„Väter braucht das Land“

Am Samstagabend fand in der Landesbibliothek Glarus die Vernissage der Fotoausstellung „Väter braucht das Land“ statt. 44 Väter werden porträtiert, und sie erzählen, was ihnen am Vater-Sein speziell wichtig ist. Christian Marti hielt neben anderen eine Rede zum Thema.



Die einen lassen saich die Snacks schmecken
Die einen lassen saich die Snacks schmecken

Anlässlich des Vatertags liess ein Projektausschuss, dessen Präsident Urban Leuzinger ist, eine Vernissage von 44 Plakaten stattfinden, auf denen jeweils ein bekannter Vater porträtiert ist. So heisst das Motto beispielsweise von Andi Kreis (Jurist): „Ich lerne so zwei Welten kennen.“, dasjenige des Journalisten Daniel Fischli lautet: „Ich kümmere mich um die Kinder und den Haushalt.“ Hugo Vock (Kaufmann) kommt zum Schluss: „Der Vater soll ein Vorbild sein.“, und Rudolf Etter, bestens bekannt als ehemaliger Vorsteher des Glarner Sportamtes, empfiehlt den Vätern: „Er sollte einen guten Familiensinn haben.“ Veranstaltet wurde die Ausstellung unter anderem von der Glarner Frauenzentrale, der Gruppe „Stark ohne Gewalt“, der Mütter- und Väterberatung des Kantons und vom Schweizerischen Roten Kreuz.

Reden

Christian Marti, künftiger Gemeindepräsident von Glarus Mitte, erzählte, wie er am Samstagnachmittag an einem Workshop teilgenommen habe und ihm bewusst geworden sei, dass man sowohl als Vater als auch als Politiker niemals alle Bedürfnisse unter einen Hut bringen könne. Er behalte vom Workshop, dass er als Vater nicht perfekt sein müsse. Zudem stellte er die Frage, was sich punkto Vater-Sein in den letzten 20 Jahren wohl verändert habe. Wenn er heute an einem gewöhnlichen Werktag mit seinen Kindern durch Glarus spaziere, so könne er den ihn fragenden Leuten antworten: „Wir haben heute Familientag!“ Früher sei das nicht denkbar gewesen. Es gebe heute flexiblere Rollenmodelle als früher.

Urban Leuzinger, Präsident des Projektes „Stark ohne Gewalt“, meinte, dass es auch in diesem unserem Kanton Jugendgewalt gebe, und dass man dabei keinesfalls weghören dürfe, obwohl es in den anderen, städtischeren Kantonen heisse, die Glarner hätten doch keine Probleme. Zudem stellte er die weiteren Mitglieder des Projektausschusses vor, darunter Kantonspolizist Markus Zünd, Mitglieder der Kirchen usw. Darüber hinaus dankte er allen, die irgendwie am Projekt mitbeteiligt sind.

Irene Zweifel vom Roten Kreuz hiess alle Interessenten herzlich willkommen und erzählte, an diesem Projekt sei drei Jahre lang gearbeitet worden. Sie hätten auch Kurse in Schulen, bei Jugend und Sport, bei der Gruppe „Stark durch Erziehung“ usw. durchgeführt. Schliesslich stellte sie die zahlreichen Frauen vor, die sie bei ihrem Projekt unterstützt haben.

Rahmenprogramm

Ein junger Glarner Rapper stellte a cappella seinen Song „Jedä Schlag“ vor, bei dem es um Probleme der Jugendlichen geht. Markus Zünd hat zusammen mit einigen Jugendlichen einen Film gedreht, den man sich an diesem Abend auf einem Laptop ansehen konnte. Derweil wurden T-Shirts mit dem Slogan „Stark ohne Gewalt“ verkauft, ebenso Flyer in Umlauf gebracht, Live-CDs der Rap-Gruppe „gingen über den Ladentisch“, und am Abend begaben sich noch etliche an die Lesung von Bänz Friedli im Keller des Kunsthauses, womit das reichhaltige Programm zum Vatertag komplett gewesen wäre.

Die Ausstellung „Väter braucht das Land“ bleibt noch ein paar Wochen lang in der Landesbibliothek stehen, wo sie zu den üblichen Öffnungszeiten besucht werden kann.