Tümpis triibets bunt

Unter diesem Motto touren die rund 40 aktiven Mitglieder der südlichsten Guggenmusik des Glarnerlandes in der Fasnachtszeit durch den Kanton. Sie sind vor allem durch ihre fetzigen und topaktuellen Hits bekannt, die ihr Dirigent Res Aschwanden auf alle Instrumente anpasst und umschreibt.



Lieder von Bruno Mars oder den Toten Hosen, aber auch ein Heimatlied, waren in der vergangenen fünften Jahreszeit zu hören. Damit das Repertoire aufgefrischt und erweitert werden kann, verbringen die Tümpis, wie sie sich kurz nennen, ein Auswärts-Wochenende zusammen. Ein Probemarathon und das Einstudieren der neuen Stücke stehen dann auf dem Programm. Natürlich ist es von Vorteil, ein Instrument gut zu beherrschen, aber keine unbedingte Voraussetzung. Man helfe sich gegenseitig und übe dann auch gemeinsam. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen.

Schminken wie am Fliessband


Ein siebenköpfiges Schminkteam sorgt vor jedem Auftritt dafür, dass alle Musiker schnell und perfekt geschminkt sind. Denn «wir wollen keine Masken tragen, deshalb schminken wir», erzählt Tanja Vögeli. Im Airbrush-Verfahren werden die einzelnen Farben nacheinander aufgetragen, die Blumenmuster dann jeweils mit Schablonen und die letzten Striche erfolgen mit dem Pinsel. Wenn von der Grundierung über die letzten Pinselstriche alles perfekt ist, rundet Glitzer- und Fixierspray die Schminkprozedur ab. Das Team ist eingespielt und so braucht es nur etwa eine Stunde, bis alle zu echten «bunten Tümpelgumpern» werden. Aber auch die anderen Aufgaben, wie das Kontrollieren des Kompressors und der Pistolen sowie das Bestellen der Farben sind verteilt. Am Ende jeder Spielzeit werden dann alle Schläuche und Pistolen gründlich gereinigt, damit alles für die kommende Saison parat ist.

Alle fünf Jahre ein neues Motto


Alle fünf Jahre wechseln die Tümpelgumper ihre Gewänder, die alle selbst entworfen und genäht werden, bis die Nähmaschinen heiss laufen. Zunächst einmal muss das Motto gefunden werden, erst dann entscheidet sich der Vorstand für das Gewand und erst dann wird die Schminke angepasst. Wie sonst auch in der Mode unterliegen auch die Guggen-Outfits den modernen Trends, die hierzulande aus Luzern kommen, erzählt Holger Lang, der als Tourmanager alle Auftritte koordiniert und zusammenstellt. Hexen- und Teufelsmasken seien lange im Trend gewesen, es galt möglichst düster und dunkel daher zu kommen. Doch seit einigen Jahren hätte sich dies geändert und bunte und fröhliche Farben seien vielerorts zu sehen. «Wir aber waren die ersten im Kanton und haben hier diesen Trend gesetzt, nun ziehen die andere Guggen nach», erzählt Lang.

Eine kurze, aber intensive Spielsaison


Wenn sich nach einer kurzen, aber intensiven Spielsaison der letzte Auftritt mit dem Fasnachtsumzug in Glarus naht, dann sind die Tümpis eher melancholisch, wie eine Musikerin erzählt. Es sei ein so schönes Zusammenschaffen und ein guter Zusammenhalt – fast wie in einer Familie – dass keiner so recht aufhören möchte. An manchen Tagen haben die Guggen zwei bis drei Auftritte und Tourmanager Holger Lang muss dann den Überblick behalten und alles koordinieren, damit alle zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Oft wird auch ein gemeinsames Nachtessen organisiert. Neben den fixen Auftritten wie im glarnersteg oder St. Josephsheim spielen sie überall im Kanton, aber auch auswärts haben sie schon das Glarnerland vertreten, wie beispielsweise in Dielsdorf. In zwei Jahren werden die Tümpelgumper bereits ihr 20-Jahr-Jubiläum feiern.

Mehr Informationen und Tourdaten unter
www.tuempelgumper.ch