Thomas Legler lebte von 1782 bis 1835 und wendete sich mangels anderer Perspektiven der militärischen Laufbahn zu. Am Glanz und Elend Napoleons nahm er vor allem im Russlandfeldzug im November 1812 unmittelbar Anteil. Wort- und kenntnisreicher Referent war der Stadtglarner Hans Jakob Streiff, ehemaliger Brigadier. Er ist seit 1991 massgebend Mitwirkender in der Stiftung des Thomas-Legler Hauses.
Kaspar Zimmermann freute sich in seiner Einführung, dass so viele Seniorinnen und Senioren im Saal des Gesellschaftshauses Ennenda erschienen waren. Der Referent, so Kaspar Zimmermann, zeichne sich oft durch sorgsames Recherchieren und Referieren aus.
Um 1800 waren im Glarnerland rund 24 000 Leute wohnhaft. Gut ein Drittel der Bevölkerung lebte mehr schlecht als recht von der Arbeit in der Textilindustrie. Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts war jeder sechste Glarner auf Unterstützung Dritter angewiesen. Nicht nur unser Kanton war Kriegsschauplatz der Kämpfe zwischen Franzosen, Österreichern und Russen. In dieser Zeit wuchs der vaterlose Thomas Legler auf, anfänglich in Diesbach und später in Chur. Das Erlernen und Ausüben eines „normalen“ Berufs war praktisch unmöglich. Wohl deshalb entschied sich Legler, die Karriere als Berufssoldat einzuschlagen. Schon als Siebzehnjähriger befehligte er eine sogenannte Helvetische Halbbrigade mit.
Derartige Einheiten wurden nach dem Untergang der Alten Eidgenossenschaft um 1803 gebildet. Diese Truppen dienten den Interessen Frankreichs. Legler war mit seinen Leuten unter anderem auf Korsika und Elba stationiert. Napoleon verlangte von den Schweizern die Bildung von vier Regimentern mit je viertausend Mann, die Ernennung der Offiziere war Sache der Franzosen. Unter diesem Verdikt litten viele. Napoleons Forderungen waren nicht erfüllbar.
Napoleon war machthungrig. Das war nicht bloss nach dem vierten Koalitionskrieg in den Jahren 1806 / 07 eine verhängnisvolle, folgenschwere Tatsache. Im Osten regierte Zar Alexander I, ein erklärter Gegner der von Napoleon verfügten wirtschaftlichen Blockaden zum Schutze Frankreichs.Napoleon griff mit einer riesigen Armee von rund 600 000 Mann Russland im Juni 1812 an. Eine riesige Tragik und menschliche Tragödien in gigantischen Dimensionen waren die Folge. Plündernd und alles vernichtend zogen die Truppen bis nach Moskau. Thomas Legler, nun Offizier, war einer von vielen. In grossen Schlachten starben gegen hunderttausend Leute. Moskau wurde eingenommen, Napoleon schien sich nun auszuruhen. Die Russen rüsteten auf und bedrängten Napoleon, der im November 1812 einen verlustreichen Rückzug begann und mit dem Kampf an der Beresina traurige Berühmtheit erlangte.
Streiff schilderte zahlreiche Details, liess Legler auch aus den Perspektiven von Mitkämpfenden aufleben. Von der vieles vernichtenden Ruhr nahm man fast schaudern Kenntnis.
Dass Legler eine Familie mit drei Kindern gründete, sich in seiner weiteren militärischen Laufbahn gegen ein erneutes Eindringen von Franzosen auf schweizerisches Gebiet bewährte, ein holländisches Bataillon befehligte und im September 1835 an den Folgen eines Hirnschlags verstarb oder eng mit dem Beresinalied verbunden bleibt, gehörte zum Schlus der wechselvollen Ausführungen.
Mit dem Hinweis auf die Mitgliederversammlung im Februar und dem herzlichen Dank an den Referenten schloss Kaspar Zimmermann den ersten Anlass im neuen Jahr ab.
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