Stützpunkt Glarus Mitte eröffnet

Im Rahmen der Kantonalisierung des Sozial- und Vormundschaftswesens werden die Sozialen Dienste künftig auf drei Stützpunkte aufgeteilt. Glarus Mitte wurde am vergangenen Mittwoch eröffnet.



Der Stützpunktkt Glarus Mitte der Sozialen Dienste befindet sich an der Winkelstrasse 22 in Glarus. (Bild Madeleine Kuhn-Baer)
Der Stützpunktkt Glarus Mitte der Sozialen Dienste befindet sich an der Winkelstrasse 22 in Glarus. (Bild Madeleine Kuhn-Baer)

Emsiges Treiben herrschte am vergangenen Mittwoch an der Winkelstrasse 22 in Glarus. Mit der Eröffnung des Stützpunktes Glarus Mitte startete die Abteilung Soziale Dienste des Departementes für Volkswirtschaft und Inneres ihre operative Tätigkeit. 565 Stellenprozente sind für Glarus Mitte bewilligt, 530 werden derzeit von sieben Personen wahrgenommen. Dazu gehört auch Willi Hunziker, Leiter der Abteilung Soziale Dienste. Sein Büro befindet sich ebenfalls im Stützpunkt Glarus Mitte, doch ist er verantwortlich für den ganzen Bereich.

Vereinheitlichung als Herausforderung


Das Sozialamt Glarus-Riedern übergab am Mittwoch rund 100 laufende Dossiers. Damit ist die Winkelstrasse 22 ab sofort Anlaufstelle für die Klienten aus den beiden Gemeinden, ebenso für Ennenda, welches die Dossiers auch übergeben hat. Netstal folgt später. Trotz der operativen Übergabe liegt die Entscheidungsbefugnis bis Ende Jahr aber noch bei den örtlichen Sozialbehörden. Neben der Sozialhilfe ist der Stützpunkt Glarus Mitte auch für die zivilrechtliche Mandatsführung sowie für die jugendstrafrechtliche Mandatsführung zuständig.

Luca Giacobini, Leiter des Sozialamtes Glarus-Riedern, sprach sich für die Kantonalisierung aus: «Es ist eine Chance, dass es im Kanton zu einer Vereinheitlichung und damit zu einer Klarheit für die Klienten kommt. Wichtig ist, dass die qualitativ hochstehende Arbeit weitergeführt wird.»

Diese angestrebte Vereinheitlichung stelle eine grundsätzliche Herausforderung dar und brauche Zeit, sagte Abteilungsleiter Willi Hunziker. Er sei froh, noch auf die Mitarbeiter aus den Gemeinden, die neu beim Kanton angestellt seien, zurückgreifen zu können. Denn für die Sozialhilfeempfänger soll sich bis Ende Jahr nichts ändern ausser der neuen Adresse.

Befindlichkeit spüren


Jakob Beglinger, Leiter der Hauptabteilung Soziales und hauptverantwortlich für den anspruchsvollen Umsetzungsprozess, war beim Start an der Winkelstrasse 22 ebenfalls mit dabei. Ihn beschäftigt derzeit der emotionale Teil der Kantonalisierung am meisten: «Die Angestellten sind zum Teil noch verunsichert angesichts der Neuorientierung. Da muss ich mir Zeit nehmen, um ihre Sorgen und Nöte wahrzunehmen. Sie stehen der Umstrukturierung aber positiv gegenüber und zeigen grossen Willen. Es kommt gut», meinte er.

Die Kantonalisierung des Sozial- und Vormundschaftswesens wird am 1. Januar 2008 vollzogen sein. Sie gehört zu den zentralen Vorhaben im Rahmen der Gemeindestrukturreform «GL 2011: 3 starke Gemeinden – 1 wettbewerbsfähiger Kanton».