Verhältnismässig viele Bienenvölker überlebten den vergangenen Winter

Mit 13,8 Prozent lagen die Völkerverluste im vergangenen Winter im langjährigen Vergleich im unteren Bereich.




Wenn Imkerinnen und Imker im zeitigen Frühjahr ihre Bienenvölker kontrollieren, stellt sich ihnen jeweils die bange Frage: «Haben meine Völker den Winter überlebt?» Die Hauptgründe, welche zum Verlust von Bienenvölkern führen, sind eine zu starke Belastung durch die Varroamilbe als Folge einer zu wenig wirksamen Behandlung gegen den Parasiten im vorangegangenen Jahr oder Probleme mit der Königin. In diesen Fällen spricht man von Winterverlusten. Gelegentlich können Völker beim Auswintern zudem zu schwach sein, sodass sie ihrer Aufgabe als Blütenbestäuber nicht gerecht werden können und auch keinen Honig eintragen.

Seit mehr als 10 Jahren führen die Schweizer Imkerverbände unter ihren Mitgliedern im Frühling eine elektronische Umfrage durch, um Ausmass und mögliche Ursachen der Verluste zu erfassen. Diese Umfrage wird mit derjenigen des international tätigen «CoLOSS» Netzwerkes koordiniert, um die Daten aus der Schweiz mit jenen anderer Länder zu vergleichen und um damit zusätzliche Erkenntnisse für die Bienenhaltung zu bekommen. Insgesamt 1155 Imkerinnen und Imker aus allen Landesteilen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein haben an der diesjährigen Umfrage teilgenommen.

Im vergangenen Winter betrugen die Völkerverluste 13,8%. Im langjährigen Vergleich liegt dieser Wert im tieferen Bereich und stellt den Imkern ein gutes Zeugnis im Umgang mit ihren Bienenvölkern aus. Zusätzlich waren 9,4% der Bienenvölker im Frühjahr zu schwach, um sich zu einem bestäubungsaktiven Wirtschaftsvolk zu entwickeln.

Das Ausmass der Winterverluste variiert von Jahr zu Jahr und von Region zu Region. Winterverluste sind die Folge eines komplexen Zusammenspiels vieler Faktoren. Es ist die Aufgabe der Imkerinnen und Imker, durch geschickte Massnahmen, wie etwa die Bildung von Jungvölkern, die Winterverluste während der kommenden Bienensaison wieder auszugleichen. Damit ist sichergestellt, dass genügend Bienen für die Bestäubung der Nutz‐ und Wildpflanzen zur Verfügung stehen und die Bevölkerung auch in Zukunft den hochbegehrten Schweizer Bienenhonig geniessen kann.