Stressreaktionen

Wie reagieren Sie auf Stress? Die Coopzeitung hat dazu eine Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse sind teils widersprüchlich.




Ist es Zufall, dass die Stress-Umfrage in der ersten Ausgabe der Coopzeitung im neuen Jahr erscheint? Hat die Redaktion da wohl noch den Dezemberstress vor Augen? Wie dem auch sei, die Frage, wie sich grosser Stress auswirkt, wird ganz unterschiedlich beantwortet.

Viele Menschen reagieren mit schlechter Laune oder Schlafstörungen. Andere wiederum laufen zur Höchstform auf oder verspüren körperliche Schmerzen. Während es einigen den Appetit verschlägt, kommt es bei anderen zu Heisshungerattacken – wohl nicht so günstig nach der Festtagsschlemmerei. Und dann gibt es auch Leute, die mehr Suchtmittel konsumieren.

Was sagt uns diese Umfrage? Nicht viel. Höchstens dass jeder und jede unterschiedlich reagiert. Frauen scheinen laut der Umfrage generell eher heftige Symptome zu entwickeln. Und Personen über 60 sollen gelassener reagieren bei zu grosser Belastung. Ob das wirklich stimmt?

Mehr Substanz hat die Titelgeschichte zum gleichen Thema unter dem Titel «Gestresst? So finden Sie zur Ruhe». Da wird das Beispiel von Anna S. erzählt, die sich selber als Perfektionistin bezeichnet und alles unter Kontrolle haben will. Als sie Mutter wird, gelingt ihr das nicht mehr. Die chronischen Stresssituationen wachsen ihr über den Kopf. Sie entscheidet sich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, und kündigt schliesslich ihren Job.

Stress ist aber nicht nur negativ. Eigentlich ist er die Alarmreaktion des Körpers auf eine unerwartete, lebensbedrohliche Situation. Er sorgt für Kraft und Vitalität und stärkt uns im Überlebenskampf. Doch auch hier gilt, wie bei allem: Die Dosis macht das Gift. Schädlich ist Stress, wenn er zu lang andauert. «Während eines längeren Zeitraums im roten Bereich zu laufen, kann irgendwann zum Zusammenbruch führen», heisst es in der Titelgeschichte. Deshalb ist die Reaktion von Anna S., die Notbremse zu ziehen und sich Hilfe zu suchen, goldrichtig.

Die Coopzeitung gibt Tipps, wie man den eigenen Stress lindern kann: Bewegung, tief durchatmen, Yoga, autogenes Training/Meditation, soziale Kontakte, Dankbarkeit/Freundlichkeit pflegen, Pausen einlegen, Tiere streicheln oder sich rechtzeitig Hilfe suchen. Die Liste ist nicht abschliessend gemeint. Denn auch hier gilt: Jeder und jede reagiert unterschiedlich. Was für einen am besten ist, muss man selber herausfinden.

Na denn: Auf ein möglichst stressfreies 2017!