Transparente Finanzen für das Glarnerland

Die kantonale Projektgruppe Finanzwesen von GL2011 hat ihre Arbeiten abgeschlossen.



Neue Regelungen für die Finanzen in den drei Gemeinden (Bild: zvg)
Neue Regelungen für die Finanzen in den drei Gemeinden (Bild: zvg)

Die Gemeindestrukturreform „GL2011: drei starke Gemeinden – ein wettbewerbsfähiger Kanton“ will für das Glarnerland nicht nur neue, zukunftsweisende Strukturen schaffen, es will auch das Finanz- und Rechnungswesen reformieren und Jahr für Jahr 6 Millionen Franken Geld sparen. Einsparungen, die tiefere Steuern erlauben und notwendige Inves-titionen ermöglichen.

Sieben statt 21 Stellen

Mit Spannung hat man deshalb auf die Empfehlungen der kantonalen Projektgruppe Fi-nanzwesen gewartet, welche sich mit der Zusammenführung der rund 50 Finanzverwal-tungen und Rechnungswesen der Ortsgemeinden, Schulgemeinden und Tagwen, mit der Erarbeitung eines neuen Finanzhaushaltgesetzes sowie mit der Einführung eines neuen Rechnungslegungsmodells, befasst hat. Obwohl sich die Gruppe intensiv mit den Glarner Finanzen befasste, so stand der Sparauftrag gleichwohl nicht im Vordergrund, wie Regie-rungsrat und Projektgruppenleiter Rolf Widmer klarstellt: «Das Sparen war nicht in unse-rem Pflichtenheft. Sparpotentiale lassen sich insbesondere beim Personal realisieren. Per-sonelle und organisatorische Aspekte der neuen Gemeinden zu klären, oblag anderen Projektgruppen.» Gleichwohl sieht der Glarner Finanzdirektor in der Zusammenlegung der Finanz- und Rechnungswesen der Gemeinden erhebliches Sparpotential: «Eine Un-terarbeitsgruppe hat errechnet, dass anstelle der heutigen rund 21 Stellen künftig die gleiche Dienstleistung von 7 Stellen erbracht werden kann, Diese Zahlen wurden nicht vom Kanton am Tisch erarbeitet, sondern von Vertretern der Gemeinden errechnet.» Er lässt keinen Zweifel daran, dass dieses Sparpotential ausgeschöpft werden soll.

Im neuen Glarnerland werden die drei Gemeinden Glarus Nord, Glarus Mitte und Glarus Süd im Finanzbereich und in der Finanzpolitik eine wesentlich stärkere Position haben als heute. Künftig werden sie die Steuern, welche sie für die Erfüllung ihrer Aufgaben und Dienstleistungen brauchen, selber erheben können.

Aus 50 Buchhaltungen werden drei

Der kantonalen Projektgruppe Finanzwesen oblag es aufzuzeigen, wie die heute rund 50 Rechnungswesen zu drei zusammengeführt werden können. Eine Herkulesaufgabe, wenn man bedenkt, dass die Aufgabe bis am 31.12.2010 erledigt sein muss.

«Wir haben verschiedene Teilbereiche definiert und für jeden Teilbereich Empfehlungen ausgearbeitet,» erläutert der Glarner Finanzdirektor. Diese Teilbereiche umfassen die Konsolidierung der Finanzen, das Aufzeigen der finanziellen Entwicklungen, das Kredit-wesen und die Bankgeschäfte, das Sachversicherungswesen und Weitere. Für insgesamt sieben Teilbereiche habe man quasi ein Rezeptbuch ausgearbeitet. Allerdings handle es sich nur um eine grobe Anleitung, die in den Projektgruppen auf Gemeindestufe noch verfeinert werden müsse. Die Zusammenführung aller Bereiche muss durch die Mitarbei-tenden der heutigen Gemeinden bewerkstelligt werden. Viel Zeit steht dafür nicht zu Ver-fügung und die normale Arbeit muss daneben auch noch in aller Sorgfalt erledigt werden. Widmer appelliert deshalb bereits heute, beim Start der neuen Gemeinden nicht kleinlich auf allfällige Defizite zu achten.

Transparenz und Vergleichbarkeit

Im neuen Glarnerland, so eine der zentralen Empfehlungen der Projektgruppe, soll es nur noch ein Finanzhaushaltsgesetz für den Kanton und die Gemeinden geben. Ein gemein-sames Finanzhaushaltgesetz hat klare Vorteile: Da der Kanton und die Gemeinden ihre Rechnungen und ihre Budgets nach denselben Grundlagen und Richtlinien führen werden, wird die Vergleichbarkeit leicht. Die Finanz- und Rechnungswesen gewinnen deutlich an Transparenz. «Das fördert den Wettbewerb zwischen dem Kanton und den Gemeinden und unter den Gemeinden. Jeder wird bestrebt sein, im finanziellen Bereich mindestens so gut zu arbeiten wie die andern.»