Seit nunmehr sechs Jahren nehmen die Sportschützen Glarnerland am hochstehenden tschechischen Gewehr- und Pistolenwettkampf teil. Für die Tschechen gelten diese Matches als Standortbestimmung und Qualifikation für internationale Wettkampfeinsätze. Die Glarner Schützen sind an diesen beiden Wettkampftagen jeweils als Schweizer Delegation, bezugnehmend auf die Zusammenarbeit in der Mannschaftsmeisterschaft, eingeladen. Nebst den Schweizern schiessen auch Deutsche mit, das dem Turnier einen internationalen Touch verleiht. Noch nie kam es vor, dass so wenige Glarner Schützen nach Pilsen reisten. Nur gerade René Müller und André Eberhard sowie Coach Roland Weyermann nahmen die mehrstündige Reise in Angriff.
Im Starterfeld von 27 Schützen legte André Eberhard am ersten Wettkampftag einen fulminanten Start hin. Er begann mit dem Maximum von 100 Punkten. Darauf folgten 99, 98 und 98 Punkte, ehe er mit 97 Ringen eine verhaltene Passe einfing. Weshalb nicht so aufhören wie man begonnen hatte, muss sich Eberhard wohl gedacht haben und beendete den Wettkampf mit einer weiteren 100er-Passe. Mit 592 Punkten lag er mit dem Tschechen Rozsypal Ondrej, welcher mit 98 Zählern ausschoss, gleichauf. Der Neo-Glarner, Milan Mach, klassierte sich mit 589 Ringen für den Final auf Rang 3. Für die Finalteilnahme wurden 586 Punkte benötigt. Diese verfehlte René Müller mit 573 Punkten (93, 98, 95, 98, 96, 93) wegen der Start- und Schlusspasse. Da wäre für Müller deutlich mehr als der 18. Rang drin gelegen, zeigt doch seine Formkurve nach oben. Kurz nach Mittag fanden sich die acht besten Herren in der Finalhalle für den kommandierten zehnschüssigen Final ein. Mit Spannung erwartete das Publikum den Kampf um den Sieg. Eberhard wusste von der Finalstärke seiner beiden Verfolger. Rozsypal tat sich schwer, während Eberhard und Mach einen guten Final zeigten. Der punktgleiche Rozsypal schoss sich mit einer 8,8 selber aus dem Rennen, dachten sich einige Anwesende. Doch Eberhard machte mit dem neunten Schuss das Rennen nochmals spannend, denn bei ihm erschien eine 7,8 auf dem Bildschirm. Ob aus Frust oder Angriff wusste er selber nicht, doch auch die 10,7 Punkte im zehnten Schuss nützten nichts mehr. Rozsypal gewann mit 0,1 Punkten Vorsprung auf den Schweizer. Wenigstens konnte er Milan Mach in Schach halten und sich über den zweiten Rang freuen.
Die Kondition fehlte
Am Sonntag duellierten sich die Schützen ein weiteres Mal, jedoch ohne Final. René Müller nahm sich seinen verkorksten Start zu Herzen und begann besser als am Vortag. 96, 96, 97, 96 liess auf einen vielversprechenden Wettkampf hoffen. Doch beim Näfelser war die Puste nach 40 Schuss draussen. Mit zweimal 91 Ringen vergab er seine tolle Ausgangslage und klassierte sich auf dem 15. Schlussrang. Dass sich die Tschechen nach der Samstagsniederlage viel vorgenommen hatten, wusste Eberhard auch. So probierte er seine Leistung zu bestätigen. Mit weiteren 592 Punkten (98, 98, 98, 100, 98, 100) gelang ihm dieses Vorhaben. Obwohl das Niveau gestiegen ist, reichte es zum Sieg. Hinter Eberhard platzierten sich Milan Mach, Jan Suna und Petr Smol mit 591 Punkten. Adam Hrabovsky knackte ebenfalls die 590er-Grenze. Die ehemaligen Glarner Teamkollegen Ondrej Malinky und Michal Kalny schossen 589 und 583 Punkte.
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