Es ist der berechtigte Stolz jedes Viehzüchters, wenn er aus einer Stammkuh in seinem Stall eine ganze Familie präsentieren kann. Unter einer weiblichen Zuchtfamilie versteht man eine Stammkuh mit ihren Töchtern und Söhnen.
Bei der ersten Beurteilung müssen mind. 4 Nachkommen aufgeführt werden, davon 2 Kühe mit einer Laktation von mind. 270 Tagen.
Keine alltäglichen Anforderungen und daher bei der Aufführung und Ausstellung auf dem jeweiligen Hof von interessiertem Publikum begleitet.
Beurteilung und Klassierung
Die Beurteilung der weiblichen Zuchtfamilien erfolgt im Frühjahr durch Experten von Braunvieh Schweiz. Jede Familie wird als Gruppe beurteilt.
Im Kanton Glarus übernahm die Aufgabe der Punktierung Verbandsexperte von Braunvieh Schweiz, Stefan Knecht aus Feldbach. «Wir haben rund 160 Zuchtfamilien in diesem Frühjahr, die wir präsentieren dürfen», so Knecht bei seiner Begrüssung bei der ersten Zuchtfamilie von Samuel Elmer in Elm.
Mit der 10-jährigen Stammkuh Perle präsentierte der Junglandwirt Elmer und seine Familie fünf ihrer Nachkommen – darunter auch Wolga, der zweite Preis am ESAF 2025. Zuchtstier Hägar erlangte in Mollis ebenfalls Bekanntheit und ist ein Nachkomme von Perle.
Ein Teil der Punktzahl machen dabei die sogenannten «inneren Werte» aus. Diese werden aufgrund der ausgewerteten Daten, unter anderem der Milchwerte oder Fruchtbarkeit errechnet, und gehen bis maximal 45 bei Brown Swiss Tieren, bei Original Braunvieh bis 40. Am Tag der Ausstellung der Kuh-Familie kommen dann die äusseren Werte, also die Beurteilung des Exterieurs, des Experten dazu. Hier fliessen Fundament, Rahmen, Euter sowie bei Original Braunvieh Tieren die Bemuskelung mit ein. Dies bei einem Maximum von 50 Punkten. Anhand des Punktetotals gelten Zuchtfamilien ab 75 Punkten als vorzüglich, 60 bis 74 Punkte als gute bis sehr gute Familien.
Mit 78 Punkten erhielt Familie Samuel Elmer eine erfreuliche Bewertung ihrer Viehzucht.
Reise durch den Kanton
Weiter ging die Reise durch den ganzen Kanton, zunächst zu Familie Stüssi nach Riedern. Dort wurde Miranda mit vier Nachkommen ausgestellt und mit einer Note von sehr guten 80 Punkten bewertet.
Nach der Reise ins Oberseetal hoch über Näfels erschloss sich den Interessierten ein weiteres einmaliges Bild. Sieben Tiere von Familie Albin Fischli waren an der Latte, Edelweiss und sechs ihrer Nachkommen. Ihre Bewertung: 78 Punkte.
Schliesslich fand die Tagesreise auf die Glarner Höfe in Bilten einen weiteren Treffpunkt.
Gisela und vier ihrer Nachkommen gehören dem Braunviehzüchter Alfred Oswald und erhielten 75 Punkte. Daneben die im gleichen Stall lebende, aber einem Urner Züchter gehörende, Stammkuh Belinda. Auch sie zeigte sich gleich mit sechs Nachkommen – dafür erhielt Züchter Klaus Imhof für seine Tiere 71 Punkte.
Überall wo Experte Knecht, die der Reise folgenden Züchter/-innen oder die vorbeischauenden Nachbarn, an diesem Tag ihr Interesse an den Kuhfamilien zeigten, wurden sie von den Bauernfamilien grosszügig bewirtet und genossen bei gemütlichem Zusammensein den fachlichen Viehzüchteraustausch.








