Damit sich Interessierte mit diesen Geschehnissen vertiefend auseinandersetzen können, ist im Kunsthauskeller Glarus unlängst ein Buch vorgestellt worden, an dessen Entstehung über vier Jahre hinweg intensiv gearbeitet worden ist. Autor ist Claude Lichtenstein. Den bei Lars Müller Publishers erschienene Band gibt es in Deutsch und Englisch.
Es war eine muntere, fundiert argumentierende Gruppe, die auf der kleinen Bühne Platz genommen hatte, um zu zahlreichen Fragen des Moderators Köbi Gantenbein Stellung zu nehmen. Dessen Begrüssung war riesig munter, ideenreich und vieles erwähnend, was zur Therma, dem Buch, den damals Tätigen, die umfassenden Möglichkeiten des Zurückerinnerns beim Besuch des Schaulagers an der Sernftalstrasse in Schwanden, den fabrizierten Gerätschaften für einen umfassenden und erfolgreichen Einsatz in unzähligen Küchen, das Präsentieren der Artikel an gesamtschweizerischen und internationalen Messen und all jene betraf, die sich für die Entstehung des reich bebilderten und mit aufschlussreichen Texten versehenen Band eingesetzt hatten.
Gantenbein blickte weit zurück, kam auf seine Jugendzeit in Prättigau zu reden, seinem geliebten «Oefeli» viel Anerkennung widmend. Er erwähnte zu Recht die hohe Qualität aller Texte und das spürbar sorgsame, kenntnisreiche Zusammentragen vieler Fakten. Thomas Schätti habe sich fürs Finanzielle und die Verfügbarkeit vieler Produkte eingesetzt. Claude Lichtenstein habe über vier Jahre hinweg geforscht, Fakten zusammengetragen, sich durch unzählige Unterlagen durchgelesen und hervorragen Arbeit geleistet. Gantenbein deutete an, wie viel Arbeitsaufwand bis hin zur Publikation auch vom Korrektorat und dem Layouter geleistet worden sei. Er drückte den Beteiligten ein verdient hohes, anerkennendes Lob aus.
Auf Buchinhalte bezogen wurden beispielsweise 300 Arbeitskräfte erwähnt, die beim Beginn der Therma im Einsatz standen. In den Sechzigerjahren waren es 1000 Leute, die in Schwanden tätig waren und eine riesige Vielfalt an Gerätschaften für Küchen fabrizierten. Über sechs Kapitel und 240 Seiten hinweg ist alles enthalten, was interessiert. Die Therma wuchs zu einer Weltfirma. Beinahe alle Arbeitsschritte erfolgten in Schwanden. Davon zeugt die permanente Ausstellung: Im Schaulager – in einer im Jahre 1932 erbauten Halle der ehemaligen Therma – ist ein Querschnitt von 300 ausgewählten elektrischen Haushaltgeräten aus dem Zeitraum von 1907 und 1978 präsentiert. Ausgestellte Produktegruppen sind: Kochherde und Rechauds, Wasser-, Tee- und Kaffeekocher, Heizofen, Heizkissen, Reisegeräte, Kühlschränke, Bügeleisen, Toaster und anderes.
Köbi Gantenbein hatte sich spürbar intensiv in alles reingelesen, man spürte seine Wertschätzung und hohe Anerkennung, als er das sachkundige Engagement aller erwähnte, die an der Entstehung des Buches beteiligt gewesen waren.
Als Gäste auf dem Podium begrüsste er Claude Lichtenstein, Thomas Schätti, Hester van den Bold, Lars Müller und Dimitri Bruni, die sich in verschiedensten Bereichen (Verlag, Übersetzung, grafische Gestaltung, Finanzen, Archiv, Fabrikation und Präsentation, Aktenstudium, Texte, Fotos) fürs Zustandekommen des wertvollen Zeitdokuments nachhaltig eingesetzt hatten.
Er merkte vor dem eigentlichen Gespräch schon mal an, dass man mit Beginn der Weihnachtszeit ein sinnvolles Geschenk erwerben könne.
Gantenbeins Fragen betrafen dann den jeweiligen Arbeitsbereich der Buchverantwortlichen. Forderndes, Spannendes, Industriegeschichtliches, Energiefragen Design, Verlagsbezogenes, Design und Fabriziertes fanden in kurzen Statements Erwähnung. Man erfuhr beispielsweise einiges über nachhaltig Fabriziertes. Fabrikgeschichtliches, Finanzielles, stark Belastendes, Ende einer langen, bedeutsamen Therma-Zeit. technische Neuerungen, Energieverbrauch. Weil der Hauptaktionär die Therma nicht mehr in seinem Portfolio behalten wollte, fand eine lange, mit dem Buch umfassend dokumentierte, bedeutsame Zeit ihren Abschluss.
Thomas Schätti überreichte den Mitbeteiligten ein Geschenk, das mit der geleisteten Arbeit zusammenhing. Es war eine freundschaftliche Würdigung.
Und beim reichhaltigen Apéro erhielten einige erste Einblicke in eines oder mehrere Kapitel, die beispielsweise mit «Wärme aus Elektrizität»; «Erfindertum und der Weg zum Industriedesign»; «Kämpfe gegen Kilos, Ringen um Kilokalorien, Therma im Zweiten Weltkrieg»; «Vorteilhaft für den Arbeitsplatz der Hausfrau, der Wunsch nach dem Ganzen wird sichtbar»; «Therma – alles neu» und «Wunschküche und Wirklichkeit» betitelt sind. Abgeschlossen wird die gehaltvolle Fülle mit einer Chronologie, einem Übersichtsplan zur baulichen Entwicklung auf dem Therma-Areal, Biografen und dem Dank an viele, die zur Entstehung beigetragen haben.
An der Buchvernissage haben erfreulich viele Personen teilgenommen, obwohl der Anlass nicht breit angekündigt war. Auch damit ist die grosse Bedeutung dieses Zeitdokuments deutlich geworden.









