichkeit. Ebenfalls in bester Festtagslaune zeigte sich der Stiftungsobmann Fritz Stüssi. Mit einer launigen Ansprache eröffnete er den offiziellen Teil zum Lebensweg des Testators Johann Jakob Blumer, der von 1749 – 1822 lebte. In jungen Jahren wanderte Blumer in Anbetracht der kargen, armseligen Zeit im Glarnerland nach Russland aus. Er wirkte dort als erfolgreicher Handelsmann. Als im Glarnerland ausgebildeter Schmied wurde er in Russland zum Erfinder des Webstuhls und damit zum Gründer der russischen Teppichindustrie. Zar Alexander I. würdigte seine grossen Verdienste mit der Ernennung zum Kommerzienrat. Von seinem Reichtum gab er seinen in Schwanden verbliebenen Angehörigen einen Teil zurück, indem er die grosse Alp Oberblegi oberhalb Luchsingen und die Hälfte des Pfarrhauses in Schwanden erwarb. Ebenso erinnerte er sich armen Menschen in Schwanden, die er gerne unterstützte.

Chronik «200 Jahre Familienstiftung J. J. Blumer»

Fritz Stüssi bedanke sich speziell beim Exil-Netstaler und heute in Mettmenstetten wohnhafte Martin Bosshard, der Verfasser des prächtigen Jubiläumsbuches «200 Jahre Familienstiftung Johann Jakob Blumer» ist und dank seiner akribischen Arbeit ein grossartiges Werk für die grosse Stiftungsfamilie und der Nachwelt geschaffen hat. Das Buch zeigt eindrücklich die bewegte geschichtliche Entwicklung dieser 200 Jahre. Übrigens kann dieses bebilderte Buch zum Spezialpreis von 25 Franken bei der Stiftung bezogen werden!

Bergpredigt und Grussadressen

Pfarrer Eckhard Raster verstand es mit seinen ökumenischen Worten dem Anlass in dieser herrlichen Bergkulisse einen würdigen Rahmen zu schaffen. Landammann Dr. Andrea Bettiga, soeben von seiner Reise nach New Glaris zurück, wies in seiner Rede auf den Pioniergeist unserer Glarner Auswanderer hin. Ein Pioniergeist, der auf die damaligen harten Existenzbedingungen im Glarnerland hinweisen. Gemeindepräsident Mathias Vögeli von Glarus Süd erläuterte aktuelle Themen aus seiner Gemeinde, die notabene rund 40 Alpen zu betreuen hat. Dabei verstand er es vortrefflich, den aufmerksamen Zuhörern aufzuzeigen, dass trotz eines doch recht hohen Ausgabenvolumens unsere Alpen eine wichtige bedeutende Stellung in unserem Gebirgskanton einnehmen.

Ein vorzügliches Mittagessen, dazu eine fröhliche und ausgelassene Festtagsstimmung, ein Verdienst der «Urchigen Glarner», gemütliches Beisammen im Kreise von Gästen aus Politik, Verwaltung und Gönnern rundeten diese gelungene Familien-Jubiläumsfeier ab. Eines ist sicher: Kommerzienrat Johann Jakob Blumer selig hätte sich riesig gefreut, an dieser, ihm gewidmeten Feier teilzunehmen.