Nur gerade ein Sachgeschäft hatten die Synodalen unter Leitung von Synodepräsident Hans Thomann am Donnerstagabend im Landratssaal zu behandeln, aber sie diskutierten für einmal ausgiebig. Nach zweieinhalb Stunden war der Entscheid klar: Die Synode genehmigte mit 28 Ja- gegenüber 12 Nein-Stimmen im Grundsatz das Projekt «Glarner Generationenkirche». Sie nahm zur Kenntnis, dass das Projekt in Etappen erfolgt und jede Etappe wieder durch die Synode zu genehmigen ist. Sie sagte ebenfalls Ja zu einem Kostenbeitrag von 88 000 Franken für die erste Etappe «Zielgruppengespräche». Der Betrag soll dem Nothilfe- und Reservefonds entnommen werden – was die Kirchgemeinde Schwanden allerdings rechtlich anfechten will. Und das Projekt wird nur dann durchgeführt, wenn sich mindestens sechs Kirchgemeinden daran beteiligen. Die Schlussabstimmung ergab 28 Ja und 10 Nein.
Lebendige Kirche
Der Reformprozess hat zum Ziel, die Reformierte Glarner Kirche in der modernen Zeit neu, wirksam, attraktiv, vielfältig und greifbar zu positionieren. Die Kirche soll sich als gastlicher Lebensraum mit vielfältigen Zugängen profilieren.
Ausgangspunkt ist die Umbruchsituation, in der sich die Kirche schweizweit und auch im Glarnerland befindet. Dies zeigt sich unter anderem an rückläufigen Mitgliederzahlen und Finanzen, dem Bedeutungsverlust, anstehenden Umstrukturierungen usw. «Unsere Kirche ist noch für eine Gesellschaft gebaut, die es heute nicht mehr gibt», sagte Pfarrer Ulrich Knoepfel, Präsident des kantonalen Kirchenrates, an der ausserordentlichen Synode.
Eintreten grossmehrheitlich beschlossen
Auf das Geschäft nicht eintreten wollte die Kirchgemeinde Schwanden. Deren Präsident Hansheinrich Hefti bezweifelte die Nachhaltigkeit des Projektes und bemängelte die hohen Kosten. Das Ganze sei «alter Wein in neuen Schläuchen». Der Antrag fand keine Mehrheit.
Anschliessend erläuterten Danielle Cottier und Lisbeth Zogg Hohn detailliert die Grundzüge des Projektes und den Inhalt der ersten Etappe. «Jede Kirchgemeinde kann selbstbestimmend sagen, wie sie mitwirken will. Es wird nichts übergestülpt», so die auswärtigen Projektleiterinnen.
«Kleinere Brötchen backen»
In der Detailberatung beantragte Hansjürg Gredig, Schwanden, das Projekt abzulehnen: «Wir müssen kleinere Brötchen backen, das Projekt ist zu gross für uns. Und wir werden am Schluss nicht mehr wissen.» Hansueli Knobel, Schwanden, bezweifelte, dass das Projekt angesichts des grossen Wechsels auch in Kirchgemeindepräsidien über all die Jahre weitergehe.
Unterstützung fand die Generationenkirche bei Walter Hefti, Ennenda, Ursula Tolle, Glarus, Sebastian Doll, Glarus, Christina Brüll Beck, Mollis, Heini Nold, Ennenda, Iris Lustenberger, Ennenda, Urs Spälti, Mollis, Renè Blaser, Glarus, Hans Schärer, Niederurnen, und Willi Hunziker, Grosstal. «Es muss etwas gehen. Wagen wir den ersten Schritt, brechen wir gemeinsam auf», so der Tenor.
Fragen hatten Hans-Markus-Stuck, Niederurnen, Regierungsrätin Marianne Dürst Benedetti – die an der Synode ihr Gelübde ablegte – sowie Daniel Sprüngli, Grosstal. Ihnen ging es vor allem um finanzielle Aspekte und um das parallele Vorgehen der beiden Reformprojekte Glarner Generationenkirche (Inhalte) und Runder Tisch (Finanzen und Strukturen).
Nach klärenden Ausführungen von Kirchenratspräsident Ulrich Knoepfel und Quästorin Rosmarie Figi genehmigte die Synode im Grundsatz das Projekt. Und zwar im offenen Handmehr, nachdem die Kirchgemeinde Schwanden in der Zwischenzeit ihren Antrag auf geheime Abstimmung zurückgezogen hatte.
Rechtliche Mittel angekündigt
Diskussionen gab es nochmals beim Antrag, die Finanzierung der Kosten für die erste Etappe aus dem Nothilfe- und Reservefonds der Reformierten Landeskirche zu genehmigen. Hansjürg Gredig, Schwanden, sagte, dafür seien weder die Synode noch der kantonale Kirchenrat zuständig, das sei Zweckentfremdung. Schwanden werde mit allen verfügbaren rechtlichen Mitteln dagegen vorgehen. Die Synode folgte aber auch hier grossmehrheitlich dem kantonalen Kirchenrat.








