Streiten dürfen, doch wie damit umgehen?

Streit gibt es in jeder Familie und dabei darf es auch mal laut werden. Doch Streiten will gelernt sein. Oft sitzt die Ursache für einen Konflikt tiefer, als der „Auslöser“ einer Streitigkeit vermuten lässt, wie Irena Zweifel Schiesser in einem intensiven Workshop aufzeigte.



Irena Zweifel Schiesser beeindruckte alle Teilnehmenden durch viele gute Impulse
Irena Zweifel Schiesser beeindruckte alle Teilnehmenden durch viele gute Impulse

Konflikte sollen und können gelöst werden, wann immer möglich innerhalb der Familie oder sonst durch Beanspruchung einer aussenstehenden Fachperson. Ungelöste Konflikte wirken unterschwellig weiter und die Spannungen wachsen an. Damit eine unkontrollierte Entladung eines Konfliktes frühzeitig entschärft werden kann, dazu gab Irena Zweifel Schiesser im Workshop zum Thema „Streiten dürfen“ einige wichtige Anregungen.
Wichtig ist, dass das im Folgenden gesagte für Kinder ab vier Jahren gilt, da Kleinkinder noch nicht in der Lage sind, ihr Tun zu reflektieren und noch nicht die Sprachfähigkeit besitzen, um sich klar auszudrücken über das „Warum“. Hier gilt es, einfühlsam und beruhigend auf einen Konflikt einzugehen, falls dies überhaupt notwendig erscheint. Denn Kinder dürfen miteinander zanken, ohne dass Erwachsene gleich einschreiten müssen. Ist jedoch bei älteren Kindern immer wieder die gleiche Ursache auszumachen, die zu einem Streit führt, dann gilt es, aktiv einzugreifen, jedoch auch hier wieder dem Alter entsprechend.

Konflikte kreativ lösen

Es gibt verschiedene Lösungsmittel, um die Ursache eines seit längerem schwellenden Konfliktes zu ergründen. Ein „Streitsäckli“ sollte immer an einem zentralen Ort gut sichtbar für alle bereit liegen. In diesem Säcklein hat es beispielsweise durch die Kinder selbst gemalte Karten, die verschiedene Gefühlszustände darstellen. Und einige Steine sind darin auch enthalten, die im Laufe des Gespräches auf eines oder mehrere Kärtchen gelegt werden. Und ebenso kann mit einem Steitseil verfahren werden, das drei oder mehr Knoten aufweist. Jeder Knoten dient dazu, um im gemeinsamen Gespräch langsam Ruhe und auch Klärung der Ursachen zu finden, die zu einem Streit führten.
Zentral bei diesen beiden Beispielen wie auch bei allen anderen Möglichkeiten nach der Ursachensuche ist, dass eine durch Kinder selbst geäusserte Lösung immer besser ist als eine durch die Erwachsenen formulierte und bestimmte. Denn durch die regelmässige Anwendung von Konfliktlösungs-Instrumenten lernen Kinder schon früh Konfliktfähigkeit, die ihnen im späteren Leben ausserhalb der Familie zugute kommen wird.
Die zahlreichen Teilnehmenden am Workshop konnten wieder einmal mehr viele positive Impulse mit nach Hause nehmen. Denn es ist enorm wichtig, immer wieder die Konfliktauslöser zu hinterfragen und die Suche nach deren – mehrheitlich tiefer liegenden – Ursache in jedem Lebensalter aktiv anzugehen. Denn auch wir Erwachsene sind nicht frei von Konflikten.