Tomazobi live im «holäStei»

Aufgepasst: Nicht selten enden Konzerte von Tomazobi an der Licht-Traverse hängend, rücklings im Bühnengraben oder irgendwo mitten im Publikum! Die Silberrücken des Guerilla-Troubadour präsentieren ihr neues Album «Affehuus» im «holäStei».



Tomazobi am 17. Januar live im «holäStei».
Tomazobi am 17. Januar live im «holäStei».

Die rüpelhafte Mundart-Musik der Berner Band, so unverfroren und ungeniert wie sie ist, begeistert ein grosses Publikum. In einer kurzzeitig zum Studio umfunktionierten Waschküche haben sich die vier Berner gesanglich und instrumental ausgetobt. Während Maze Gitarre spielend die Aufnahmeknöpfe bediente, setzte sich der Tobi ans Schlagzeug, Obi bediente Tasten und die Trompete, Auswechselspieler und Bürochef Nick erhielt kurzerhand einen Bass umgehängt. So dominieren auf «Affehuus» ein frischer Akustik-Sound und viel Spielfreude von Troubadour via Flamenco über Punkrock nach Alternative-Country. Ein paar Jährchen älter und vom Leben im Tourbus gezeichnet, oft heiser, aber vielleicht auch weiser, so präsentiert sich Tomazobi auf ihrem neusten Werk. Hier und da blitzt in den vielen Eigenkompositionen, wie zum Beispiel in «Lüücht mir hei», die eine oder andere nachdenkliche Zeile auf. Erste Altersblessuren machen sich bemerkbar, wie etwa «Lazarett» oder «Wunderdoktor» bereits im Titel vermuten lassen. Aber keine Angst: Ein Generationenwechsel im Affenhaus steht noch längst nicht an. Frech wie gewohnt klauen Tomazobi auch auf «Affehuus» die eine oder andere bekannte Melodie. Aus «Just a Gigolo» wird kurzerhand ein «Gigu», Queens «Bohemian Rhapsody» wird zu böhmischen Rapsfeldern und auch Britney Spears wird durch den Trash-Troubadour-Fleischwolf gedreht.

(Infos: Samstag, 17. Januar 2015, Türöffnung 21.00 Uhr/ Konzert 22.00 Uhr, Eintritt normal Fr. 20.– / Schüler, Studenten, Lehrlinge Fr. 15.–, ab 16 Jahren, www.tomazobi.ch)