Vier Fragen an den Regierungsratskandidaten Franz Landolt (unabhängig)

Nach Werner Hösli und Heinz Hürlimann ist nun die Reihe an Franz Landolt, die vier Fragen von glarus24 zu beantworten. Es handelt sich um die gleichen vier Fragen, die auch den übrigen – neu fünf Kandidaten – vorgelegt wurden. Zum Beispiel welche Entwicklungen sollen im Tourismus im Glarnerland angestrebt werden? Am Dienstag und Mittwoch werden die Antworten von Andrea Bettiga und von Fernando Reust bei glarus24 aufgeschaltet.




glarus24: Aus welchen Gründen sollen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sie in den Regierungsrat wählen und welches Departement würden Sie gerne übernehmen?

Franz Landolt: Der 5. Sitz in der Glarner Regierung gehört den Unabhängigen, denn alle grossen Parteien sind in der Regierung bereits vertreten. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger erwarten vom Regierungsrat sach- und keine parteiorientierte Lösungen, wofür ich mich einsetze. Ich selber bin ein Allrounder mit einer guten und breiten Ausbildung als Ingenieur und Betriebswirtschafter. Dank meiner grossen Erfahrung in der Politik und meiner breiten Führungserfahrung aus der Industrie kann ich überall eingesetzt werden. Eine meiner Leidenschaften ist das Bauen, weshalb das Departement Bau und Umwelt sicher meine erste Wahl ist. Zu mir passen würde jedoch auch sehr gut die Wirtschaft, aus der ich komme. Als Offizier der Schweizer Armee kann ich mich auch im Sicherheitsdepartement sehr gut einbringen. Ich nehme, was man mir anvertraut.


glarus24: Der Kanton erhält in naher Zukunft viel Geld aus den Goldreserven, dem nationalen Finanzausgleich und dem Projekt Linthal 2015. Wie würden sie diese Gelder am Besten einsetzen?

Franz Landolt: Wir brauchen im Kanton zusätzliche Arbeitsplätze und mehr Einwohner. Bevor wir ernten können, müssen wir sähen, also investieren. Dabei müssen wir versuchen, in einzelnen Bereichen schweizweit eine Führungsrolle zu übernehmen. So finden z.B. unsere Gemeindestrukturreform und das Stimmrechtsalter 16 positive und schweizweite Beachtung.
Wichtige Rahmenbedingungen sind aus meiner Sicht günstiges Industrie- und Bauland, eine intakte Umwelt und ruhige Wohnlagen, gute Verbindungen auf der Strasse und mit der Bahn, zeitgemässe Kommunikationstechnologien und tiefe Steuern für Familien. Sehr wichtig für mich ist auch die Schule: Konsequent umgesetzte Blockzeiten, die Basisstufe für Kindergarten mit Unterstufe und flächendeckende Kinderhorte wären für mich einfache, kostengünstige und attraktivitätssteigernde Massnahmen.

glarus24: Welche Entwicklungen im Tourismus sollen im Glarnerland angestrebt werden?

Franz Landolt: Wichtig ist, dass wir Glarner wieder gemeinsam auftreten. Das Gärtlidenken muss ein Ende haben. Statt Projekte gegenseitig zu verhindern, sollten wir einander unterstützen.
Wir Glarner müssen auch wieder lernen, unsere Gäste freundlicher zu empfangen. Warum sagen wir nicht einfach „Grüezi“ und zeigen unseren Gästen, dass sie uns willkommen sind. Alle Besucherinnen und Besucher unseren Kanton sind eine Bereicherung. Wir brauchen eine Charmeoffensive, mit dem Märlionkel aus Braunwald als gutes Beispiel.
Angestrebt werden soll ein abgestimmtes Zusammenwirken von Tages- und Wochentourismus, also Gäste, die bei uns auch Ferien machen. Projekte wie das Stachelbergbad sind daher zu unterstützen. Was hingegen schon sehr erfreulich funktioniert, ist das Miteinander von Landwirtschaft und Tourismus.
Unsere touristische Konkurrenz ist nicht kleinräumig, sondern in anderen Regionen wie dem Berner Oberland, Graubünden, Vorarlberg oder gar dem Tirol zu suchen.

glarus24: Was ist Ihre Meinung zum Thema allgemeines Rauchverbot ?

Franz Landolt: Im Juli eröffnen wir in den neuen Alterswohnungen in Oberurnen das „Kaffi Zigerribi“. Dieses wird rauchfrei sein, da es Treffpunkt für Jung und Alt sein soll. Zu unserer Strategie passt ein rauchfreies Lokal. Als Sportler oder beim Essen schätze ich es als überzogener Nichtraucher, wenn nicht geraucht wird. Doch sehe ich auch die Problematik für unsere Wirte: Es ist nicht so einfach, den Gästen am Stammtisch klar zu machen, dass beim Feierabendbier nicht mehr geraucht werden soll. Der einzelne Wirt oder die Wirtin kann dies kaum regeln. Deshalb soll mindestens für unseren Kanton eine Lösung gefunden werden. Ich befürworte ein Rauchverbot in allen öffentlichen Gebäuden, Sportstätten, Restaurants und Cafés. In der Stammbeiz und an der Bar soll weiterhin geraucht werden dürfen. Ohne Toleranz geht es auch hier nicht.