Take May in Time – Englische Musik in der Kirche Niederurnen

Es flossen einige Geschehnisse zusammen, die in der reformierten Kirche Niederurnen zu einem bewegenden Ganzen führten. Da war Magdalena Mattenberger, die spielfreudige, aufeinander hervorragend abgestimmte Gambenspielerinnen und -spieler zusammenführte und englische Traditionen um 1600 einfühlend erläuterte.



Take May in Time – Englische Musik in der Kirche Niederurnen

Dann war Brian Franklin, der das gesamte Programm enorm kenntnisreich gefügt hatte. Es gastierte die Sopranistin Karin Weston, die so malerisch, beseelt und wahrlich farbig, so differenziert sang. Dazu kam David Kobelt, der mit 30 Jahren umfassenden Engagements aller Art auf dem historisch wertvollen Cembalo ein ganz besonderes Jubiläum feierte. Man staunte über die Geduld beim langen Stimmen der Instrumente und bewunderte nicht nur in diesen Zeitspannen das farbige Veranstaltungsprogramm, das zum behutsamen, musikgebundenen Einstimmen in den Mai gehörte. Man las die um 1600 entstandenen blumigen, zuweilen schwelgerischen Liedtexte der englischen Komponisten und war in eine Fülle eingebunden, die riesig Freude machte.

Zu diesem Gelingen trugen David Kobelt, Karin Weston, Tore Eketorp, Diskantgambe; Magdalena Kobelt, Diskant- und Altgambe; Brian Franklin, Altgambe; Jenny Berg und Mareike Walter, beide Bassgamben in erfüllender Gesamtheit bei, zuweilen innig, schwärmerisch, leichter Traurigkeit, Melancholie, Schalk, inniger Kraft, behutsamen Piani, wirbligen Verzierungen und Untermalungen und umfassender Ruhe und Schönheit.bei.

Die im Programm enthaltenen Namen der Komponisten und die Titel der kurzen Spielstücke weckten bei Kennern Freude und Genuss, bei anderen verständliche Neugierde. Da seien John Ward (ca. 1571–1638); John Dowland (ca. 1563–1626); John Bull ( ca. 1562–1628); Alfons Ferrabosco (ca. 1575–1628); John Coprario (ca. 1570–1626); Martin Peerson (ca. 1572–ca. 1651); Richard Nicholson (1563–ca. 1639); William Brade (1560–1630); Anthony Holborne (ca. 1545–1602); William Byrd (ca. 1540–1623) und namentlich Unbekannten und titelgebunden Geheimnisvolles wie Flow my tears; Sir John Souch his Gaillard; Four-note Pavan; When May is in his Prime¸ This merry Pleasant Spring; The Primrose und anderes erwähnt.

Auch wenn nicht alles verstanden wurde, war der Weg in eine bunte Vielfalt geöffnet. Galant, wirblig und enorm gefühlvoll klang alles auf. Sorgsam stimmten sich alle ein und nach solchen Momenten liess man sich mittragen in dieser bunten Fülle, die so lange anhielt und die it verdient herzlichem, langem Beifall verdankt wurde.