Talente aller Klassen

Die Glarner Musikschule steht vor einer grossen Aufgabe: Sie plant, 2030 in ihr neues Schulgebäude im Kartoni-Areal umzuziehen. An der HV vom Mittwoch, 18. März, informierten Präsident Ruedi Becker und Schulleiter Jürg Wickihalder über die Pläne und über die Schule. Kassier Ralf Dubacher zeigte, wie man sich vorbereitet, um die grossen Projekte auch finanziell zu stemmen.



lle machen froh weiter: Der Verein Glarner Musikschule samt einigen Vorstandsmitgliedern. (Foto: FJ)
lle machen froh weiter: Der Verein Glarner Musikschule samt einigen Vorstandsmitgliedern. (Foto: FJ)

Es ist ein etwas ungewöhnliches Lob für einen Musikschulleiter, aber es kommt aus dem berufenen Mund des professionell agierenden Vereinskassiers Dubacher: «Wickihalder hat auch die Finanzen im Griff.» Tatsächlich ist es für eine Musikschule, die als Verein geführt ist, eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, einerseits in der Betriebsrechnung positiv abzuschliessen und gleichzeitig sowohl für das neue Schulgebäude Schenkungen und Legate wie auch Sponsoringgelder von Betrieben und Privaten zu sammeln. Dieses Projekt – also das Sammeln – will die Glarner Musikschule 2026 noch intensiver angehen. Die Betriebsrechnung 2025 schliesst mit 47 22 Franken Gewinn, davon stammen fast 36 00 Franken aus den Finanzanlagen des Vereins. Präsident Ruedi Becker freute sich über die vielen Gelder, die bereits gesammelt werden konnten. Denn mit Blick auf die wachsende Platzknappheit sei das Timing fürs neue Zuhause «goldrichtig». Neben dem Musikschulgebäude, wo die Glarner Gemeinnützige Besitzerin sein wird, baue man auch eine Trägerschaft und Finanzierung des dort geplanten Bühnenhauses auf.

Mehr Speed, mehr Auftritte

Administrativ setzt man bei der Musikschule auf Digitalisierung und kann Schüler/-innen, Eltern, Lehrpersonen über eine App verlinken und auch digital Räume belegen und abrechnen. An Wettbewerben war man wieder sehr erfolgreich, zudem bestritten die Musizierenden – von den Jüngsten bis zu den Best Agern – über 70 Auftritte, was eben zeigt, dass die Schule stark ist auch bei den Projekten. Obwohl der «Markt» bei den Musiklehrenden teilweise ausgetrocknet ist, konnten mit Maximilian Weber (Posaune), Marcin Zborek (Klavier) und Severin Zentner (Schlagzeug) drei neue Lehrpersonen gefunden werden, Andreas Habert (Blockflöte) feierte sein 30-Jahr-Jubiläum als Lehrperson, René Suter (Klavier/Keyboard) sogar des 35-Jahr-Jubiläum, was von hoher Treue zur Schule zeugt. Hervorzuheben sind für 2025 neben dem weiter gesteigerten Unterrichtsvolumen (seit 2019 stieg dieses von 267 auf 322 Wochenstunden) das voll belegte Musiklager im Flumserberg, die Radiobustournee zum 50-Jahr-Jubiläum des VMS sowie das Konzert der Bläserklasse Ennenda, wo Jung und Alt zusammen musizierten und improvisierten.

Talentförderung

Neu gibt es im Kanton Glarus ein Förderprogramm für Kinder und Jugendliche mit besonderer musikalischer Begabung, das von der Basis-Ausbildung bis zur Pre-College-Stufe führt und aufs Studium vorbereitet. Dafür haben sich 19 Personen angemeldet, welche am 1. Mai zur Aufnahmeprüfung antreten. Eine Freude, aber auch eine Herausforderung für die Glarner Musikschule. Neben der einstimmigen Abnahme der Berichte und der Rechnungen wurde der Vorstand mit Präsident Ruedi Becker, Vizepräsidentin Dorothea Jakober, Hans Wiederkehr, Silvia Echsel, Daniel Zubler und Ralf Dubacher wiedergewählt. Ein schlagkräftiges Team, das gut zusammenarbeitet und das nun in die Fundraising-Phase für Schule und Bühne Kartoni startet.