«SWISSCOY» im Kosovo

Das Schweizer Einsatzkontingent SWISSCOY ist seit dem Jahre 1999 unter der Leitung der NATO im Kosovo präsent. Die Glarner Offiziersgesellschaft durfte –in Anwesenheit des Regierungsrates, Dr. Andrea Bettiga, Vorsteher des Departements Sicherheit und Justiz – den Kommandanten des 20. Kontingents (im Jahr 2009), Oberst Karl Küng, als Referenten begrüssen, der seine Erfahrungen als National Contingent Commander NCC den Anwesenden mit allen verfügbaren, audiovisuellen Mitteln sehr realitätsnah präsentierte.



Oberst Karl Küng
Oberst Karl Küng

Die NATO hat den Kosovo in fünf Verantwortungsbereiche aufgeteilt und jeder dieser Bereiche ist einer sogenannten „Lead-Nation“ zugeordnet. Die Truppen der Schweiz sind im österreichischen Kontingent eingegliedert, dessen Hauptcamp sich im südlichen Teil des Kosovo im "Camp Casablanca" in Suharekë befindet.

Schweiz als Partner

Das Schweizer Kontingent "Swisscoy" besteht aus 220 Soldatinnen und Soldaten und stellt eine Infanteriekompanie für Sicherungs-/Bewachungs- und Beschützungsaufträge zuständig sind und eine Logistikkompanie, deren Soldaten unter anderem die Sanitätsbelange und die Wasseraufbereitung/-versorgung im Camp Casablanca sicherstellen. Die von der Schweiz ebenfalls im Einsatz stehenden Logistikmittel wie zum Beispiel der Superpuma werden nicht zuletzt wegen ihrer Kapazitäten allseits sehr geschätzt.

Mandat

Das Mandat der SWISSCOY beruht auf der UNO-Resolution 1244. Die Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats (UNSCR 1244) vom 10. Juni 1999, in der Öffentlichkeit auch als Kosovo-Resolution bekannt, bildet die völkerrechtliche Grundlage für die Einrichtung der Übergangsverwaltungsmission der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK), durch die eine Zivilverwaltung im Kosovo eingerichtet wurde. Weiterhin wird der Bundesrepublik Jugoslawien in der Resolution ihre „territoriale Unversehrtheit“ zugesichert. Die Resolution 1244 markierte gleichzeitig das Ende der gewalttätigen Auseinandersetzung des Kosovokrieges.

Geschichte

Im Sommer 1999 ermächtigte der Bundesrat das VBS das österreichische Kontingent im Kosovo – die AUCON – bis Ende 2000 zu unterstützen. Es wurden 160 unbewaffnete Soldaten entsandt, deren Know How mehr auf ihrem beruflichen als auf ihrem militärischem Wissen beruhte. Die bis dato unbewaffneten Soldaten wurden 2001 bewaffnet.
2002 erhöhte man die Anzahl Soldaten auf 220 der Einsatz im Jahre 2008 durch das Schweizer Parlament bis 2011 verlängert wurde.

Ausbildung

Die für den Einsatz im Kosovo ausgehobenen Schweizer werden in Stans nebst ihrer Basisausbildung mit einer funktionsbezogenen und einer fachdienstlichen Ausbildung auf ihren bevorstehenden Einsatz vorbereitet.
Die Ausbilder sind angestellte des VBS, ehemalige eines SWISSCOY-Kontingents wie auch zivile Ausbilder.
Die Ausbildung ist auf den schlimmsten Fall, den Kriegsfall ausgerichtet. Die dabei angewandten Übungen waren denn auch aus der Sicht des Kommandanten für den Einsatz vor Ort von grösster Wichtigkeit.

Der Kosovo heute

Die Sicherheitslage im Kosovo kann als ruhig und stabil bezeichnet werden. Nichts desto trotz dürfen die sozioökonomische Herausforderungen nicht unterschätzt werden. Das Leben im Kosovo gestaltet sich nach wie vor schwierig und staatliche Strukturen bestehen nur ansatzweise. Die Implementierung der EULEX Kosovo „Rechtsstaatlichkeitsmission der Europäischen Union im Kosovo“ wird weiter vorangetrieben. Im Rahmen der EULEX Kosovo werden Polizisten, Richter, Gefängnisaufseher und Zollbeamte in den Kosovo entsandt. Sie sollen dem Land beim Aufbau von Polizei, Justiz und Verwaltung helfen und haben weitreichende, von der Administration des Kosovo unabhängige Befugnisse.