Bis vor Kurzem wurde der Wärmebedarf am Kantonsspital Glarus mit zwei heizölbetriebenen Heisswasserkesseln (Baujahr 1992) und zwei öl/gasbetriebenen Dampfkesseln (Baujahr 1990) erzeugt. Die Produktion der Kälteenergie mit Kältemaschinen (1996) genügten den Anforderungen der topmodernen medizinischen Geräte in der Radiologie nicht mehr. Die ins Alter gekommene Notstromversorgung bedurfte dringend einer Erneuerung. Das Departement Bau und Umwelt hat deshalb zur Ausarbeitung eines Energie-Konzeptes für das Kantonsspital Glarus im Dezember 2009 einen Studienwettbewerb ausgeschrieben. Knapp zwei Jahre später waren die Projektierungsarbeiten abgeschlossen und es konnte mit dem Bau begonnen werden. Im Dezember 2012 übergab Regierungsrat Robert Marti als Bauherr die hochmoderne Anlage dem Kantonsspital.
Überzeugende Technik
Aus den beiden Grundwasserfassungen in der Parkanlage des Kantonspitals wird das Wasser dem natürlichen Grundwasserstrom entnommen. Über Wärmetauscher wird dem Grundwasser je nach Bedarf Wärme beigefügt und/oder entzogen. Das entnommene Wasser wird über einen Rückgabebrunnen wieder dem Grundwasser zurückgegeben. Entsprechend den Vorschriften des Grundwasserschutzes beträgt dabei die Temperaturveränderung maximal +/- 3 Grad Celsius.
In einer ersten Stufe werden die medizinischen Geräte mit dem Grundwasser gekühlt. In der nächsten Stufe wird im Heizbetrieb das Grundwasser für die Wärmegewinnung genutzt. In der dritten Stufe schliesslich wird im Kühlbetrieb entstehende Wärme über den Grundwasserstrom abgeführt.
Mit der neuen Technologie gehört das Kantonsspital Glarus punkto Energieverbrauch und Umweltfreundlichkeit zu den führenden Spitälern in der Schweiz.
Deutliche Reduktion des Heizölverbrauchs und des CO2-Ausstosses
Die neue Energiezentrale ermöglicht es dem Kantonsspital Glarus, künftig 80 Prozent der benötigten Wärmeenergie aus dem Grundwasser abzudecken und gleichzeitig die Kälteproduktion sicherzustellen. Mit dieser Neukonzeption können der Verbrauch von fossiler, nicht erneuerbarer Energie reduziert und die Nutzung von erneuerbaren Energien auf 80 Prozent des Energiebedarfs erhöht werden. 175 000 Liter Heizöl werden jährlich eingespart. Dadurch kann der CO2-Ausstoss um über 500 Tonnen (83 Prozent) reduziert werden, was einem Ausstoss von etwas mehr als 100 Haushalten entspricht.
Die Investition zahlt sich aus
Die neue Energiezentrale, inklusive Notstromversorgung, kostete 3,7 Mio. Franken und wurde durch den Kanton Glarus finanziert. Eine neue Anlage mit analoger Technologie hätte um rund 400 000 Franken günstiger angeschafft werden können. Doch dank der neuen Technologie können bis zum Ende des Lebenszyklus in 25 Jahren gegenüber der herkömmlichen Variante etwas 3,4 Mio. Franken eingespart werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Betriebskosten jährlich um rund 100 000 Franken tiefer ausfallen als bisher.
Zwei zentrale Blickwinkel



