Venedig und Berlin – Hohe Ehre für horgenglarus

Blickt man auf die eindrückliche Referenzliste von horgenglarus (Bundeshaus, Schweizer Botschaft Washington, Hotel Widder Zürich usw.) bedarf es eigentlich keiner weiteren Belege, dass man sich mit Stühlen und Tischen der Glarner Möbelmanufaktur angesagt einrichtet. Dennoch erfreut sich der Ende Monat abtretende Firmenchef Markus Landolt an jüngsten Höhepunkten – sozusagen zu seinem Abschluss.



sitzend auf einem Horgenglarus-Stuhl. (Bilder: zvg)
sitzend auf einem Horgenglarus-Stuhl. (Bilder: zvg)

Kürzlich öffnete in Venedig die 13. Architekturbiennale, sie dauert bis zum 25. November. Was für den Sport die Olympischen Spiele sind, das ist für die Architektur die Biennale von Venedig. Sämtliche bedeutungsvollen Staaten der Welt deputieren dabei ihre Architektureliten an diese internationale Architektur-Exhibition. Und mittendrin befinden sich die Stühle von horgenglarus.

Der Schweizer Beitrag, welcher unter dem Patronat von Pro Helvetia steht, zeigt im Pavillon Svizzera eine Installation des Architekten und ETH-Professors Miroslav Šik. Mit seinem Werk fordert er dazu auf, neue Bauten stets als Teil ihrer Umgebung zu planen. Er plädiert für ein gewachsenes Ensemble anstelle von baulichen Solitären. Somit ist es kaum erstaunlich, dass Šik seine Ausstellung mit dem programmatischen Titel «And now the Ensemble!!!» gemeinsam mit Partnern gestaltet hat. So lud er die beiden Architekturbüros Knapkiewicz & Fickert aus Zürich und Miller & Maranta aus Basel zur Mitarbeit ein.

Von Bundesrat Alain Berset eröffnet

An den Wänden des grossen Saales entstand das Panorama einer aus ihrer Sicht idealen Stadt. Umgesetzt wurde dieses riesige Fresko mittels fotografischer Emulsionstechnik, unter Mitwirkung des Fotografen Michael Zirn. Und in der nachhaltig imposanten Präsentation, welche von Bundesrat Alain Berset eröffnet worden ist, stehen – ganz selbstverständlich – die Stühle von horgenglarus.

Glarner fördern auch in Berlin die Lebensqualität

Auch in Berlin ist horgenglarus angesagt. Die rege Zusammenarbeit der letzten Jahre zwischen horgenglarus und Berliner Architekten wurde jüngst damit gekrönt, dass horgenglarus vom Vorstand des Deutschen Werkbundes Berlin einstimmig als neues Mitglied berufen wurde. horgenglarus ist somit der erste und einzige Schweizer Hersteller in diesen exklusiven Reihen, dem Gral der deutschen Architektur.

Der Deutsche Werkbund vereinigt Architekten, Raumplaner und Gestalter. Sie rekrutieren sich nach dem Prinzip der Kooptation. Niemand hat einen Anspruch; der Werkbund entscheidet autonom, wer ihm angehören darf.

Mit seinen Ausstellungen und Foren hilft der Werkbund, die Bedeutung der Form für das Leben zu schärfen. In der Tradition des 1907 gegründeten Deutschen Werkbundes plädiert er für visuelle und technische Qualität beim Bau in öffentlichen Räumen. Im Laufe seiner langen Geschichte entwickelte sich der Deutsche Werkbund zu einer angesehenen geistigen Instanz im Bauwesen und darüber zu einer kulturellen Institution. Sein Anliegen war und ist die Verknüpfung von handwerklichem Können und technischem Fortschritt mit ästhetischen Werten, um das (Sozial)-Leben attraktiver zu machen. Lebensqualität war ein Anliegen des Werkbundes, lange bevor der Terminus geprägt wurde.

Neue Produkte im November

Venedig und Berlin – für die glarnerische horgenglarus zwei Auszeichnungen, dass ihre handwerklichen Produkte, verbunden mit ihrer nachhaltigen Philosophie, auch international für mehr Lebensqualität und für eine hohe Lebenskultur stehen; und für Markus Landolt ein schönes Schlussfeuerwerk seines über 13-jährigen Engagements für die traditionsreiche Möbelmanufaktur, bevor am 14. Designers‘ Saturday in Langenthal Anfang November die noch unter seiner Leitung entwickelten Produkt-Innovationen entschleiert werden.