Viele Eindrücke gewonnen

Die Freunde ESAF Glarnerland 2025+ haben einen Blick hinter die Kulissen genommen und dabei das Festgelände vom diesjährigen Eidgenössischen Schwingfest in Zug besucht. Auch OK-Präsident Heinz Tännler gab sich die Ehre.




Nach einem Begrüssungswort durch Jakob Kamm sowie einem Kaffee und Gipfeli bei der Service 7000 AG in Netstal ging es für die Vertreter aus Politik, Behörden, Gewerbe und Schwingkreisen los. Mit dem Car via Autobahn infolge Sperrung des Hirzels auf einer Ausweichroute über Hütten und Menzingen erreichte man sicher das Ziel, die Kolin-Stadt. Dort wurden die Glarner von Walter Lötscher auf den Stierenmarktareal in Zug empfangen. Lörtscher weiss, wie sich Eidgenössische Anlässe anfühlen, gewann er doch 1986 in Sion den eidgenössischen Kranz. Später war er Technischer Leiter im Zuger Verband. Im OK Zug bekleidet Lötscher das Amt Infrastruktur/Bau als Abteilungsleiter.

Gelände besichtigt

Schon beim Eintreffen merkte man wie viel Leute ein ESAF anzieht, schon am Vormittag war das Areal gut besucht, dies notabene neun Tage vor dem offiziellen Beginn des Festes. Auf dem Stierenmarktareal, wo sich auch der Gabentempel befindet, gab sich auch Siegermuni «Kolin» die Ehre vor der Glarner Delegation. Er genoss einen kurzen Auslauf. Anschliessend gab es eine Führung, geleitet durch Walter Lötscher, Thomas Huwyler, Geschäftsstellenleiter, und Erich Scherer, Abteilung Sicherheit, durchs Gelände. Sie führte zum Eishockeystadion des EV Zug weiter zu den Sportanlagen, die alle wegen des ESAF einer Baustelle gleichen. Ob Fussballstadion, Leichtathletikzentrum, Curlinghalle oder SAH-Hütte, alles wird in irgendeinem Zusammenhang fürs ESAF benötigt. Die bestehende Infrastruktur will man bestmöglich nutzen. So werden auf den Sportplätzen in erster Linie Zelte erstellt, sei es für die Hauptsponsoren oder die fünf Teilverbände des Eidg. Schwingerverbandes, die alle auch ein Zelt führen. Insgesamt bietet Zug 11 000 gedeckte Plätze in Zelten an.

Mitten in der Stadt

Als Letztes gelangte man schliesslich zum Prunkstück, der Arena. «Für Zug ist im Gegensatz zu den Vorgängeranlässen vieles anders, findet doch das Fest in unmittelbarer Nähe zum Wohngebiet statt», betonte Walter Lötscher. Dies sei mit allerhand Problemen und viel Einzelgesprächen verbunden. «Erste Gespräche mit den Anwohnern tätigten wir vor sechs Jahren. Viele haben Verständnis für die Situation. Allen es richtig zu machen ist aber ein schwieriges Unterfangen», betonen Lötscher und Huwyler. Dazu gibt es auch Müsterchen: «Es kam gar vor, dass Mieter anfragten, ob sie aufgrund des Anlasses eine Mietreduktion zugute hätten.» Lötscher und Huwyler betonten, dass dies natürlich nicht der Fall sei. Einzig die betroffenen Landwirte wurden entschädigt. Auch die Sicherheit und Hygiene bei den Anwohnern des Festgeländes werde grossgeschrieben.

Zug-Arena entstand innerhalb von zehn Wochen

Im Stadion der Zug-Arena gab es viel Interessantes über den Bau zu erfahren. 2015 und 2016 wurde das Land saniert, ausgeebnet und Trainagen eingebaut. Ein Jahr vor dem Anlass hat man mit dem Mähen des Rasens begonnen. Ab dem Mai dieses Jahres wurden die Wege eingekoffert mit Schotter. Baubeginn der Tribüne war Mitte Juni. Zehn Wochen Aufbau, sowie lediglich drei Wochen Abbau nach dem Fest werden dafür benötigt. Insgesamt 56 500 Zuschauer haben im temporär grössten Stadion der Schweiz Platz. Exakt am Besuchertag der Glarner Delegation wurde das erste Sägemehl für die sieben Plätze angeführt. 240 Kubikmeter Sägemehl benötigt es insgesamt, damit am Samstagmorgen um 07.30 Uhr angeschwungen werden kann unter dem Motto des Speakers: «Mannä id Hosä!» Speaker wird am 24./25. August übrigens Tele 1 Schwingexpertin Fabienne Bamert, gemeinsam mit Rigispeaker Hugo Abegg. Armee und Zivilschutz unterstützen den Veranstalter mit je 4200-Mann-Stunden.

Sicherheit grossgeschrieben

Auch an das Sicherheitskonzept dachte man. «Auch wenn es bei den Schwinger Tradition ist, dass man Schinken, Käse und Messer im Rucksack mit auf die Tribüne nimmt: Vor der weltpolitischen Lage dürfen wir die Augen nicht verschliessen», betonen die Veranstalter. Täglich führt das OK auf dem Festgelände eine Sitzung/Lagebesprechung mit Behörden, Armee, Zivilschutz Polizei, und Sanität durch, wo die wichtigsten Fragen besprochen werden. Auch an die Behinderten hat man gedacht, damit sie ebenfalls in die Schwingarena gelangen.

Viel an Erfahrung mitgenommen

Das Gesamt-OK in Zug besteht aus 112 Mitglieder, aufgeteilt auf sieben Stabstellen, acht Abteilungen, den Trägerverein sowie den Präsidialausschuss. Rund 4000 Helfer stehen am ESAF in Zug im Einsatz. Ebenfalls genoss man über die Mittagszeit Einblick in den Gabentempel, der angeführt wird von zehn Lebendpreisen sowie Glocken, Werkzeugen, Fahrrädern, Holzschnitzereien und vielem mehr und einen Gesamtwert von einer Million besitzt. Der Gabentempel einmal aus nächster Nähe zu betrachten wird jedem Schwingfan empfohlen. Die Gabenbeiz und der Gabentempel haben seit dem 9. August geöffnet. Die Lebendpreise sind von diesem Tag an in Zug auf dem Festgelände beheimatet. Nach einem feinen Mittagessen begaben sich die Glarner mit vielem Wissenswertem, zahlreichen Impressionen und Eindrücken sowie zahlreichen beantworteten Fragen auf dem Heimweg. Für den Kandidaturverein «ESAF 2025 Glarnerland+» gilt das Glarner-Bündner Kantonalschwingfest 2020 in Mollis als nächster Meilenstein. Dann, wenn das Kantonalschwingfest unter dem Motto «fünf Jahre vorher» auf dem Flugplatzareal zur Austragung gelangt, will man mit weiteren Informationen aufwarten.