Eigentlich wirkt Ben Wegg sehr sympathisch. Offen klagt er sein Leid, und schnell schliessen ihn die Kinder mitfühlend in ihr Herz. Sie versetzen sich in seine Lage und erkennen dabei vielleicht auch eigene Ängste wieder.
Da begegnet er überraschend dem eigenwilligen UmkehrHerrn. Mit seinen bunten Kleidern, seiner verdrehten Sprache und seinem clownesken Auftreten stellt dieser Bens Welt gehörig auf den Kopf. Spielerisch zeigt er, dass man Dinge auch anders sehen kann, und dass sich festgefahrene Gedanken «umkehren» lassen. Unterstützt wird er dabei von Carla, einem eigensinnigen Huhn, das lieber Eier legt, denn als Poulet zu enden. Gemeinsam helfen sie ihm, Schritt für Schritt Mut zu fassen.
Im Zentrum der Geschichte steht die einfache, aber kraftvolle Erkenntnis, dass Angst oft im eigenen Kopf entsteht und auch genau dort verändert werden kann. Was zunächst bedrohlich wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als harmlos oder sogar positiv. So ist auch der Bürgermeister, vor dem sich Ben fürchtet, keineswegs hinter ihm her, um ihn zu bestrafen, sondern um ihn auszuzeichnen.
«UmkehrHerr und Ben Wegg» zeigt auf berührende und zugleich humorvolle Weise, wie sich Perspektiven verschieben lassen, wenn man den Mut findet, hinzusehen, statt davonzulaufen. Mit viel Leichtigkeit, Humor und Musik gelingt es den beiden Darstellern, ein ernstes Thema leicht und verständlich zu vermitteln. Es zeigt, wie befreiend es ist, Ängste und Sorgen zu teilen, sie auszusprechen und gemeinsam neu zu betrachten, sodass daraus Zuversicht und innere Stärke entstehen kann.
Getragen wird die Inszenierung von den beiden Gründern des Theater Bruderboot, Christian und Beni Hunziker. Mit grosser Spielfreude, feinem Gespür für ihr Publikum und viel Liebe zum Detail, erschaffen sie mit einfachen Mitteln eine lebendige, fantasievolle Welt. Ihr eingespieltes Zusammenspiel macht das Stück zu einem eindrücklichen Theatererlebnis, das noch lange nachklingt.






