Stillstand ist Rückschritt

«Wann haben Sie zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht?» Die Aufforderung, sich aus der persönlichen Komfortzone zu geben und Neues zu wagen, stand im Zentrum der Rede von Regierungsrat Kaspar Becker an der diesjährigen Bundesfeier in Oberurnen.




Die persönliche Komfortzone zu verlassen braucht viel Mut, denn damit verbunden sind immer die Unsicherheit und die Ungewissheit. Es steht nirgends geschrieben, dass etwas Neues auch wirklich funktioniert. Und deshalb, so Regierungsrat Kaspar Becker, bleibt der Mensch lieber beim Vertrauten. Dennoch, der Stolz, die Zufriedenheit und die Freude bei einem gelungenen Versuch von etwas Neuem überwiege bei Weitem die Unsicherheit und Angst, welche von diesem Schritt abhalten könnten.

Der Glaube, dass am jetzigen Stand festzuhalten heisse, ihn bewahren zu können, ist ein Trugschluss. Die Welt um uns ändert sich fortlaufend und deshalb, so der Festredner, sollen wir uns lieber aktiv und bewusst verändern, als durch äussere Einflüsse verändert zu werden.

«Man kann die Welt oder sich selbst ändern. Das zweite ist schwieriger», hielt Mark Twain fest. Ja, es ist nicht immer einfach, selber etwas anzupacken. Einfacher ist es, zu fordern, dass sich etwas ändern soll. Veränderungen aber lassen sich nicht abschieben, sie gehen von uns persönlich aus, hielt Kaspar Becker fest. Und er forderte alle auf, an unserem Kanton, an unserer Schweiz und auch,- und vor allem, an uns selber zu arbeiten. Dazu braucht es Mut und eine Prise Unbeschwertheit. Und dazu gab er den Anwesenden einen Leitspruch von Pippi Langstrumpf mit auf den Weg: «Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut.»

Vor der Rede unterhielt die Musikgesellschaft Oberurnen unter der Direktion von Helmut Fritschi die zahlreich anwesenden Gäste. Nach der Landeshymne zu Ehren der Schweiz spielten Kurt Zwicky und Otto Manhart zu Freude der Anwesenden bis spät in die warme Nacht hinein. Zur Feier hatte der Verkehrsverein Oberurnen unter dem Präsidium von Roger Fischli eingeladen.