Vergessene Gedenktafel bekommt neuen Platz

In Braunwald ist ihr neuer Platz mit freier Sicht auf den Tödi: Die fast vergessene Gedenktafel an die Bergsteiger Vögeli und Thut wird am 10. Juli vor dem Alpinmuseum eingeweiht. Gefeiert wurden die drei Bergler jedoch erst bei ihrer zweiten Besteigung.



Tödi Erstbesteigung von Glarner Seite (Bild: maya rhyner)
Tödi Erstbesteigung von Glarner Seite (Bild: maya rhyner)

«Zur Erinnerung» steht in grossen Lettern auf der fast zugewachsenen Tafel, von der Witterung ist sie kaum noch zu lesen. «Die drei Linthaler Gemsjäger Bernhard Vögeli, Vater, Gabriel Vögeli, Sohn und Thomas Thut bestiegen am 11. August 1837 erstmals den als unersteiglich geltenden TÖDI von der Glarner Seite aus.» Die Gedenktafel lag völlig vergessen mitten in Linthal. «Niemand weiss, wo sie sich befand», erzählt Walter Zweifel aus Luchsingen. Über handschriftliche Aufzeichnungen und ein Fotoalbum seiner Linthaler Familie begann er über die Erstbesteigung von der Glarner Seite zu forschen.

Trotz Eislawine und Gletscherspalten
Während die Bündner 1824 den Tödi das erste Mal via Alp Russein bestiegen, dauerte es bei den Glarnern bis ins Jahr 1837. Der Linthaler Bernhard Vögeli überzeugte sich beim Wildheuen, dass die «Beschaffenheit der Eisthäler Wanderungen dieser Art erlaubten.» Er war damals schon 60-jährig und liess sich von seinem Sohn Gabriel und Thomas Thut begleiten. Thuts Cousin hatte auch schon Besteigungen gewagt, jedoch nie erfolgreich. Das Trio aus Linthal überstand eine kalte Nacht in der Nähe des Bifertenfirns, einen Sturz in eine Gletscherspalte, eine Eislawine und ein aufziehendes Gewitter, bis die Besteigung beim dritten Versuch gelang. Gefeiert wurden die drei Bergler aber erst, als sie einen Gast für eine zweite Besteigung einige Tage später mit auf den Tödi nahmen und auf dem Gipfel eine Fahne schwenkten. Was die Besteigung zu dieser Zeit speziell machte: Hinter dem Vorhaben standen keine wissenschaftlichen Interessen – es ging lediglich um den Gipfel.

Motivation Jubiläum

Während der Recherchen über die Glarner Erstbesteigung stiess Walter Zweifel aus Luchsingen auch auf die lang vergessene Gedenktafel. Als er vom Tödi 200-Jubiläum erfuhr, ergriff er die Initiative, die Gedenktafel zu restaurieren und in Braunwald vor dem Alpinmuseum samt ihrem Stein neu zu setzen. Dort sei sie besser aufgehoben, fanden auch die Nachfahren der Vögelis, «da der Tödi von dort voll einsehbar ist». Am 10. Juli wird die restaurierte Tafel um 15 Uhr eingeweiht. Anschliessend findet eine öffentliche Führung durchs Alpinmuseum Braunwald mit Mark Feldmann statt.

Alles Weitere zum Tödi-Jubiläum auf www.toedi200.ch.