Trommelwind und Karkadentee vor dem Baeschlin-Umbau

Ladenumbau, Welttag des Buches, Leseparcours erstmals auch für behinderte Kinder – auf dem Zettel der Baeschlin-Geschäftsführerin Gaby Ferndriger steht wieder so einiges. Mit Trommelwind und Karkadentee läutet sie am UNESCO-Welttag des Buches – Dienstag, dem 23. April, ab 19.00 Uhr eine neue Baeschlin-Zeitrechnung ein.



Susanne Herrmann setzt sich seit zwölf Jahren für die Region Fatick ein. (Bild: j.krappe)
Susanne Herrmann setzt sich seit zwölf Jahren für die Region Fatick ein. (Bild: j.krappe)

Als könnte Gaby Ferndriger nicht genug von ehrenamtlichen, unbezahlten Tätigkeiten bekommen, besiegelt sie am kommenden Welttag des Buches ein weiteres Hilfsprojekt – eins, bei dem es wie bei dem Glarner Büchersprinter ebenfalls um die Lesekultur geht. Doch diesmal ist es eine andere Kultur – die, der vergessenen afrikanischen Region Fatick. Mit einem breiten Angebot an afrikanischer Literatur, einem Musiker namens Massa Kone sowie einiger gerade eingeflogenen Senegal-Spezialitäten wird Gaby Ferndriger zum letzten Themenabend im alten Baeschlin-Outfit ihre Leser begeistern.

Afrika und das Trommeln der Dörfer

An Büchern mangelt es eigentlich nicht, stapeln sich die Glarner-Sprinter-Bücher kistenweise in Gaby Ferndrigers Büro und auch die Regale der Buchhandlung sind noch prall gefüllt – und doch laufen die Leitungen zu den Buchhändlern heiss. Alles Schöne, was es rund um den Kontinent Afrika derzeit auf dem Buchmarkt so gibt, soll pünktlich zum Afrika-Themenabend vom Nachtkurier angeliefert werden. «Man soll nicht nur probieren können, was man im Senegal isst und hört, wir möchten auch die entsprechende Literatur anbieten» – neben der Literatur wird auch Susanne Herrmann dabei sein. Sie setzt sich seit zwölf Jahren für die Region Fatick ein, kennt die Bewohner, ihre Anliegen und die Tücken eines Landes, in dem die Dörfer mit Trommeln statt mit Handys kommunizieren. Und sie hat so einiges zu erzählen, kommt sie doch gerade von ihrem Fatick-Aufenthalt zurück.

Vom afrikanischen Haushaltsbuch

«Lesen für alle» – anlässlich des Welttages des Buches fällt am 23. April auch der Startschuss für das einjährige Hilfsprojekt. «Wir können lesen, was wir wollen, aber andere Menschen, andere Kinder haben teilweise gar keinen Zugriff auf die Bücherwelt. Ein Jahr lang wird es immer wieder Afrika-Aktionen geben, bei dem das Senegal-Schulsparschein gefüttert wird», so Gaby Ferndriger, die sich freut, in Susanne Herrmann eine Frau gefunden zu haben, die so einige Entwicklungserfolge in der Region Fatick verbuchen kann. Akribisch notiert sie jede Ausgabe in ihrem Senegal-Haushaltsbuch und verhandelt mit afrikanischen Firmen und Trägern. Ihre Tätigkeiten, das Projektexposé, das Anschaffungstagebuch und Bilderreihen dazu soll es demnächst auch online geben. «Wir suchen derzeit an der Kantonsschule nach einem Schüler, der eine Homepage dazu bastelt. Machen kann es aber natürlich jeder, der sich bei uns meldet» – und das ist längst nicht alles, was derzeit so im Baeschlin vor sich geht.

Leseparcours diesmal anders

Einen Tag nach dem Afrika-Abend – am Mittwoch, dem 24. April – fällt schon wieder der Startschuss zum diesjährigen Leseparcours, an dem es erstmals auch eine Kategorie für behinderte Kinder geben wird und bei dem klar wird, was die beiden BSINTI-Kultur-Frauen Rita Argenti und Gaby Ferndriger ausser dem kulturellen Bereich noch verbindet. Beide sind auch im Vorstand der Vereinigung Cerebral Glarus, setzen sich dort gemeinsam für die Entlastung von Familien mit behinderten Kindern ein und haben selbst jeweils auch ein Kind mit einer Behinderung, wodurch beide eine besondere Freundschaft verbindet. «Wir freuen uns, dass nun auch Kinder mit Behinderungen in einer eigenen Kategorie starten können», so Rita Argenti am Osterwochenende in Braunwald – auch wenngleich die Planungen dazu diesmal komplett neu verlaufen und man mehr berücksichtigen muss.

Fütterung des Senegal-Schulsparschweines beim Ausverkauf

Übrigens erwartet Sie ab dem 22. April auch der Ausverkauf anlässlich des Baeschlin-Ladenumbaus. Rabatte zwischen 20 und 80 Prozent sollen die Glarner Bücherregale füllen und den ersten Hunger des Senegal-Schulsparschweines stillen, denn 1 Franken pro reduziertem, verkauften Buch landet bereits in dessen Magen.