Am Samstag teilte sich die Gruppe in Berggänger und Biker. Die Berggänger führte eine anspruchsvolle Tour über die Plattenspitzen bis auf rund 2680 Meter über Meer. Steile Aufstiege und ausgesetzte Passagen verlangten Kondition und Trittsicherheit – belohnt mit einem eindrücklichen Panorama.
Nicht weniger ambitioniert waren die Biker. Statt der geplanten 1900 standen am Ende über 2100 Höhenmeter auf den Geräten. Steigungen von bis zu 20 Prozent sorgten dafür, dass auch auf zwei Rädern echte Turnerqualitäten gefragt waren.
Auf der Kuhleitenhütte auf 2361 Metern trafen sich beide Gruppen zur verdienten Stärkung. Beim ersten Rapport über Gipfel, Höhenmeter und Heldentaten bestätigte sich ein altes Naturgesetz: Die zurückgelegten Höhenmeter steigen proportional zur Anzahl der Erzähler.
Danach zeigte die Schwerkraft endlich wieder in die angenehmere Richtung. Die Abfahrt zur Streitweider Alm wurde zum Highlight der Biker. Nicht alle teilten allerdings deren Begeisterung: Eine aufgebrachte Wanderin quittierte die vorbeiziehende Gruppe lautstark mit einem «No bici!». Im Turnerwortschatz wurde dies spontan mit «Hier beginnt ein besonders spassiger Bike-Trail» übersetzt. Dass die befürchtete Begleitung durch die Carabinieri ausblieb, dürfte dem taktischen Verhalten der Gruppe zuzuschreiben sein. Sicher ist: «No bici!» hat beste Chancen, zum neuen Schlachtruf der Schwandner Turner zu werden.
Am Abend waren alle wieder vereint. Beim Apéro und Nachtessen im «Schlosswirt» standen Kameradschaft und Geselligkeit im Mittelpunkt – und natürlich wurden die Heldentaten nochmals fachgerecht aufgearbeitet.
Am Sonntag wartete in Naturns mit Minigolf der letzte sportliche Wettbewerb. Dabei zeigte sich, dass über 2000 Höhenmeter oder ein ausgesetzter Berggrat noch lange keine Garantie sind, einen kleinen Ball auf einer ebenen Bahn ins Loch zu bringen.
Was bleibt, sind müde Beine, eindrückliche Erlebnisse und Geschichten, die in der Turnhalle wohl noch lange erzählt – und dabei kaum kleiner werden.




