Es war für ihn ein bewegender Moment, als Didier Blumer an der diesjährigen Hauptversammlung der ACS Sektion Glarus im März zum neuen Präsidenten gewählt wurde. «Die vielen Gesichter haben mir gezeigt, für wen ich in Zukunft das Amt ausüben werde. Deshalb bin ich mit viel Demut und Respekt an die neue Aufgabe herangegangen.» Nicht nur trat er in die Fussstapfen seines Vorgängers Willi Leuzinger, sondern mit ein paar Jahren Abstand auch in die seines Vaters Harry Blumer, der diese Funktion bereits innehatte. «Schon als Kind habe ich so den ACS kennengelernt und verbinde mit ihm viele schöne Erinnerungen, auch an meinen viel zu früh verstorbenen Vater.» Der Wechsel auf höchster Ebene sei aber auch ein Zeichen für den Wandel, denn er läutet die Verjüngung im ganzen Vorstand ein. «Wir wollen hier aber nicht mit der Vergangenheit brechen, sondern einen ruhigen und geregelten Ablauf vollziehen.» Sprich, dafür sorgen, dass geeignete Nachfolger angefragt werden und der Wissenstransfern vollzogen, werden kann. «Wir haben hier ein über 100-jähriges, sehr stabiles Fundament, auf dem wir auf- und weiterbauen dürfen.»
Auf die Strasse; real oder digital
Nicht nur die Organisation soll in den nächsten Jahren verjüngt werden, auch mehr und jüngere Mitglieder in der Sektion ist für Blumer ein wichtiges Ziel. «Wir wollen Möglichkeiten bieten, an denen man die Freude am Auto, Motorsport und allgemein an der Freiheit der Mobilität gemeinsam mit ‘Gleichgesinnten’ erleben kann.» Und hier sprudeln aktuell im Vorstand die Ideen, sodass es eher darum geht, nicht alle sofort, sondern eine nach der anderen zu realisieren, anzubieten und zu schauen, ob sie bei den Mitgliedern ankommen. Als erstes sei hier eine gemeinsame Ausfahrt im Oktober geplant. Für das erste «Ride Out» wird aktuell die Route geplant, dazu gehören natürlich auch Teile wie ein gemeinsames Mittagessen an einem speziellen Ort. «Die Teilnehmer sollen neben der Tour auch Zeit haben sich untereinander auszutauschen.»
Bereits am 19. September ist die Sektion am Young- & Oldtimer-Treffen Ennenda präsent. Neben den normalen Informationen über den ACS wartet eine ganz besondere Überraschung auf die Besucher. «Aktuell digitalisieren wir die Strecke des Kerenzerbergrennens.» So kann sie für Rennsimulatoren verwendet werden und in Ennenda steht so ein Gerät für die Besucher bereit. «Wir hoffen, dass viele die Möglichkeit nutzen, das Kerenzerbergrennen mal digital zu erleben.»
Stütze für den Motorsport
Dies sei auch ein perfekter Vorgeschmack auf das kommende Jahr, denn im nächsten Sommer findet die nächste Austragung des beliebten Grossevents Kerenzerbergrennen 19. und 20. Juni 2027 statt. Da der ACS hier wieder das Patronat übernommen hat, trat Blumer auch hier im Vorstand die Nachfolge von Willi Leuzinger an. «Alle sind mit viel Herzblut und Leidenschaft an den Vorbereitungen, um wieder ein grosses Motorsportfest für die Bevölkerung auf die Beine zu stellen.»
Allgemein hat der Motorsport eine lange Tradition beim ACS, so war er auch Mitinitiant bei den originalen Rennen am Kerenzerberg in den 60er- und 70er-Jahren und sogar bei den ursprünglichen Austragungen des Klausenrennens vor über hundert Jahren. «Auch diese Renn-DNA wollen wir weiter ausleben.» So möchte man auch die heimischen Rennfahrer und Nachwuchstalente nach Möglichkeiten unterstützen. Sei es zum Beispiel, dass sie sich an einer Hauptversammlung den Mitgliedern vorstellen und das Netzwerk des Clubs nutzen können.
Für reibungslose Mobilität
Natürlich haben Blumer sowie der ganze Vorstand einen Blick auf die Mobilität im Kanton Glarus. Die aktuellen Themen sind hier nach wie vor die Querspange Netstal oder auch die Tiefgarage unter dem Zaunplatz. Hier geschehe momentan vieles im Hintergrund. «Wenn hier neue Ideen oder Vorschläge gemacht werden, werden wir uns im Sinne des Automobilisten einsetzen.»
Viele Themen und Projekte, die den neuen ACS-Präsidenten bereits kurz nach seinem Amtsantritt beschäftigen und sicher dafür sorgen, dass es Blumer nicht so schnell langweilig werden dürfte. «Das Schöne an allem ist, dass man hier immer im Kontakt mit Menschen ist. Und man ihnen dabei vielleicht auch die Freude an der mobilen Freiheit schmackhaft machen kann.»




