Pfarrerin Renate Bosshard-Nepustil aus Niederurnen trat infolge bevorstehenden Stellenwechsels nach Zürich aus dem kantonalen Kirchenrat der Evangelisch-Reformierten Landeskirche zurück. Synodepräsident Christian Marti dankte ihr für das etwas mehr als fünfjährige Wirken. Er habe ihre «ruhige, überlegte, sehr sachliche und tiefe Art» von Anfang an geschätzt.
Als Nachfolger bestimmte die Synode Pfarrer Ulrich Knoepfel aus Obstalden mit der Aussicht, dass er in einem Jahr eventuell auch die Nachfolge des dann zurücktretenden kantonalen Kirchenratspräsidenten Alfred Meier übernehmen wird. Im kantonalen Kirchenrat wird dann ebenfalls Walter Elmer ausscheiden.
Weitere Rücktritte wurden aus der Synode angekündigt: Nach der Wahl zum neuen Gemeindepräsidenten von Glarus (Mitte) muss Christian Marti gemäss seinen Ausführungen «Schaffenskraft, zeitliche Ressourcen und Kreativität» ganz auf die neue Aufgabe fokussieren. Er habe sich deshalb «in einem durchaus schmerzlichen Prozess» entschieden, für die Amtsdauer 2010/2014 nicht mehr als Synodepräsident zu kandidieren. Auch Aktuar Dr. Markus Nöthiger tritt «nach zwölf Synodeprotokollen» auf die Frühlings-Synode 2010 zurück. Verabschiedet wurde der Vizepräsident der Synode, Regierungsrat Jakob Kamm. Er gehörte 16 Jahre dem Kirchenparlament an, davon 13 Jahre als Vizepräsident. Mit seinem Rücktritt als Regierungsrat verlässt er auf eigenen Wunsch auch die Synode.
Diverse Änderungen der Kirchenordnung
Vor einem Jahr noch zurückgewiesen, passierte die Änderung der Kirchenordnung sowie der Verordnung über die Erhebung von Beiträgen für kirchliche Handlungen und kirchliche Dienste nun diskussionslos. Eine synodale Kommission unter der Leitung von Fridolin Marti, Matt, schlug eine vereinfachte, verbindliche Verordnung vor, die den örtlichen Kirchenräten dennoch den notwendigen Entscheidungsspielraum lässt.
Mehr diskutiert wurden die vom kantonalen Kirchenrat vorgelegten, diversen Anpassungen der Kirchenordnung. Am meisten zu reden gab das Disziplinarrecht für Pfarrpersonen. Da die Abklärungen im heiklen Grenzbereich von Verletzungen der persönlichen Integrität besondere Fachkenntnisse erheischten, wollte künftig der kantonale Kirchenrat zuständig sein. Dagegen wehrte sich Hansjürg Gredig im Namen des Kirchenrates Schwanden. Es sei blauäugig zu meinen, das Disziplinarrecht sei beim kantonalen Kirchenrat besser aufgehoben als beim örtlichen.
Alfred Meier betonte, dass die persönliche Integrität der Menschen geschützt werden müsse. Ein so heikles Thema sei nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, und man müsse mindestens die Kirchgemeindeversammlung aus dem Prozess rausnehmen. Andreas Hefti schlug einen Kompromiss vor, der das Disziplinarrecht beim örtlichen Kirchenrat belassen, dafür aber die Kirchgemeindeversammlung streichen wollte.
Nach weiteren Diskussionen wurde auf Anregung von Christian Marti der Ablehnungs- in einen Rückweisungsantrag umgewandelt, den die Synode guthiess. Der kantonale Kirchenrat wird nun die «Verhaltensgrundsätze zum Schutz der persönlichen Integrität in der pfarramtlichen Tätigkeit» umformulieren und der Frühlings-Synode eine neue Vorlage präsentieren.
Budget rechnet mit hohem Verlust
Zu Sorgen Anlass gab das Budget 2010. Es rechnet nach den von der Landsgemeinde bewilligten Steuersenkungen mit einem Einbruch des Steuerertrages um rund 20 Prozent und weist bereinigt einen Verlust von 222 900 Franken aus. Quästor Markus Ramseier betonte, das Budget sei nach dem Vorsichtigkeitsprinzip erstellt worden. Alle hofften, dass die Rechnung besser ausfallen werde. Rückweisung bringe nichts: «Der Kirchenrat muss seinen Verpflichtungen trotzdem nachkommen.»
Ganda Schenk aus Niederurnen versuchte, bei einigen Budgetposten Kürzungen vorzunehmen, fand aber keine Zustimmung beim Kirchenparlament.
Der Steuerfuss blieb unverändert bei zwei Prozent (Finanzausgleich 1 %, Laufende Rechnung 0,75 %, Baufonds 0,25 %).
Die Synode war mit einem Gottesdienst in der Stadtkirche Glarus, gestaltet von Pfarrer Richard Zberg aus Bilten, eröffnet worden. Geehrt wurden Sekretariatsmitarbeiter Robi Laubacher für 15 Jahre Mitarbeit, Janja Garic für zehn Jahre bei den ALO-Projekten sowie Kirchenratspräsident Alfred Meier für elf (zehn als Präsident) und Vizepräsidentin Gret Menzi für zehn Jahre Behördentätigkeit. Ihr Gelübde legten die neuen Synodalen Rosmarie Leuzinger aus Obstalden und Fritz Zwicky aus Schwanden ab.




