Tschudi trumpft gross auf

Grosser Auftritt von Sales Tschudi vor Heimpublikum. Der 17-jährige Matter stürmt am Glarner-Bündner Kantonalschwingfest in den Schlussgang. Trotz Niederlage freut er sich über seine Leistung.



Tschudi trumpft gross auf

Eine spezielle Geschichte auf einer geschichtsträchtigen Wiese inmitten von Näfels schrieb der Glarner Sales Tschudi. Der 17-jährige Turnerschwinger aus Matt machte bereits bei den Jungschwingern mit seiner offensiven und attraktiven Schwingweise auf sich aufmerksam und reihte Festsieg an Festsieg. In der letzten Saison dann, am ersten Schwingfest bei den Aktiven, sicherte er sich bereits seinen ersten Kranz und sammelte durch den vergangenen Sommer deren drei. Um Haaresbreite verpasste er am Nordostschweizer Teilverbandsfest gar den zweiten Stern hinter seinem Namen.
Bei seinem zweiten Heimauftritt, diesmal auf der Wiese beim Schlachtdenkmal Näfels, wo 1388 die Glarner gegen die Habsburger kämpften, focht Tschudi am diesjährigen Glarner-Bündner Kantonalschwingfest einen ganz speziellen Kampf aus.

Tschudi kommt in den Flow

Obwohl er mit einem Gestellten gegen den Appenzeller in den Tag startete, verlor er dank ein bisschen Aufmunterung durch die Freundin sein bescheidenes Tagesziel, der Gewinn des Kranzes, nicht aus den Augen. Das Wetter spielte dem Gymnasiasten in die Karten, die sommerlichen Temperaturen unterstrichen seine Freude, vor heimischem Publikum zu schwingen und brachten Tschudi nach der Maximalnote im zweiten Gang gegen Claudio Regli so richtig in einen Flow. Auch der spätere Bündner Neukranzer, Nando Joos, musste sich Sales geschlagen geben und gegen Kranzschwinger Michael Buchmann setzte es gleich eine weitere Höchstnote ab.

Im Schlussgang wartet der König

So stand Tschudi im fünften Gang dem Münger-Spezialisten und Eidgenossen, Damian Ott, gegenüber. «Ich ging mit dem Ziel in den Gang, nicht zu verlieren. Dass mir aber der Sieg gelingen könnte, mit dem habe ich wirklich nicht gerechnet.» Tschudi zeigte sich ruhig und überlegt und packte seine Chance genau im richtigen Moment. Auf einen Gammen-Angriff von Ott, gelang es Tschudi am Boden mit schlunggen zu kontern, und legte Ott auf den Rücken. Mit diesem Sieg sicherte sich Tschudi den Einzug in den Schlussgang, den er gegen den König höchstpersönlich bestreiten konnte. «Für mich war es wie ein Geschenk, dass ich überhaupt an einem Kranzfest im Schlussgang stehen darf. Dass ich diesen aber mit dem amtierenden Schwingerkönig bestreiten darf, war eine wahnsinns Erfahrung», strahlte Tschudi nach dem Fest. Dass es gegen Armon Orlik nicht zum Sieg reichte, und sich Sales nach 6.30 Minuten auf einen Wyberhaken Orliks geschlagen geben musste, mindert die Freude über das gelungene Fest in keinster Weise. «Nun gilt es, mich diese Woche gut zu erholen, damit ich am Sonntag in gewohnter Frische am St. Galler an den Start gehen kann.»

Auch Feldmann mit Kranz

Der zweite Kranz für die Glarner sicherte sich Patrik Feldmann. Auch er startete mit einem Gestellten gegen Silvio Oettli ins Fest. Eine Zehn gegen Andy Stricker, ein weiterer Gestellter gegen den Rapperswiler Simon Fäh und die Maximalnote gegen Mario Rusch rundeten das Vormittagsprogramm des Riederners ab. Gut gestärkt liess er am Nachmittag weitere zwei Siege folgen, erst gegen Andreas Inauer und anschliessend in den letzten Sekunden gegen den Thurgauer Pirmin Kolb.

Alle anderen Glarner reihten sich hinter den Kranzrängen ein. Rychen fehlte mit drei Siegen, zwei Gestellten und einer Niederlage ein ganzer Punkt zum Eichenlaub. Auch den weiteren Kranzschwinger aus dem Lande Fridolins, Christian Pianta, Patrik Schiesser, Reto Landolt und Mario Tschudi fehlte in diesem Jahr das nötige Festglück zum Kopfschmuck.
Jedem und einzigen Glarner Schwinger gehört ein grosses Kompliment. Denn sie haben, jeder auf seine Weise, ihrem Heimfest den Stempel aufgedrückt und dem Publikum Freude bereitet. Danke, ihr macht wirklich Freude.