Verbindung zu Religion und Sport

Die Konfirmation ist ein wichtiger Lebensabschnitt für die jungen Leute evangelischen Glaubens. Gleichzeitig mit der Konfirmation treten die jungen Menschen ins kirchliche Erwachsenenleben und werden befreit vom kirchlichen Unterricht. Ab sofort sind sie auch zugelassen zum Abendmahl. Am vergangenen Sonntag konnte Pfarrer Edi Aerni in der evangelisch-reformierten Kirche in Netstal feierlich sieben junge Männer – ausnahmsweise ohne Frauen – in einen neuen Lebensabschnitt führen.



Sie heissen Lars Cools, Max Fischli, Lars Flisch, Noah Reinhard, Stefan Schnyder, Sven Schrepfer und Nick Steiner. Die Konfirmandenfeier wurde musikalisch umrahmt vom jungen Organisten Dominik Berchten, der mit seinem wunderbaren Orgelspiel Konfirmanden wie Gottesdienstbesucher gleichermassen begeisterte.

Konfirmanden gestalteten den Gottesdienst

Die Gestaltung des Gottesdienstes oblag auch in diesem Jahr den Konfirmanden selbst. Diese wählten in Übereinstimmung das Thema «Sport», wohl auch deswegen, weil jeder von ihnen seine Sportart schon heute recht erfolgreich betreibt. Diese Sportarten reichten von Fischen über Volleyball, Biken, Skifahren, Snowboarden, Eishockey bis hin zur eidgenössischen Volksportart Schwingen. Eine Ausnahme bildete Lars Flisch, der als Mitglied einer Trychlergruppe gemeinsam mit Noah Reinhard für eine fulminanten und phonstarken Auftritt in der Kirche sorgte. «Gloggä schwingä isch au Sport», meinte er zu Recht bei der Vorstellung seines Hobbys. Mit viel Engagement und Herzblut verwandelten die jungen Männer den sakralen Raum der evangelischen Kirche in eine Ausstellung mit Utensilien ihrer Sportart. Jeder präsentierte sich und sein sportliches Hobby auf sympathische Weise, wobei zum Erstaunen der Gläubigen der Kirchenraum ausnahmsweise sogar für einmal auch als Sportstätte diente. Im Anschluss rezitierte jeder Konfirmand seinen selbst ausgewählten Spruch, während Pfarrer Aerni jedem Konfirmanden die Urkunde und Frank P. Gross, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde, die Bibel überreichte. Präsident Gross benutzte am Schluss der Konfirmandenfeier die Gelegenheit, selbst noch einige Gedanken zur Konfirmation einzubringen.

Ist Sport ein Produkt der Religion?

In Gemeinschaft mit den Jugendlichen feierten Eltern, Verwandte und Bekannte mit in Texten, Liedern und einem Videofilm ausnahmsweise nicht wie üblich am Palmsonntag die Konfirmation, sondern eine Woche zuvor. Pfarrer Aerni hielt dabei eine vielbeachtete, gehaltvolle Predigt, in der er geschickt das Thema «Sport» einfliessen liess. Die Frage stellt sich: Haben Religion und Sport eine Verbindung? Diese Frage kann durchaus mit einem Ja beantwortet werden, zeigen doch Glaubensbekenntnisse von einzelnen Sportlern, dass sich Elemente des Religiösen in den Bausteinen des sportlichen Regelwerks, in der Inszenierung von Sportereignissen und im Körper- und Menschenbild verbinden lassen. Stellt sich zusätzlich grundsätzlich die Zusatzfrage, ob Sport, wie wir ihn kennen, nicht ohnehin ein Produkt der Religion ist.

Nach der eindrücklichen und bei allen in nachhaltig in Erinnerung bleibenden Konfirmationsfeier erfreute die Harmoniemusik Netstal auf dem Kirchenplatz die Herzen der vielen Gottesdienstbesucher. Dabei offerierte die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde den Gottesdienstbesuchern einen Apéro mit feinen, wohlriechenden «Zigerbrüüt».

Ein anstrengendes Konfirmandenjahr

Es war für Pfarrer Aerni, wie er selbst erklärte, wie immer ein intensives, anstrengendes, aber auch dank vielen guten Gesprächen bereicherndes und nachhaltig in Erinnerung bleibendes Konfirmandenjahr. Es sei nicht immer einfach gewesen. Kein Wunder, bei sieben jungen, quirligen und von Lebensfreude strotzenden jungen Männern, welche nun mit vielen Erwartungen in christlichem Glauben in einen neuen Lebensabschnitt treten. Wünschen wir allen Konfirmanden an dieser Stelle den Beistand des lieben Gottes, viel Erfolg und alles Glück der Erde auf ihrem weiteren Lebensweg!