Über ein Vierteljahrhundert im Dienst der Glarner Kirche

Die Synode hat am Donnerstagnachmittag den langjährigen Sekretär Markus Beerli verabschiedet. Ausserdem hat sie sich über den Glarner Kirchentag informieren lassen, der vom 11. bis 13. Juni 2021 stattfinden soll.




Die letzten zwei der insgesamt elf Traktanden waren die emotionalsten. Zunächst die Verabschiedung von Markus Beerli, der nach 27 Jahren als Sekretär der Evangelisch-Reformierten Landeskirche in den Ruhestand trat. «Er hat massgeblich das Gesicht und die Geschichte unserer Kirche mitgeprägt», sagte der kantonale Kirchenratspräsident, Pfarrer Ulrich Knoepfel.

Markus Beerli sei ein wichtiger Ansprechpartner für viele Generationen von kantonalen und Gemeindekirchenräten, Synodalen, Kommissionsmitgliedern, Pfarrerinnen und Pfarrern sowie weiteren Aktiven gewesen. «Sein kompetenter Support, seine Planung und seine administrative Ausführung waren entscheidend für das Funktionieren der Arbeit in unseren landeskirchlichen Gremien», so der Präsident. Markus Beerli habe auch miterlebt, wie gewaltig sich unsere Kirche – aber auch ihr gesellschaftliches Umfeld – in dieser Zeit verändert habe. «Nicht gerne, aber mit grosser Dankbarkeit lassen wir Markus ziehen.»

«Vier Präsidenten ausgehalten»

Humorvoll verabschiedete Synodepräsident Andreas Hefti den «letzten gesetzeskonformen Sekretär» (Nachfolgerin Sandra Felber ist «Kirchenratsschreiberin») und den «ersten Aktuar i.V. der Synode ohne gesetzliche Grundlage». Seine Markenzeichen seien Konstanz und Prägnanz, Professionalität, Sprache, Genauigkeit und Zuverlässigkeit gewesen. Markus Beerli habe vier Kirchenratspräsidenten ausgehalten. «Auch das ist eine Qualität eines guten Sekretärs», schmunzelte Andreas Hefti. Dass am Abend mit Walter Lüssi, Max Blumer, Alfred Meier und Ulrich Knoepfel alle vier Präsidenten dem scheidenden Sekretär die Ehre erwiesen, freute diesen ausserordentlich.

Die Synode dankte Markus Beerli mit einem langen Applaus. Sichtlich gerührt verdankte der Scheidende die Standing Ovations und die gute Zusammenarbeit. Er sei jeden Tag gerne nach Glarus gefahren und habe die Arbeit mit Freude gemacht. «Seid füreinander da, helft euch, unterstützt euch, als gute Gestalter, jeder mit seinen Fähigkeiten», sagte er zu den Synodalen in Abwandlung eines Verses aus dem 1. Petrusbrief, der im Synodereglement steht. Dem reformierten Kirchenparlament wünschte er «viel Mut, Offenheit, Kreativität und Fantasie auf dem Weg zur Gestaltung unserer Glarner Kirche».

Das Glarnerland miteinander bewegen

Ebenfalls emotional kam das letzte Traktandum daher, die Information über den geplanten Glarner Kirchentag. Das OK mit Martin Laupper an der Spitze wollte das Feuer entfachen für das ökumenische Fest der Begegnung vom 11. bis 13. Juni 2021. «Es geht darum, Sie alle zu begeistern», sagte der OK-Präsident zu den Synodalen.

Das Motto des Kirchentags lautet: «Mitänand bewegä – Salz der Erde und Licht der Welt». Das von Cornelia Deuber vorgestellte Programm soll sich am Freitagabend «bi de Lüüt im Dorf», am Samstag «mitänand i dr Stadt» und am Sonntag mit einem ökumenischen Festgottesdienst in Glarus abspielen. Zum Auftakt und Schluss werden sämtliche Glocken im Glarnerland läuten.

«Der Kirchentag ist keine Chilbi, aber auch keine Missionsveranstaltung», sagte die Ennendaner Kirchenpräsidentin. «Wir sehen positiv in die Zukunft und strahlen dies mit dem Kirchentag aus.» Miteinander solle ein Zeichen für die Gemeinschaft, für das Leben und die Menschen in ihrer einzigartigen Vielfalt gesetzt werden.

Weitere Traktanden

Die Synode bestätigte Pfarrer Peter Hofmann als Dekan. Ihm zur Seite steht Pfarrerin Dagmar Doll als Vizedekanin; sie war nach dem gesundheitlich bedingten Rücktritt von Pfarrer Christoph Schneider als Dekanin a.i. eingesprungen.

Der vakante Sitz im kantonalen Kirchenrat konnte noch nicht besetzt werden. Gesucht wird eine Person für das neue Ressort Kommunikation.

Diskussionslos genehmigt wurden die Rechenschaftsberichte sowie die von Quästor Daniel Jenny erläuterte Jahresrechnung 2018. Letztere schliesst bei einem Gesamtaufwand von 1,18 Millionen Franken und einem Gesamtertrag von 1,2 Millionen mit einem Plus von rund 23 000 Franken ab.

Unbestritten blieben zudem eine Verschlankung der Verordnung über den Auftrag der Kirche im Bereich Ökumene, Mission und Entwicklungszusammenarbeit sowie klarere Regelungen über die Weiterbildung von kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Künftige Herausforderungen

In seiner Eröffnungsrede befasste sich Synodepräsident Andreas Hefti mit der Zeit. «Gibt es so etwas wie eine Kirchenzeit, eine Kirche zu früh, eine Kirche zur Zeit oder eine Kirche zu spät? Läuft der Kirche die Zeit davon?», fragte er.

Auch Kirchenratspräsident Ulrich Knoepfel äusserte sich in seinen Mitteilungen zu den künftigen Herausforderungen. «Die öffentliche Bedeutung der Kirchen und ihr Einfluss im gesellschaftlichen Leben nehmen ab», stellte er fest. Die Kirche streiche ihre sozialen Aktivitäten hervor wie Schuldenberatung, Helppoint, Spitalseelsorge, ALO-Job, Frami usw. Doch wenn eine Kirche ihre Existenz durch ihre guten Taten rechtfertige, werde sie zu einer Sozialinstitution. «Unsere Basis ist unser Glaube. Und gerade dieser sieht sich heutzutage in Frage gestellt», so der Ratspräsident.

Wir müssten stärker, selbstbewusster und bekennender werden. Gefragt seien einfache, glaubwürdige Aussagen. Und: «Im Dienst des Sichtbarmachens des Glaubens steht auch der Kirchentag. Wir wollen zeigen, dass wir uns des Evangeliums nicht schämen.»

Eröffnet worden war die Synode im Landratssaal Glarus durch ein Gebet von Pfarrerin Dagmar Doll, Vizedekanin. Abgeschlossen wurde sie traditionsgemäss durch eine gemeinsame Teilete.