Talk-Sendung „Persönlich“ aus der Landesbibliothek übertragen

Die beliebte Sendung „Persönlich“ von DRS 1 wurde am Sonntagmorgen live aus dem Soldenhoffsaal der Glarner Landesbibliothek übertragen. Gastgeberin Esther Schneider sowie die Künstlerin und Unternehmerin Tina Hauser als auch der Wanderer und Sekundarlehrer Otto Brühlmann zeigten sich dabei von ihrer besten Seite.

 



Tina Hauser
Tina Hauser

Die Talksendung „Persönlich“ von Schweizer Radio DRS 1 war am vergangenen Sonntag zum ersten Mal im Glarnerland zu Gast, und zwar im Soldenhoffsaal der Landesbibliothek. An Publikum mangelte es glücklicherweise nicht.

Glarnerland

Otto Brühlmann meinte, dass sich im Glarnerland alle kennen würden: „Jeden, den man kennen lernen will, kann man kennen lernen.“ Er erzählte von seinem ersten Aufenthalt in hiesigen Gefilden: „Ich stellte mich in Netstal als Lehrer vor und es goss wie aus Kübeln. Und da sah ich die Wiggiswand, eine der schönsten Felswände in der Schweiz. Zudem haben wir wunderschöne Talabschlüsse wie den Tödi und den Vorab.“ Tina Hauser ihrerseits erklärte, dass sie in Jugendjahren angesichts der hohen Berge „sauer“ wurde. Irgendwann einmal müsse man sich dazu aufraffen, mit dem Vorhandenen etwas anzufangen. Sie attestierte dem Glarnerland allerdings grosse Schönheiten. Brühlmann sagte, er habe es nötig, einmal im Jahr aus diesem engen Tal in die Weite hinauszugehen. Des Weitern erwähnte er die Offenheit der Glarner gegenüber der Welt – und dies durch alle Jahrhunderte hindurch.

Auf langer Wanderschaft

Einen Hauptbestandteil des Gesprächs bildete Brühlmanns Erzählung von seiner Wanderschaftszeit, die rund zwei Jahre dauerte. Mit 30 Franken und einem Tornister zog er damals los. Den ersten Halt machte er bei einem Schleusenwärter in Frankreich. Drei Monate verbrachte er als Knecht auf einem grossen Bauernhof in der Champagne, wo er sehr hart arbeiten musste. Schlussendlich kam die Polizei und teilte ihm mit, dass er hier eigentlich Schwarzarbeit verrichte, woraufhin er weiterzog. Später arbeitete er in der Weinlese.

Hauser reiste einige Zeit durch Australien und machte schliesslich noch einen Sprung nach Asien.

Tina Hausers Geschichte

Tina Hauser studierte einst an der Düsseldorfer Kunstakademie mit ihren 600 Studierenden und schätzte dort vor allem das internationale und weltläufige Flair. Noch heute hält sie Kontakt zu Student(inn)en aus aller Welt.

Vor ein paar Jahren hat sie die Gewürzmühle Landolt Hauser in Näfels übernommen. Schon als Kind degustierte sie dort Kaugummis, Chips und Pudding. Überall roch es nach Zimt, Muskatnuss usw. Den Ursprung ihrer Kreativität verortet sie im kreativen Umfeld ihrer Jugend.

Tina Hauser war einstmals Bildhauerin und hat sich lange mit Stein auseinandergesetzt. Heute fertigt sie Installationen aus Müll und Schlacke an, die ein paar Stunden später verbrannt werden und treibt sich unter anderem auf Müllhalden herum.

Gegen Ende der Sendung hin zückte sie ein Briefchen des 100-jährigen Gewürzzuckers „Trietold“, den man nach wie vor kaufen kann. Zudem erzählte sie von ihrem Ur-Grossvater, der noch ein „Zigermanndli“ war, der weit herumkam und den man in Italien verhaftete.

„Ich mische mich gerne ein“

Für einen Lacher sorgte Esther Schneiders Bemerkung, dass sich Otto Brühlmann ja gerne einmische. Hierauf erzählte er, wie er einst in Matt der Nagra-Bohrung Einhalt gebot und wie sogar ein Bundesrat vorbeikam. Nach dem Ende der Sendung führte er diese Geschichte noch weiter aus und sorgte abermals für Lacher.